Die Rubrik Nadel-Stiche hat keinen invasiv-bedrohlichen Charakter und soll auch nicht verletzend sein. Vielmehr dient sie im Sinne der Akupunktur- Lehre als Korrektur- Agens, als Anregung, als sanfter Impuls, als energetisches Stimulans, als humoristisch eingefärbtes Traktat, um die Dinge wieder ins Lot und Erstarrtes wieder in Fluss zu bringen oder um manchmal die aktuellen politischen Dinge einer kritischen Hinterfragung zu unterziehen. .


Das Archiv enthält nur die Einträge ab dem Jahr 2009. Sämtliche Einträge der früheren Jahre 2000 - 2008 wurden nicht übernommen.

Sämtliche früheren Nadel-Stiche Kolumnen bis zum Beginn des Jahres 2009 finden Sie im Buch Nadel-Sticheleien

Auf Nimmerwiedersehen Love Parade !

Ein trauriges Ereignis mit zwanzig Toten und über fünfhundert Verletzten. Und niemand hat angeblich Schuld, obwohl viele gewarnt hatten. Niemand will Verantwortung übernehmen.
Muss das Schicksal noch mehr Zeichen setzen, um eine solche irrsinnige Veranstaltung nie wieder aufflackern zu lassen?
Schon allein der Name!
Liebe und Parade - wie soll das zusammen gehören?
Aber es liegt wohl an der Interpretation des anglo-amerikanischen Wortes Love, mit dem man alles und nichts bezeichnen kann, das im Grund für alles Widersinnige, Oberflächliche und Abstruse verwendet wird und dem kritiklos und gedankenlos übergestülpt wird.
Ein Amerikaner kann sein Handy lieben, seinen Computer oder auch ausnahmsweise seine Frau.
Würde man diese Parade mit dem deutschen Wort Liebe kennzeichnen - es ginge wohl keiner hin. Man würde es als altbacken, konservativ oder uncool abqualifizieren.
Diese ganze Veranstaltung dient doch nur einem Zweck: Kommerz.
Berlin tat gut daran, diese Veranstaltung nicht mehr durchzuführen, denn die Teilnehmer haben in grenzenloser Verantwortungslosigkeit Strassen und den Tiergarten voller Dreck und Nahrungsresten und Flaschen hinterlassen, Von dem als öffentliches Massen-WC missbrauchten Tiergarten gar nicht zu reden.
Liebe braucht nicht einen derartigen Klamauk.
Es ist an der Zeit, dass man sich in dieser sich immer mehr oberflächlich gerierenden Welt sich solcher Werte wie Stille und Tiefe besinnt.
Aber auch das deutsche Wort Liebe hat nicht die Differenzierung des altgriechischen Begriffes.
Dort gab es das Wort philia - für freundschaftliche Beziehung, für eros - die leidenschaftliche Liebe, deren Protagonistin die Göttin Aphrodite war und das Wort agape - das die echte tiefe Liebe zu Mitmenschen und Göttern bedeutete.
Diese Massenspektakel wie Love Parade und auch Christophers Street Day mit seinen überdrehten und schrillen Teilnehmern hat nichts mehr mit Verinnerlichung zu tun. An letzerem nimmt sogar als Gipfel der Peinlichkeit ein regierender Bürgermeister teil.
Es sind reine Kommerz- und Klamauk-Geschehnisse in einer immer oberflächlicher werdenden Welt.
Man geht wohl kaum fehl, wenn man sie als Zeichen einer zunehmenden Dekadenz bezeichnet.
Das Alte Rom mit seinen Panem et Circenses lässt lebhaft grüssen.

Nadelstiche 2: Zur Zeit kein Eintrag
Nadelstiche 3: Zur Zeit kein Eintrag


Neu: D. Volkmer
Nadel-Sticheleien
Kritisch-Satirisch-Humorvolles aus 15 Jahren

Books on Demand, 2009 ISBN 9783837021899
172 Seiten, 15.95 EUR

In den Jahren 1995 - 2000 erschienen in der Zeitschrift CoMed regelmässige Kolumnen unter dem Titel "Observatius". Ab 2001 entstanden die Internet-Seiten www.bio-net.de und darin monatlich ein- bis dreimal je nach Zeit und Themen die Kolumnen "Nadelstiche".
Diese Kolumnen wurden jetzt in einem Buch zusammengefasst und stellen so etwas wie eine zeitkritisch-humorvolle Reise durch 15 Jahre dar.
Motto: Was zutrifft, trifft!

 

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