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Homöopathie
Die Gräben
sind teilweise tief - zwischen der klassischen Homöopathie, die
sich an das Prinzip Dr. Samuel Hahnemanns anlehnt - Similia similibus
curentur (Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden)
und der Komplexmittelhömopathie, die sich mehr am Krankheitsbild
orientiert und so dem Neuling, aber auch dem Erfahrenen die Anwendung
nebenwirksamsfreier Heilmittel erleichtert.
Auf diesen Seiten wollen wir keine Differenzierung anstreben und auch
die Gräben nicht weiter aufreissen, sondern beide Seiten zu Wort
kommen lassen.
Noch sollte nämlich die Formel gelten:
Wer heilt, hat Recht.
Daher sollen nach Möglichkeit immer ein Einzelmittel und ein
Komplex-Mittel beschrieben werden.
Zudem gibt es noch die Isopathika, die Schüssler-Salze (Biochemie
>>>),
die Organpräparate und die Nosoden
Literatur zur Vertiefung siehe unten oder unter Buchtips >>> |
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Gentiana
lutea - Gelber Enzian ( Gent-l. )
Bergfieberwurzel, Bitterwurzel, Hochwurzel, Magenwurz, Zinsalwurz Fam.nat.:
Gentianaceae
Der Gelbe Enzian ist
eine langsam wachsende, mehrjährige Gebirgspflanze, die in Mittel-
und Südeuropäischen Gebirgsregionen heimisch ist. Sie erreicht
eine Höhe bis zu 1.4 Metern, blüht meist erst nach 10 Jahren
und kann 60 Jahre alt werden. Die Pflanze steht unter Artenschutz und
wird für arzneiliche Zwecke in Deutschland, Frankreich, Italien,
Spanien und dem Balkan angebaut.
Wirksamste Bestandteile
der Enzianwurzel sind die Bitterstoffe Gentiopicrosid (Gentiopicrin) und
das Amarogentin - das ist eine der bittersten bekannten Substanzen. Ferner
Xanthone, die der Wurzel ihre typisch gelbe Färbung geben, ausserdem
Phytosterole, Phenolcarbolsäuren, Trisaccharide und Polysaccharide.
Die Bitterstoffe regen die Geschacksnerven an, so dass es reflektorisch
über den Nervus vagus zu einer Zunahme des Speichelflusses, der Magensaftsekretion
und des Galleflusses kommt, die Magenentleerung wird schneller, die Darmperistaltik
wird gesteigert, die Resorption der Nahrungsstoffe gefördert und
eine Verdauungsleukozytose erzeugt (Mezger AML). Es wird vermutet, dass
die Wirkung der Bitterstoffe auf spastische Zustände ( wie z. B.
Dyspepsie) durch die Steigerung der Erregbarkeit des Sympatikus ausgelöst
wird.
Radix Gentianae ist
offizinell.
Für die homöopathische Essenz werden die frischen unterirdischen
Teile verwendet.
Gentiana lutea ist
ein seit dem 2. Jahrhundert bekanntes Heilmittel. Nach Plinius dem Älteren
soll der Illyrische König Genthios (180 bis 168 v. Chr.) die Heilkraft
des Enzians als Stärkungs- und Magentonikum entdeckt und ihm den
Namen "Gentiana" gegeben haben.
Dioskurides, Plinius und Galenos empfehlen die Enzianwurzel bei Leber-
und Magenleiden, Abdominalkrämpfen und Fieber. Bis zur Einführung
der Chinarinde galt Gentiana lutea als hervorragendes Fiebermittel.
Leonhard Fuchs ( 1501 - 1566 ), der als einer der Väter der Pflanzenkunde
gilt, schreibt in seinem Kräuterbuch: "...Entzian wurzel und
der safft darvon zerteilen, reynigen, seubern un nehmen hinweg allerlei
verstopffung....seind ein treffliche Artzney für allerley gifft und
bekommen seer wol dem schwachen Magen."
In seinem New Kreuterbuch von 1565 wird Enzian von Matthiolus als Mittel
gegen den Biss giftiger Tiere, als Fiebermittel, Expectorans, Diuretikum,
Emmenagogum, gegen Leber- und Milzverstopfung, Magenschwäche und
als Wurmmittel aufgeführt.
Von Haller schreibt in seinem Medicin. Lexicon 1755 dass die Wundärzte
kleine Stückchen der Wurzel als "Quellmeisel" in Hohlgeschwüre
stecken, damit diese sich nicht so schnell schliessen. Erst im 19. Jahrhundert
wurden sie durch die stärker quellenden Laminariastifte (Braunalge)
abgelöst.
In seinem grossen Kneipp-Buch von 1935 schreibt Kneipp als Indikation
für die Enzianwurzel: "... zur Stärkung und Unterstützung
der Magensäfte und Stärkung der Nerven" und "...wer
ein kleines Gärtlein hat, soll darin haben einen Salbeistock, einen
Wermutstock und einen Enzianstock."
Das Homöopatikum
Gentiana lutea ist ein gutes Stomachikum und Stimulans bei Appetitlosigkeit,
Gastropathien, skrofulöser Magen- und Darmschwäche, Völlegefühl
und gichtisch-rheumatischen Magenschmerzen. Auch bei Meteorismus mit berührungsempfindlichem
Leib sollte an Gentiana lutea gedacht werden.
Bei häufig mit Enteroptose verbundener Hyperacidität gibt Gentiana
D 2 im Wechsel mit Nux moschata D 6 gute Besserung.
Dosierung: D 1 bis
D 3
Wissenswertes
Gentiana lutea ist Hauptbestandteil des Enzianschnapses und nicht, wie
meistens angenommen, der Blaue Enzian!
Am 15. 10.1975 erschien
eine Wohlfahrtsmarke mit der Abbildung des Gelben Enzians
(Michel-Nr. 510)
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Kein Eintrag
Zusammensetzung
Therapeutische Anwendung
Dosierung
Bereits besprochene Mittel finden Sie im Archiv >>>
Zum Thema Cholesterin
(u.a. Podophyllum kplx Tr Nestmann) >>>
Homöopathie:
Wie werden Globuli hergestellt?
Globuli (Einzahl: Globulus - Kügelchen) oder Streukügelchen
bestehen aus Zucker. Sie werden mit der potenzierten Lösung besprüht
und dann unter Luftzufuhr getrocknet. Nach der Trocknung werden sie in
Glasgefässe abgefüllt.
Wie
nimmt man homöopathische Mittel am besten ein?
Welche Art von Einnahme gibt es überhaupt?
Es gibt: Globuli, Tropfen, Tabletten und Ampullen.
Wichtig ist bei sämtlichen hömöopathischen Mitteln,
dass man sie im Mund zergehen lässt, da sie hier besonders gut
resorbiert werden. Alkoholhaltige Mittel können in etwas stillem
Wasser eingenommen werden, da man dann den Alkoholgeschmack und die
Schärfe nicht so auf der Zunge spürt.
Homöopathika wirken über die feinstoffliche Ebene.
Das bedeutet: Möglichst nie zusammen mit der Ernährung oder
während der Mahlzeiten einnehmen, sondern immer getrennt von
den Mahlzeiten. Faustregel:
Ca 10 Minuten vor einer Mahlzeit oder eine
halbe Stunde danach. |
Das
Archiv enthält nur die Einträge ab dem Jahr 2009. Sämtliche
Einträge der früheren Jahre 2000 - 2008 wurden nicht übernommen.
Dietrich
Volkmer, Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen
Praxis, Spitta-Verlag 2007, ISBN 978-3-938509-45-6, 39.80 EUR, 298
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Homöopathie
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