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Nadelstiche-Kolumne
Das Archiv enthält nur die Einträge ab dem Jahr 2009. Sämtliche Einträge der früheren Jahre 2000 - 2008 wurden nicht übernommen.

Viele der Beiträge sind oft nur aus dem zeitlichen Kontext heraus verständlich.

Juli 2010

Spätpubertäre Physiker-Anwandlungen

Als normal und praktisch denkender Mensch ist es manchmal erlaubt, nach dem Sinn von Forschungen zu fragen.
Geht es um einfache Beschäftigungstherapie? Oder geht es darum, Forschungsgelder zu verpulvern, die sonst nicht oder nicht mehr gewährt werden würden? Oder muss man beweisen, dass man noch da ist und eine angeblich sinnvolle Tätigkeit ausübt?
Diese Frage stellte sich auch mir - und nicht nur mir - nach dem Sinn des gewaltigen unterirdischen Rings von 27 Kilometer Länge, der in Genf als LHC (Large Hadron Collider) gefeiert wird.
Beginnen wir einmal ganz prosaisch - obwohl es manchem Leser als Vergleich nicht gefallen wird:
Pubertierende Jugendliche haben auch so manche Illusionen. Meistens geht es um Geschwindigkeit. Wenn sie dann im Führerscheinalter sind, toben sie sich in der Geschwindigkeit von Autos aus. Die Vielzahl verunglückter Jugendlicher, z.B. nach Disco-Besuchen, wenn man ohnehin so richtig aufgeheizt ist, spricht eine deutliche Sprache.
Das Problem bei diesen Dingen ist: Man identifiziert sich mit dem Auto, seinen PS und seiner Geschwindigkeit, merkt aber nicht, dass man selbst eventuell ein Lahmer ist.
Kann es sein, dass ähnliche Gedankenmuster in den Gehirnen der Teilchenphysiker am CERN in Genf herumspuken?
Denn was tun die da eigentlich?
Sie schiessen mit bis dato unerreichter Energie Protonen in diesem Ring aufeinander und freuen sich, wenn die sich treffen und bei diesem Aufprall eine Unmenge neuer, kleiner Partikel entstehen.
Dann faseln sie herum von einer Simulation des Urknalls im Labor!
Welch eine Vermessenheit! Welch eine Hybris!
Fast erinnert dies an die biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel, als die Menschen versuchten, mit materiellen Mitteln sich Gott zu nähern.
Als könnten Menschen dieses einmalige, rätselhafte, ungeklärte, geheimnisvolle Ereignis der Schöpfung dieses Universums, das unter anderen auch uns Menschen hervorgebracht hat, simulieren.
Sie suchen bei ihren Schiess-Übungen nach einem geheimnisumwitterten Teilchen, dem Higgs-Teilchen, das der gängigen Theorie zufolge den Elementarteilchen ihre Masse verleiht.
Meistens endet dieses Suchen wie das Hornberger Schiessen.
Hat man etwas gefunden ergeben sich neue Fragen und man muss noch stärkere und grössere Versuchsanordnungen bauen, die der Steuerzahler mit seinen Geldern finanzieren muss.
Nein, gebt diesen Jungs mit ihren verrückten Plänen keinen Euro mehr.
Sie erzeugen nur Zerstörung - aber sie nennen es Analyse.
Sie jubeln wie kleine Kinder, wenn sie ins Schwarze getroffen haben.
Geschwindigkeitsrausch und Zerstörung.
Womit wir wieder am Anfang wären.

Mai / Juni 2010

Der griechische Patient

In vielen Entwicklungsländern streben die Absolventen von Schulen, Hochschulen und Universitäten so schnell wie möglich in die Alimentation durch den Staat.
So lässt es sich gemütlich aushalten und die ein normales Verwaltungsleben und den Bürger lähmende behindernde Bürokratie weitet sich extrem aus.
Ist man erst einmal auf diese Art und Weise abgesichert - lebenslang wie man glaubt - erlischt in den meisten Fällen auch die positive Kreativität und macht einer Bequemlichkeit Platz.
Eine weitere negative Auswirkung hat zusätzlich die fatale Ausübung pseudostaatlicher Macht, indem man von denjenigen, für die man eigentlich als Staats-"Diener" da sein sollte, Sach-, Geld- oder auch sonstige Leistungen als Spende, die da Bestechung heisst, verlangt.
So wird einer Korruption durch Staatsdiener Tür und Tor geöffnet.
Und weil es alle machen, schaut keiner richtig hin oder will nicht hinsehen.
Diese Schattenwirtschaft erreicht in manchen Ländern ungeheure Ausmasse.
So auch in Griechenland.
Abgesehen von einigen griechischen Worten, die der eine oder andere Urlauber mit nach Hause bringt, hat in Deutschland das Wort "fakelaki" die Runde gemacht.
Diese Verniedlichungsform - die Appendix "aki" ist stets eine Verkleinerungsform - bedeutet "kleines Kuvert" oder "kleiner Umschlag", den man dezent über oder unter dem Tisch dem Gegenüber zuschieben muss, um irgendeine Leistung zu erhalten.
Man las, dass in Griechenland im Durchschnitt jeder Grieche im Jahr rund 1400 Euro auf diese Art und Weise weitergibt.
Um die Führerscheinprüfung zu bestehen, um einen Arzttermin zu ergattern, um eine Bescheinigung zu bekommen usw usw.
Nun scheint diese lang währende Unart der Griechen etwas ins Gerede gekommen zu sein. Denn Griechenland hat sich durch diese Misswirtschaft quasi in den Konkurs gewirtschaftet.
Was machen die meisten Menschen in einem solchen Zustand?
Sie suchen die Schuld bei anderen.
Deutschland ist zur Zeit einer der oft erwähnten Buhmänner in Griechenland, und das nur, weil die Bundeskanzlerin zögert, das sauer verdiente Geld der Bundesbürger in ein Fass ohne Boden zu werfen.
So wies Prof. Sinn jetzt darauf hin, dass man dieses Geld - das je eine Art Kredit sein soll - wohl nie wieder sehen würde. Wenn man sich die Milliarden-Zahlen vor Augen hält, dann dürfte jedem klar sein, dass diese Schulden niemals zurückzuzahlen sind.
Ist denn der EU-Verfassung ein staatlicher Offenbarungseid vorgesehen?
Und was passiert mit all den Kreditgebern, die das Geld abschreiben können.
Das Paradoxe in dieser Situation ist, dass andere Länder wie Spanien, Portugal (selbst als unsicherer Kantonist eingestuft), Irland und Italien auch bei einem Kredit an Griechenland mitmachen müssen, obwohl ihnen auch das Wasser bis zum Hals steht.
So mancher Warner hatte recht: Hätten wir unsere Deutsche Mark noch, hätten wir einige Probleme weniger.
Das Umtauschen an griechischen Flughäfen in Drachmen wäre eines der geringsten Probleme.

April 2010

Frisst uns Brüssel-Europa auf?

Einmal sprach der ehemalige Currywurst-Liebhaber aus seinem und aus unserem Herzen, als er sagte: "Die in Brüssel verbraten unser Geld."
Diese wohl ehrliche Meinung musste er wohl aus Gründen der Räson wieder zurücknehmen oder zumindest dämpfen.
Wenn man jetzt neue Zahlen liest und bedenkt, wie sorglos man in Brüssel mit dem sauer verdienten Geld der Steuerzahler umgeht und wenn man weiter bedenkt, dass in Brüssel nicht gerade eben die fähigsten Köpfe sitzen (in Strassburg scheint es ebenso zu sein), dann fragt man sich in der Tat: Müssen die so viel Geld verdienen und sich gegen alles Mögliche absichern?
Muss Zweit- und Drittklassigkeit so hoch honoriert werden?
Oder ist es gar - das wäre fatal - so etwas wie eine Abschiebe-Belohung, damit die im eigenen Land nicht noch mehr Unsinn durch Unfähigkeit machen?
Der Deutsche (wahrscheinlich nicht nur die Deutschen) hat ohnehin eine distanzierte Meinung zu dieser aufgeblähten Bürokratie. Bedenkt man weiter, dass die neu eingerichtete Aussenbehörde, die aber den Titel EU-Aussenministerium nicht tragen soll oder darf, wieder mit einer Unzahl von Bürokraten bestückt wird, dann muss man sich weiterhin fragen: "Haben die alle etwas zu tun oder halten die sich wieder verkrampft am Schreibtisch fest, um den Feierabend nicht verpassen.
In der "Welt" vom 29.3.10 schreibt Cr. B. Schiltz über die Perversitäten der 45.000 (!!!) EU-Beamten bzw besser gesagt über fast perverse Regelungen. So besteht eine Reisekosten-Pauschale für 45 Millionen EUR. Die Ämtler bekommen für eine Reise ins Heimatland bis zu sechs Tage Sonderurlaub und eine pauschale Kostenerstattung für die ganze Familie, auch wenn sie die Reise gar nicht antreten. Jedes Kind von Brüssseler EU-Beamten, das ausserhalb von Belgien an einer normalen Hochschule studiert, jeden Monat knapp 500 Euro vom europäischen Steuerzahler bis zum 26. Lebensjahr. Kosten pro Monat mehr als 1.5 Millionen Eur.
Was soll der Einzelne dagegen tun?
Machtlos steht oder sitzt er in seinem Heimatland und fragt sich, warum.
Es müsste eine Erfindung geben, so einen Radikal-Besen, der mit einem Mal den ganzen EU-Unsinn vom Tisch oder aus Brüssel hinwegfegen könnte. Aber wohin?
Bloss nicht in ein anderes Land.
Wie wäre es mit der Mülltonne, die auf jedem Computer auf dem Begrüssungs-Bildschirm zu sehen ist?
Und dann noch einmal gründlich mit einem Stark-Entmüllungs-Programm nachkehren.

März 2010

Die griechische Tragödie

Was mag in den Griechen vorgehen, wo man jeden Tag in allen Zeitungen und auch in allen Wochenmagazinen etwas Negatives über ihre finanzielle Situation lesen kann.
Ist es Protest? Ist es Verzweiflung? Ist es Groll? Ist es Resignation? Ist es weiter so?
Kann man diese Spuren bis ins frühe Hellas verfolgen?
Sind das noch Rest-Wehen aus odysseeischer Tradition, den Homer ja als den Listenreichen bezeichnet hat?
Wohl kaum, denn diese Alten Griechen, die uns das Alphabet (aus dem Hebräischen Aleph Beth Gimel Daleth) mit der Schreibung von links nach rechts geschenkt haben, die die Basis für die Philosophie geschaffen haben, die grazile Baukunst, epische und tragische Dichtung und Demokratie geschaffen haben, die so etwas waren wie ein aufgehender Stern am Himmel Europas, die sogar unserem Kontinent den Namen verliehen haben - die gibt es nicht mehr.
Aus den alten Zeiten Homers, Hesiods und der Dichterin Sappho ist nicht allzu viel in die Neuzeit transportiert worden.
Zu viele
andere Volksstämme und Kulturen sind über das alte Hellas hinweggezogen. Erst waren es die Römer, die zwar die Kultur der Hellenen übernahmen (wer weiss, wenn es die Römer nicht gegeben hätte, ob dann soviel übrig geblieben wäre?), aber ein mehr kriegerisches Volk waren, dann war es Ostrom mit der Christianisierung, schlussendlich kamen für 400 Jahre die Türken, dann zogen Albaner etc ins Land, und wir Deutschen müssen uns auch gefallen lassen, dass wir im Zweiten Weltkrieg ganz Griechenland unter Kontrolle hatten.
Hinzu kommt noch die Schmach, als nach dem Ersten Weltkrieg die Griechen die alte Heimat Ionien wieder erobern wollten und dann Hunderttausende Griechen aus ihrer alten Heimat vertrieben wurden.
Welch ein Schicksal!
Nach dem Krieg der Bürgerkrieg, dann die Obristen!
Jetzt allerdings machen sie was sie wollen und schaden damit dem Euro..
Der Euro wurde listig erschlichen. Die Statistiken gefälscht.
Der Staat wird als lästige Eintreibe-Institution angesehen oder als Melkkuh von den unendlich vielen Staatsangestellten, die vor lauter Langeweile und Nichtstun schon so früh in Pension gehen. Was machen sie dann: Sitzen in den Kafenions oder Tavernen und palavern über den Staat.
Hier brauchts einen Westerwelle, der die Dinge beim Namen nennt.
Man könnte sich das ganze auch aus der Ferne ansehen.
Aber können wir akzeptieren, dass Schlendrian, aufgeblähte Bürokratie und Faulheit mit dem sauer erarbeiteten Geld der Deutschen (man muss hinzufügen, das was dann nach all den sozialen Wohltaten noch übrig bleibt!!) unterstützt wird.
Das ist die eine Seite!
Aber es ist zwar nicht mehr so, wie zu Winkelmanns Zeiten, als es verklärt hiess, das Land der Griechen mit der Seele suchen: Wir fahren trotzdem wieder in die Ägäis, weil es einfach schön ist.
Wir versuchen einfach all das Negative zu vergessen und freuen uns auf einen schönen Sonnenuntergang in einer Taverne am Meer.

Nachtrag: Nach der Fertigstellung dieses Nadelstiche-Beitrags den "Focus" gelesen. Ein bischen hart und teilweise unfair ist er schon.

Der Athener Bürgermeister Nikitas Kaklamanis rief in einer Erklärung "Kulturmenschen in aller Welt" dazu auf, gegen die aktuelle Titelseite des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus" zu protestieren. Darauf ist die griechische Statue der Venus von Milo zu sehen, die dem Betrachter einen Stinkefinger zeigt. Daneben steht "Betrüger in der Euro-Familie - Bringt uns Griechenland um unser Geld...?".

Februar 2010

Nichts Neues aus der Anstalt

Es ist zweifelsohne die Aufgabe (sonst geht ja auch keiner hin oder es schaltet keiner ein) des Kabaretts, auf Dinge im Umfeld der Menschen auf seine Art und Weise hinzuweisen.
Dass es auf humorvolle Art und Weise geschehen soll, gilt als selbstverständlich.
Allzuviel Ernst würde die Zuschauer und Zuhörer nur vergraulen oder zum Zappen veranlassen.
Es gab mal eine Zeit im anderen deutschen Staat, der im Jahr 1989 seine Existenz aufgab, als Kabarett die Möglichkeit war, gewisse Umstände in einer Diktatur so subtil darzustellen, dass der gescheite Zuhörer wusste, um was es ging, aber die allzeit anwesenden Stasispitzel es nicht verstanden oder es gerade noch als tolerabel empfanden.
Eine kabarettistische Grauzone quasi, in der man sich nolens volens einquartieren musste.
Denn eines zeichnet alle autoritären System vor allem aus: Es ist die Humorlosigkeit.
Witze über ihr System werden zutiefst als Beleidigung und Verunglimpfung des Regimes betrachtet.
Und alle Diktaturen haben weiterhin eine Schutzmaxime, die da heisst: Wehret den Anfängen. In jeder Hinsicht.
Erlaubt ist im Prinzip nur das durch den Kakao (meistens ist er nicht lieferbar) ziehen des Klassenfeindes.
Aber darüber lacht selten jemand. Höchstens pflichtschuldig die Trittbrettfahrer, die ihren Sold aus eben diesen Staatsverhältnissen beziehen.
Nun, die Zeiten sind vorbei, und heutzutage wird recht aggressiv und fast schon beleidigend mit deutschen Führungspersonen umgegangen.
So auch in der Sendung "Neus aus der Anstalt".
Da springt so ein rumpilzstilzchenähnliches Subjekt mit elektrisiert hoch stehenden Haaren auf der Bühne herum und hat nichts Originelleres zu tun, als sich über die deutsche Bundeskanzlerin zu mokieren.
Ja, fällt dem nichts Besseres ein als immer wieder diese alberne Imitation der Aussprache der Kanzlerin?
Gibt es denn wirklich nichts anderes zu karikieren als eben diese Frau.
Das grenzt ja schon an kabarettistische Einfallslosigkeit und Langweiligkeit:
Dabei sollte sich Kabarett gerade durch Einfälle und Originaliät auszeichnen.
Beim letztenmal war es besonders ausgeprägt.
Die beiden Gäste mit Migrationshintergrund hatten wenigstens Einfälle, über die man sich amüsieren konnte.
Ähnliches wäre mit Sicherheit den anderen Anstaltsbewohnern ans Herz zu legen.

Polit-Gesindel

Schaut und hört man zur Zeit in Richtung Berlin, so sträuben sich einem die Nackenhaare. Lauter Neidhammel und Polit-Winzlinge sind angetreten, um sich am Thema Kunduz aufzuwärmen.
Es gilt nur noch (für diese Wichtigtuer jedenfalls) aufzuklären, wer wann wo und ab wann etwas gewusst hat.
Die Soldaten in Kunduz reiben sich voller Unverständnis die Augen. Unsere Soldaten tragen dort gegen einen einheimischen Feind ihre Haut zu Markte - das wird aber von den eben erwähnten Streitssüchtigen in keinster Weise berücksichtigt.
Denn: In Afghanistan ist Krieg.
Krieg zwischen unseren Soldaten, die eigentlich zum Schutz der Bevölkerung angetreten waren und um Aufbauhilfe zu leisten, und einem partisanenähnlichem Feind.
Das Helfen wird nun zunehmend von den fanatischen Taliban unterbunden, die einen grossen Vorteil haben: Sie sprechen die Sprache der Bevölkerung und können von Fremden, eben unseren Truppen, ohne weiteres nicht von harmlosen Afghanen unterschieden werden.
Daher ergibt sich die Frage: Waren das bei dem Tanklastzug-Angriff tatsächlich - neben den eigentlichenTaliban - Zivilisten oder Sympathisanten?
In einer Fernseh-Sendung erklärte ein deutscher Soldat, der in Afghanistan war, dass wir das nicht unterscheiden können und dass sich die Taliban das zu Nutze machen.
Wenn unsere Neunmalklugen - die offenbar überhaupt noch nicht registriert haben, was da am Hindukusch läuft - einmal nachdenken würden, was wohl passiert wäre, wenn diese Tanklastzüge gegen das deutsche Lager eingesetzt wären, dann würden sie wohl anders denken. Oder sie würden wieder einen Grund suchen, herauszufinden, wer wann und wo nicht richtig gehandelt hat.
Aber das behagt ihnen nicht, denn es gilt jetzt, einem deutschen Politiker, der sich für seine Soldaten einsetzt und Verständnis für deren Situation hat, eins auszuwischen. Er kam einfach zu schnell hoch und die Deutschen mögen ihn - endlich mal auch in Deutschland ein Ehepaar, das in der langweiligen Hauptstadt der Farblosen etwas Farbe spriessen lässt. Und er ist intelligent und zudem nicht schwul.
Weiterhin muss man sich fragen, was viele der Kritiker - die sich auf Steuerzahlerkosten breit machen und später horrende Pensionen kassieren - ausser Quatschen für unser Land geleistet haben.
Gewiss, jeder macht mal Fehler - zu Guttenberg ist noch jung und war neu im Amt und seine Absicht war gut. Aber daraus nun Rücktrittsforderungen zu machen - ein Irrwitz.
Jetzt noch der Untersuchungs-Ausschuss! - wie schön, dass die deutsche Sprache manchmal so eine herrliche Doppelbödigkeit aufweist. Noch mehr Gequatsche - wer fragt da eigentlich noch nach den Menschen, die unter Umständen in Gefahr gewesen wären?
Wer von diesen unseligen Kritikern hat sich einmal eingefunden, wenn die Särge toter deutscher Soldaten an Flughafen in Köln eintreffen?
Wer hat sich schon mal einen Stahlhelm aufgesetzt und ist - wie es jetzt ein Hauptfeldwebel in Kunduz formulierte - mit ihnen mal auf Feindfahrt gegangen.
Und noch etwas missfällt mir: Warum zeigt unsere Kanzlerin nicht endlich mal Zivilcourage und nimmt Stellung für zu Guttenberg und wartet nicht wieder, bis sie sich auf die Seite der angeblich Rechthabenden stellen kann.
Von Westerwelle, der um seine aussenpolitische Akzeptanz fürchtet, kann man kein hilfreiches Wort erwarten.
Weiter so Deutschland!
Bis noch mehr Wähler aus Verdruss ihre Wahlbenachrichtigungen in die Altpapiertonnen entsorgen!

Januar 2010

Pandora - Gedanken zum Beginn eines neuen Jahrzehnts

Zwei Aspekte sind es, die mich veranlassen, eine nachdenkliche Nadelstich-Kolumne zum Thema Pandora zu schreiben.
Einmal die wohl etwas verunglückte Klima-Konferenz in Kopenhagen, deren Ergebnis (was die Hauptverursacher anbetrifft) man mit einem Satz umschreiben kann: Bitte tut was - aber bitte nicht bei uns!
Der zweite Impuls kam vom Science Film Film "Avatar - Aufbruch nach Pandora", der im Grunde eine ähnliche Problematik aufweist. Auf dem fernen Planeten Pandora wollen die Menschen, nachdem sie ihre Erde wüst und zerstört hinterlassen haben, bestimmte Rohstoffe abbauen und sind dabei, die Umwelt zu zerstören und auch die Ureinwohner des Planeten, die Na'vi, aus ihren angestammten Revieren zu vertreiben. Bei diesem 3D-Film kommen so Gedanken an die Vertreibung der Indianer in Nordamerika oder an den Verlust des Regenwaldes in Brasilien hoch.
Wo kommt der Name Pandora her?
Ihr Name entstammt der griechischen Mythologie. Bekannt ist sie durch die Büchse (eigentlich ist es keine Büchse, sondern ein Krug - das erste ist ein Übersetzungsfehler).
Diese Büchse war eine Beigabe Zeus' an Pandora, eine von Hephaistos auf Weisung von Zeus erschaffene Frau (als Teil der Strafe für die Menschheit wegen des durch Prometheus gestohlenen Feuers), welche den Titan Epimetheus (Bruder des Prometheus) ehelichte. Zeus wies Pandora an, die Büchse unter keinen Umständen zu öffnen (Prometheus warnte seinen Bruder zudem davor, Geschenke von Zeus anzunehmen) doch – von Neugier überkommen – öffnete Pandora oder ihr Mann Epimetheus die Büchse trotzdem. Daraufhin entwichen alle Laster und Untugenden der Büchse. Von diesem Zeitpunkt an eroberte das „Schlechte“ die Welt. Zuvor hatte die Menschheit keine Übel, Mühen oder Krankheiten gekannt, und die Menschen waren außerdem – wie die Götter – unsterblich. Bevor jedoch auch elpis (gr.: „Hoffnung“) aus der Büchse entweichen konnte, wurde sie wieder geschlossen. So wurde die Welt ein trostloser Ort, bis Pandora die Büchse erneut öffnete und so auch die Hoffnung in die Welt liess.
Heute ist das „Öffnen der Büchse der Pandora“ der Inbegriff für das Stiften nicht wiedergutzumachenden Unheils.
Diese mythologische Geschichte scheint den Filmregisseur Cameron bewegt zu haben, dem Planeten
diesen Namen zu geben.
Denn in diesem Film bleibt die vage Hoffnung, dass das sogenannte Gute über das sogenannte Böse, in diesem Fall sind es die Erdlinge, siegt. Eine Hoffnung, die in Anbetracht der überwältigenden technischen Waffen der Eroberer den Ureinwohnern wohl keine Chance lassen kann.
Wenn überall über den Klimawandel reflektiert wird, steht die 2 Grad Erderwärmung wie ein Menetekel über allem. Gelingt es nicht, diese Grenze einzuhalten, droht der Erde Gefahr - Überflutungen, Hitze und Dürren, ja sogar ganze Inselgruppen und Landesteile drohen unter zu gehen.
Aber wie oben beschrieben, hat Pandora ihren Krug wieder geöffnet und auch die Hoffnung hat sich in die Welt vorgewagt.
Vielleicht ist sie stark genug, all die möglichen Übel zu besiegen.

Dezember 2009

Nur keine Polit-Stars !!

Alles was so in Brüssel passiert hat für den Aussenstehenden oft einen merkwürdigen Beigeschmack.
Abgesehen davon, dass man dort auf Sparmassnahmen wohl wenig oder keinen Wert legt (unser Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte wohl so unrecht nicht, als ihm einmal die Galle ehrlich überlief und er herausposaunte: "Die in Brüssel verbraten unser Geld!") gibt es noch einiges, das sanfter (also ganz vorsichtig!) Kritik Anlass gäbe.
Aber davon gleich weiter.
Stellen Sie sich, verehrte Leserin oder Leser, einmal vor, Sie wären der Inhaber einer grossen Firma mit diversen Tochter-Unternehmen. Der bisherige Leiter hat sich aus Altersgründen zurückgezogen und nunmehr sind Sie wohl oder übel gezwungen, sich einen fähigen Nachfolger auszusuchen.
Er müsste - gemäss der grossen Bedeutung Ihrer Firma - schon einiges an Fähigkeiten und Wissen mitbringen.
Als da wären: Führungsqualitäten, Ideen für Innovationen bzw ein gutes Händchen für die Auswahl von qualifizierten Leuten, gute finanzielle Planung und kommunikative Begabung. Er sollte Verhandlungsgeschick mitbringen und vor allem sollte er Beziehungen aufgebaut haben, denn die sind nun einmal für eine Firma überlebenswichtig.
Würden Sie jemanden einstellen, der auf allen diesen Gebieten bislang noch nichts unter Beweis gestellt hat und zudem eine unbekannte Grösse ist und zu guter Letzt bis dato nicht gerade durch Beziehungsfähigkeiten aufgefallen nicht.
Nun gut, es soll Optimisten - oder sagen wir es gleich ganz deutlich - Optimistinnen, die in der guten Hoffnung sind, dass mit den Ansprüchen an eine Position auch die Fähigkeiten steigen werden.
Aber das ist ein sogenannter Zweck-Optimismus - oder ist es gar Verlegenheitsoptimismus?
Wie dem auch sei, in Brüssel hat man gewählt.
In der Welt sind beide gewählte Kandidaten unbeschriebene Blätter - dabei sollen sie doch für einen angeblich zusammenwachsenden (alten) Kontinent sprechen, der sich als gleichwertiger Partner zu den neuen Grössen der Welt zeigen will.
Der belgische Ministerpräsident Herman van Rompuyist der erste ständige Ratspräsident und die britische EU-Handelskommissarin Catherine Ashton avanciert zur Hohen Vertreterin für Aussen- und Sicherheitspolitik.
In einem Land wäre das in Kurzform: Ministerpräsident und Aussenminister.
Der für seine spitze Zunge bekannte Fraktionsführer der Sozialisten im Europa-Parlament Martin Schulz dazu: "Der Ausdruck dessen, was in der EU derzeit möglich ist!"
Knapp formuliert, aber resignierender geht es nicht.
Dabei standen Personen / Persönlichkeiten zur Auswahl, die sich auf diesen Parketts durchaus Meriten erworben haben, zB der Brite Tony Blair oder der Luxemburger Jean-Claude Juncker, auch der Deutsche Joschka Fischer stand mal zur Debatte.
Sie allen hatten keine Chance.
Warum?
Weil die Führenden in Europa, Sarkozy, Merkel und auch Brown in einmütiger Übereinstimmung keine Führungspersönlichkeiten vor der Nase haben wollten.
Zu Lasten Europas entschied man sich für die Mediokrität.
Aussage einer amerikanischen Führungspersönlichkeit nach dieser EU-Wahl: "Who the hell is that!"
Man muss sich vorstellen, es geht um Verhandlungen. Mit den Amerikanern (deren harte und rücksichtslose Art zu verhandeln haben wir beim Thema Opel gerade kennen gelernt!), mit den Arabern, mit den Israelis (harte Burschen!!), den Iranern (zäh wie Kaugummi), mit den Russen und schliesslich mit den Chinesen.
Schaut man sich unsere beiden Kandidaten an: Van Rompuy würde sich sehr gut als lieber Weihnachtsmann machen, wobei er die Rute wohl meistens im Sack stecken liesse. Und die Britin - als Kindergärtnerin wohl tauglich, aber nicht bei schwierigen Kindern.
So halten die Chefs in Berlin, Paris und London weiter die Geschicke in ihrer Hand und haben für alle Fälle Galionsfiguren in Brüssel sitzen. Nur kein Risiko eingehen.
Der "Spiegel" titulierte es sehr treffend: Wenig Feind, wenig Ehr.

November 2009

Die BH-Polizei

Man wird sich fragen, was das nun wieder bedeutet. Gibt es eine neue Form der Polizei in unserem Land.
Mitnichten!
Sie können beruhigt sein, die Bundesregierung schafft keine neuen Kosten-Verursacher.
Diese exotische Polizei treibt woanders ihr Unwesen - wenn man diese Tätigkeit mal ganz salopp so bezeichnen kann.
Im Rahmen der Extrem-Islamisierung spielen sich in manchen Ländern die skurrilsten Einfälle männlicher Islamisten ab, die weitestgehend auf dem Rücken der weiblichen Bevölkerung ausgetragen werden, die ohnehin in eine Befehlsempfänger-Rolle abgedrängt ist. Man kann es auch als eine Art maskuliner Terrorismus bezeichnen.
Vor kurzem las man in der Presse, dass in einem afrikanischen Islam-Land eine Gruppe von Frauen zu Peitschenhieben verurteilt wurden, von männlichen Religiosnwächtern versteht sich, da sie sich getraut hatten, Hosen zu tragen. Alle nahmen das Urteil an, bis auf eine, die sich einen Anwalt nahm und vor Gericht zog.
Aber es wird immer bizarrer!
Jetzt erschien in einer Zeitung aus dem Frankfurter Raum die Mitteilung, dass in Somalia eine islamistische Bewegung Jagd auf Frauen macht, die einen Büstenhalter tragen.
Laut Angaben von Augenzeugen suchen maskierte und bewaffnete Männer (wer auch sonst!) gezielt nach Frauen, die offenbar einen BH tragen und lassen sie öffentlich auspeitschen.
Jetzt aber kommt das Pervers-Gemein-Primitive.
Bevor die Frauen ausgepeitscht worden sind, mussten sie ihren BH ausziehen und die Brüste schütteln.
Die Männer meinen, die Brüste müssten natürlich aussehen.
Nun kann man sagen, das ist ja weit weg!
Man kann nur wünschen und hoffen, dass es Angehörige des weiblichen Geschlechts auch in diesen Ländern gibt, die den Mut und die Kraft haben, diesem maskulinen Terror ein Ende zu bereiten.
Aber wenn man sich vorstellt (dem Herrn Theo Sarrazin sei für seine Einwürfe gedankt), dass sich in unserem Land die muslimische Bevölkerung dank ihrer hohen Vermehrungsquote und mit den islamistischen Tendenzen weiter ausdehnt: Wer befreit unser Land von ähnlichen Tendenzen in den Jahren ab 2040 / 2050.
Eine grauenvolle Vorstellung; Massen von Frauen in diesen furchtbaren Verkleidung mit Kopftuch etc.
Es ist kaum vorstellbar, dass dies im Sinn der menschlichen Evolution notwendig und sinnvoll ist.

Oktober 2009

Nenne mir deinen Namen ....

Und ich sage dir, welche Berufsaussichten du hast.
Folgt man dem Urteil eines Lehrers, so ist der Name Kevin eher eine Diagnose als ein Name.
Was soll man davon halten?
Zugegeben, wir leben in einer Zeit, in der das Anglo-Amerikanische durch das Internet und auch durch sich global-wichtig tuende Banker und andere Geld-Konsorten immer verbreiteter ist und wird.
Es ist schade um unsere deutsche Sprache, wenn sie mit solchen Denglizismen verseucht wird. Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine, die Süddeutsche und auch die Zürcher Neue Zeitung tun gut daran, sich als Speerspitze gegen die Vereinnahmung unserer Muttersprache, die Sprache unserer Dichter und Denker, durch eine fremde Sprache zu wehren.
Die Franzosen sind in dieser Hinsicht etwas rigoroser, auch wenn es oft überzogen, ja fast überheblich ist.
Aber sollte jetzt diese Überfremdung sich auch noch in der Namensgebung unserer Kinder fortsetzen.
Muss es sein, dass deutsche Kinder mit solchen Namen wie Roger (wie soll man das eigentlich aussprechen - Rodscher oder Roger?) oder Maik / Mike von ihren Eltern durchs Leben getrieben werden?
Einer Studie zufolge haben Grundschullehrer Vorurteile gegen bestimmte Namen. Sie stufen manche Kinder allein wegen ihres Namens als verhaltensauffällig ein.
Einen ganz schlechten Ruf haben die Mädchen mit den Namen Angelina, Chantal oder Mandy. Bei den Jungen sind es Marvin, Justin oder aber dieser unsägliche Name Kevin.
Viel besser weg kommen Mädchennamane wie Sophie, Charlotte oder Alexandra. Bei den Jungen sind es Maximilian, Alexander oder Leon.
Nun können Kinder nichts für ihre Namen, denn die sind ihnen nun mal von ihren Eltern verabreicht. Aber man muss sich allen Ernstes fragen, was veranlasst die Erzeuger, den Sprösslingen Namen von anglo-amerikanischen Filmschauspielern oder Fussballern zu geben.
Sollen die Kinder eventuell in die Fussstapfen dieser oft fragwürdigen Vorbilder zu treten?
Kann man unter Umständen an der Intelligenz der Eltern zweifeln?
Und haben die Lehrer nicht - auch wieder unter Umständen - Recht, wenn sie von der altbekannten These ausgehen, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt?
Und ein weiteres Dilemma kommt auf die Kinder zu: Es könnte angehen, dass bei der späteren Berufsauswahl das Denken der Lehrer nachhaltig in die Köpfe derjenigen eingegangen ist, die für die Einstellung oder die Lehre verantwortlich sind.
Somit hätten die Eltern diesen Kindern bei der Geburt einen Bärendienst erwiesen, der den Kindern im späteren Leben nur von Schaden sein kann.
Aber um ehrlich zu sein: Auch ein typisch deutscher Namen wie Friedrich oder Karoline ist noch lange keine Garantie für einen hohen Intelligenz-Quotienten.
Jedoch kann es im Leben das Überspringen mancher Hürde - was immer das sein mag - leichter machen.

September 2009

Ulla und ihr Dienstwagen

Was so ein Diebstahl alles auslösen kann. Zumindest auf der Ebene, wenn es sich um eine gestandene Ministerin handelt, die offenbar ihre Vitalität und ihre Aachener Fröhlichkeit in den Auseindersetzungen mit der Ärzte-Lobby nicht verbraucht hat.
Da wird ein Dienstwagen entwendet, der augenscheinlich nutzlos herumstand, obwohl ein Fahrer exta diese gepanzerte Dienstkarosse bis nach Spanien herunterfahren musste und dabei noch einen Passagier mitnahm.
Wer hat eigentlich die Hotelkosten von fahrer und Kind bezahlt?
Sonst wäre diese jahrelange Vergeudung von Steuergeldern nie ans Tageslicht gekommen.
Und so kommt es der SPD alles andere als gelegen, dass so kurz vor der Wahl eine solche Peinlichkeit an die Öffentlichkeit gelangt und von allen Zeitungen und Periodika genüsslich ausgeschlachtet wird.
Flugs revanchiert sich die SPD und die Opposition durch eine Anklage wegen einer Geburtstagsfeier des Deutsche-Bank-Chefs Ackermann im Kanzleramt, das dieser - so der Kommentar im Fernsehen - aus Naivität und Eitelkeit in einem Interview ausplauderte.
Frau Merkel wird sicher sauer sein.
Es berührt den Steuerzahler, gerade in diesen schlechten Zeiten, immer ungewöhnlich stark, wenn es sieht, wie sorglos mit seinen mühsam erarbeiteten Steuergeldern umgegangen wird.
Selbst wenn es nicht Millionen sind - es reicht, wenn es schon Tausende sind.
Im Südwesten des Landes nennt man es ein "Geschmäckle".
Würde der Normalbürger ähnlich verfahren und neben seinem Flug (hoffentlich ist der von Ulla privat bezahlt!) noch einen Wagen herunterfahren lassen, um dort einen Drucker und ein Fax zur Hand zu haben - das Finanzamt würde ihm einen dicken Strich durch die Rechnung machen.
Frau Schmidt nahm nur zwei Auftritte in ihrer Eigenschaft als Ministerin wahr - da hätte es ein Leihwagen allemal getan.
Und dass dazu noch ein nicht gerade interessantes Bild für über 3000 Euro einer Freundin von ihr in ihrem Büro hängt - aus Staatsmitteln bezahlt - das macht das ganze noch unerfreulicher.
Nichts ist so fein gesponnen, es kommt doch an das Licht der Sonnen.

August 2009

Ach du dickes Deutschland

Der Wohlstand in Deutschland ist unübersehbar. Nicht nur bei den Autos, nein, bei einem ganz anderen Phänomen, dem zunehmenden Volumen vieler Bundesbürger. Wer sich heute in die Einkaufsmeilen und Einkaufszentren begibt, kann es nicht übersehen. Deutschland nimmt zu - leider nicht an geistiger Kapazität, sondern vielmehr an Gewicht.
Viele Mediziner, Ernährungsberater und Psychologen haben sich des Problems angenommen, aber wie neulich einem Bericht in der Ausgabe "Natur und Wissenschaft" der FAZ zu entnehmen war, ist es eine wahre Sisyphos-Arbeit. Denn Abnehmen erfordert Disziplin und persönlichen Einsatz. Damit tun sich viele Menschen hier bei uns in der heutigen Zeit doch sehr schwer. Es ist doch viel einfacher über seine Beschwerden zu klagen als selbst die Initiative zu ergreifen.
Wer glaubt, dieses Phänomen sei auf ältere Menschen beschränkt, der irrt ganz gewaltig. Denn es geht schon im Kindergarten los.
Vor kurzem stand ich an einer Fussgänger-Ampel, wobei eine Gruppe Kinder aus einem Kindergarten mit Betreuern die Strasse überquerte.
Was ich bisher nie beobachtet hatte: Einem Teil der Kinder fehlte die quirlige Beweglichkeit der Kindheit. Sie bewegten sich schwerfällig, einige etwas Korpulentere watschelten regelrecht über die Strasse.
Sofort begannen meine Gedanken zu kreisen. Was soll aus diesen Kindern später mal werden? Und warum sind sie so dick und unbeweglich?
Haben die Eltern hier versagt, indem sie den Wünschen der Kinder nachgaben und ihnen elektronische Spielzeuge kauften, die zwangsweise zur körperlichen Immobilität führen. Und als Zugabe noch jene Nahrungsmittel, die bequem zu kauen sind und die dafür vorgesehenen Werkzeuge im Mund kaum strapazieren?
Dicke Kinder laufen in Gefahr dicke Erwachsene zu werden. Sportliche Vorzeigesymbole werden sie wohl kaum. Die Anglo-Amerikaner haben dafür ein ins Deutsche nur schwer transferierbares Wort: Couch-Potatoes.
Mit allen Folgen einer Wohlstandsgesellschaft wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthrose und Gicht.
Nicht umsonst sind die Wartezimmer der Ärzte so voll mit Trägern selbst verursachter Erkrankungen. Man schaue sich auch einmal in den typisch deutschen Restaurants um, die grosse Portionen anbieten. Viele der Gäste mit den grossen Portionen sind alles andere als beweglich, sondern humpeln, beweglich eingeschränkt, durch das Wirtshaus.
Wer soll sie beraten?
Die meisten Ärzte verstehen selbst nichts von Ernährung. Denn im Staatsexamen ist es kein Prüfungsfach. Also können sie auch nichts weitergeben.
Somit kommen in den nächsten Jahren gewaltige Folgekosten auf die Versicherer zu. Und wer muss es bezahlen? Die Gesamtheit der Versicherten.
Für die junge Generation von heute nicht eben verlockend! Besonders wenn sie sich ernährungsbewusst und sportlich aktiv verhalten.
Nicht nur die Renten-Beiträge werden steigen, auch die Krankenkassenbeiträge.
Armes, dickes, wohlbeleibtes Deutschland!

Juli 2009

Le Petit Homme de la Grande Nation

Kleine Männer brauchen offenbar grosse Auftritte. Nicht anders ist es zu verstehen, dass der französische Präsident die Abgeordneten nicht in ihrem normalen Umfeld mit seiner Rede zur Zukunft Frankreichs berieselte, sondern ganz Staatsmann in der Folge von Ludwig XIV nach Versailles in den grossen Spiegelsaal herbeirief.
Selbst de Gaulle hat derartiges nach meinem Wissensstand nicht gemacht.
Grüne und Kommunisten sträubten sich gegen diesen Auftritt und blieben einfach der Veranstaltung fern.
Die Sozis, noch immer mit der Euro-Wahlschlappe im Genick, schwiegen - als Boykott wie sie sagten, dabei fehlt ihnen einfach eine Führungsfigur.
Nicht als Nachfolger des Sonnenkönigs kann man ihn ansehen, aber der Titel "Schuldenkönig" würde ganz gut zu ihm passen.
Denn die Rede war eine Ohrfeige für den Rest Europas. Die Verträge von Maastricht wurden zu Makulatur.
Frankreich fällt in eine ungehemmte Schuldenfalle. Mit so viel finanziellen Wohltaten kann man zwar Wähler von der linken Seite eventuell auf seine Seite ziehen, aber was das für die Nachkommen, die jungen Steuerzahler in Zukunft bedeutet, scheint Sarkozy ziemlich schnuppe zu sein.
Deutschland versucht den notwendigen Schuldenberg zu begrenzen - immerhin eine Konzession an die Folgegenerationen.
Sämtliche französischen Wohltaten der Zukunft werden also auf Pump finanziert. Das Haushaltsdefizit der Grande Nation steuert auf 7.5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu - wo bleiben da die Maastricht-Kriterien?
Werfen wir mal einen Blick über die Grenze nach Westen. Das Renteneintrittsalter liegt bei sechzig Jahren - welch ein Unterschied zu unserem, das auf 67 Jahre angehoben werden soll. Dabei wäre eine Verlängerung der Beitragszeiten zwingend notwendig.
Ob der Strahlenkranz, den er sich selbst aufgesetzt hat, in Bälde nicht grau werden könnte. Gibt es denn in Frankreich niemanden, der über das Heute hinausschaut und den selbstherrlichen Auftritt in Frage stellt.
Wie soll Europa in Zukunft funktionieren, wenn die Gallier ihrem kleinen Asterix weiter folgen? Oder will er sich bei Obama, wie schon einige Male versucht, einschmeicheln?
Es ist ein Jammer, dass wir mit dem Euro mit dran hängen.
Oder sollten wir doch die alte gute Deutsche Mark wieder einführen?
Wir haben noch etwas aufgehoben.
Für alle Fälle
Vielleicht reicht es bei dem Kleinen am Ende seiner Amtszeit zu einigen reuevollen Worten.

 

Juni 2009

Der englische Patient
Bei den Deutschen hat sich im Grossen und Ganzen die Vorstellung gehalten, dass die Engländer eine gute Beziehung zu dem haben, was man (schlecht ins Deutsche zu übersetzen) allgemein als Fair Play bezeichnet.
Viele deutsche Soldaten, die in englischer Kriegsgefangenschaft waren, bestätigen diese Einstellung im Gegensatz zu den Franzosen. Die Russen sollen erst gar nicht erst erwähnt werden.
Nun, Fair Play erwartet man auch auf dem Fussball-Platz, zumindest von den Spielern - die englischen Fans wiederum sind wohl ein Kapitel für sich, aber die gibt es in jedem Land.
Nun durchzieht ein Skandal die Insel. Die politische Klasse scheint das Wort Fair Play offenbar noch nie zu Ohren bekommen zu haben und bereichert sich schamlos auf Kosten der Steuerzahler.
Kaum ist die erste Aufregung über die ausufernde Gier der Banker einigermassen verstrichen, durchzieht eine gewaltige Empörung das Wählervolk.
Es gibt in England offenbar eine Regelung, dass für durch die Anwesenheit in London notwendige Aufwendungen für ein Zweithaus oder eine Zweitwohnung bis zu einer Höhe von rund 27.000 Euro pro Jahr in Rechnung gestellt werden können. Der Name dafür: "Second home allowance".
Das wird von vielen Abgeordneten und Ministern auf eine unglaublich dreiste und verantwortungslose Weise ausgenutzt. Und das obwohl sie mit dem Ehren-Titel "honourabel" geschmückt sind.
Offiziell sollten die Kosten für den normalen Bürger nachvollziehbar sein. Die Überprüfung erfolgt von anderen Abgeordneten, so dass man sich leicht vorstellen kann, wie so etwas funktioniert.
Aber die Mitnahmementalität ist fast grenzenlos. Am dreistesten trieb es der Minister für Kultur, Andy Burnham, der 18 Monate mit der Abrechnungsstelle wegen 18.500 Euro Renovierungskosten für sein Londoner Appartement im Clinch lag, bis die endlich nachgaben, als er angab, seine Ehe stünde sonst in Gefahr.
Andere rechneten Hypothekenzinsen für Häuser ab, auf denen überhaupt keine Hypothek mehr lag. Und das ohne Belege!
Andere wiederum kamen auf die findige Idee, eine winzige Wohnung als Erstsitz anzugeben und für ihren feudalen (fiktiven) Zweitwohnsitz alle Kosten und Aufwendungen bis zu jener Grenze zu berechnen.
Der Londoner "Daily Telegraph" bringt nunmehr Tag für Tag Details aus einer gekauften CD mit diesen Daten.
Es ist in der Tat haarsträubend: Es wurde Hundefutter abgerechnet, Pferdemist für einen Garten, Badewannenstöpsel, Rattengift, Glühbirnen etc etc.
Nun bangen die Politiker um ihre Glaubwürdigkeit und ihre Wahlchancen.
Die ersten Rücktritte wurden inzwischen vermeldet. Wohl aus Angst vor Steinewerfern vor dem Zweit-Wohnsitz.
Die deutschen Politiker sind da wieder gewiefter gewesen. Die kriegen ihre Diäten ohne Nachweis.
Und wenn man im Fernsehen die oft völlig leeren Hinterbänke mit ihren abwesenden Diäten-Empfängern sieht (meist wird vom Fernsehen der hintere Teil des Bundestages gar nicht erst gezeigt, um den Volkszorn nicht unnötig zu reizen), dann fragt man sich als vom Staat und den Gemeinden ausgeplünderter Steuerzahler mit Recht, ob das so seine Richtigkeit hat, wo man selbst für jede 10 Euro beim Finanzamt einen Beleg abgeben muss.
Auch bei uns ist die Mitnahmementalität im Bankgewerbe und auch in der Politik nicht gerade unausgeprägt.

Mai 2009

Abwrack-Prämie

Wer den Film "Mein Leben" von Marcel Reich-Ranicki gesehen hat, der hat sicher mitbekommen, dass sowohl der Vater, die Mutter als auch er selbst Deutschland als Land der Kultur bezeichneten.
So weit so gut.
Trotz aller kulturellen Vorzüge, die Deutschen haben allerdings eine Vorliebe für endlose Wörter - für einen Ausländer ist dann ein derartiges Wort nur mit Mühe übersehbar und lesbar.
Nun haben die Deutschen wieder ein Wort, oder sagen wir gleich ein Wort-Ungeheuer in die Landschaft entlassen.
Abwrack-Prämie.
Es sind zwei Wortbestandteile, die sich irgendwie zu beissen scheinen.
Schon von der Lautwirkung: Abwracken - ein unschönes Wort, klingt nach abgewrackt - ein Wort, das Assoziationen nach verbraucht, verschlissen, unschön, Müllabfuhr wach werden lässt.
Den zweiten Wortbestandteil haben die Deutschen schon lieber, denn da geht es um Belohnung und Vorteil. Etwas Positives also. Obwohl auch dieses Wort durch die Gier der Banker eine arge Delle bekommen hat.
Nun hat sich dieses verbale Ungetüm in diesem Jahr so in die Gehirne (und wohl auch Herzen) unserer Nation eingekerbt, dass es nicht überhörbar ist und man darüber reflektieren sollte oder muss.
Abgesehen von diesen akustischen Betrachtungen: Niemand vermag heute zu sagen, was dieses Wort in der deutschen Wirtschaft für Folgen haben wird.
Manch einer bringt sein Auto zum Abwracken, um die Prämie von 2.500 Euro zu kassieren, obwohl sein Auto noch mehr wert ist und kauft ein neues Auto.
Schön für die Hersteller von Kleinwagen - jetzt. Ein wahrer Autoboom bei vielen Firmen. Sonderschichten und fröhliche Autoverkäufer-Gesichter bei VW, Opel, Ford, Renault, Fiat und einigen Japanern und Koreanern.
Was aber vielen nicht bewusst ist oder doch schon langsam dämmert: Das ist ein Strohfeuer!
Denn wer jetzt einen Neuwagen kauft, der kauft in den nächsten vier bis fünf Jahren mit Sicherheit keinen mehr - und diese Prämie, die letzten Endes von allen Steuerzahlern mit getragen wird, wird nicht ewig währen.
Fünf Milliarden sind genug!
Und dann, und dann? Das vermag niemand zu sagen, allenfalls zu ahnen.
Die Parole heisst: Augen zu und durch.
Die Probleme werden nur wie auf einem Reissbrett verschoben.
Der Augenblick ist allen näher als die Zukunft.

April 2009

Wattestäbchen

Wer hinter dieser Überschrift eine Reklame für ein kosmetisches Produkt vermutet, den muss ich enttäuschen - oder erleichtert stimmen. Denn was sollte man über Wattestäbchen schon gross berichten als dass sie auf beiden Enden (meistens) mit Watte umwickelt sind - ja, wenn nicht gerade diese ungewöhnliche Panne der Kriminalisten passiert wäre.
Zwar ist es etwas prekär über dieses Thema zu schreiben, weil immerhin der bislang ungeklärte Mord an einer jungen Polizistin mit hineingezogen wird.
Das ist sicherlich traurig, ebenso die Verletzung des anderen Beamten.
Sieht man einmal davon ab, so entpuppt sich die gesamte Wattestäbchen-Geschichte als eine Groteske. Im weiteren Sinn erinnert sie an die Geschichte vom Hasen und dem Igel. Denn der Igel schien sich über ganz Mitteleuropa auszubreiten und war überall schon, wenn die Hasen, sprich Kriminalbeamten, eintrafen und ihre Wattestäbchen zur DNA-Probe zückten und immer wieder zu einem Ergebnis kamen: Hinter all den Raubzügen, Einbrüchen und sonstigen kriminellen Delikten stand immer eine Frau - immer wieder die gleiche Frau. In Deutschland (Heilbronn), in Österreich und auch in Frankreich.
Es schien sich um eine geheimnisvolle Frau zu handeln, die überall auftauchte, ihre Spuren (DNA) hinterliess und offenbar schon wieder zum nächsten Tatort aufbrach.
Niemand bekam die Frau je zu Gesicht und niemand konnte Näheres über sie sagen. Ganze Polizeistäbe waren mit der Suche beschäftigt, ein Riesenaufwand, auch finanzieller Natur. Nur ihre DNA war bekannt.
Dann hatte wohl doch jemand die erhellende Idee: Könnte es sein, dass unter Umständen der Fehler in den Wattestäbchen sass? Dass die Wattestäbchen kontaminiert waren?
Denn alles andere schien doch allmählich an Merkwürdigkeiten zuzunehmen!
Und so war es denn auch: Eine Mitarbeiterin der Wattestäbchen-Hersteller-Firma stellte sich als das gesuchte, aber unschuldige Phantom heraus.
Sogleich wollte man von der Polizei her in Form eines Schnellschusses aus der Hüfte die Firma verklagen. Aber wieder eine Blamage! Denn die Wattestäbchen waren zwar sterilisiert und keimfrei, aber nicht
für diese Aufgabe vorgesehen.
So muss halt die deutsche, besonders die im Schwabenland, Kriminalpolizei mit der Schlappe leben, zu sehr auf juristisch-technische Indizien vertraut zu haben und dabei etwas ausgeschaltet zu haben: Nämlich den gesunden Menschenverstand!
Der lässt sich auch mit Wattestäbchen nicht erhellen!

März 2009

Ist da jemand?

Als im 19. Jahrhundert der italienische Astronomen Schiaparelli auf dem Mars die berühmten Kanäle gesehen haben wollte, beflügelte er damals die Phantasie der Erdenbürger.
Man malte sich aus, wie auf diesen Kanälen Schiffe entlang fuhren und marsische Lebewesen transportierten. In der Vorstellung der Menschen waren es schlanke Gestalten, die sich ähnlich den Kanälen von Venedig durch eine malerische, rötlich eingefärbte Landschaft bewegten.
Diese Vorstellungen geisterten lange in den Gehirnen der Menschen herum. Die kleinen grünen Mars-Männchen waren die utopisch angehauchte Folge.
Doch all die Träume sind zerstoben, seitdem die Mariner-Sonden der Amerikaner einen radikalen Schlussstrich unter diese Thesen setzten. Die jetzigen Mars-Roboter komplettierten die Enttäuschung.
Auch die Venus entpuppte sich nicht als von ätherischen Lichtwesen bevölkert, sondern zeigte unvenusisch heiss und unwirtlich.
Was also tun, wenn in unserer planetarischen Nachbarschaft sich die Suche nach Lebewesen, auch wenn sie nicht unbedingt humanoid sein mussten, als der berühmte Schuss in den Ofen erwies?
Raus aus dem Sonnensystem! Es gibt doch noch Milliarden Sonnen allein in unserer Galaxis. Die ersten Versuche, Radio-Signale aufzuspüren, die auf Intelligenz schliessen lassen konnten, waren ebenfalls ein ergebnisloses Unterfangen. Denn die Voraussetzungen waren einfach zu naiv.
Also hockten sich die Planetensucher in den klaren Nächten vor das Teleskop und suchten nach den sogenannten Exo-Planeten. Inzwischen sind 335 von ihnen entdeckt - meistens durch Veränderungen in der Lichthelligkeit der dazugehörigen Sonne, wenn sich der Planet vor die Sonne schob - immer in der Voraussetzung, dass sich Planet und Sonne auf der gleichen, von uns gesehen, befanden. Die meisten jedoch sind grosse Gasplaneten ähnlich unseren "heimatlichen" Boliden Jupiter und Saturn. Für Leben erst einmal ungeeignet. Das waren nur Ergebnisse, um seine vom Staat bezahlte Tätigkeit zu rechtfertigen, mehr nicht.
Nun fand man im Sternbild Einhorn, rund 100 Lichtjahre entfernt, einen Planeten, der sechsmal so viel wiegt wie die Erde und einen Durchmesser von eindreiviertel Erden hat. Sein Name CoRoT-Exo-7b.
Hinter diesem exotischen Namen verbirgt sich allerdings wieder ein unwirtliches Etwas. Denn der von den Wissenschaftlern euphorisch begrüsste Bursche hat etwas von einem Hitzkopf und von Speedy Gonzales an sich. In nur 3 Millionen Kilometer vom Zentralgestirn rast er in 21 Stunden um die Sonnen.
Also: Zu heiss, zu schnell - wieder nichts mit Leben in unserem Sinn.
An dieser Stelle erhebt sich die berechtigte Frage eines Steuerzahlers: Wem und wozu dient das ganze?
L'art pour l'art!
Per Radioastronomie und auch erst recht nicht per Teleskop werden wir je einen Alien orten. Also könnte man das ganze auch gleich bleiben lassen! Oder?
Aber dann gäbe es neben den jetzt immer mehr ansteigenden Arbeitslosenzahlen auch noch ein paar arbeitslose Astronomen, die dann in ihrer erheblichen Freizeit traurig in den Himmel starren würden.

Januar / Februar 2009

Die Schwarzmaler

Lange Zeit war man in Deutschland der Ansicht, es gäbe neben den Schwarzfahrern in U-, S- und Strassen-Bahnen nur noch die Schwarzarbeiter.
Nach dem Krieg war in ländlichen Gegenden das Schwarz-Schlachten gang und gäbe und wer es konnte, betrieb auch zur persönlichen Erheiterung eine kleine Schwarz-Brennerei.
Dann geisterte der Spruch durch die Lande: Schwarz hören und sehen kommt teuer zu stehen.
Inzwischen haben jene als Schwarz apostrophierten Bundesbürger erheblich Konkurrenz bekommen.
Es sind die Schwarzmaler. Jeder kompetente und inkompetente Umfrage-Instituts-Angestellte glaubt nunmehr, er müsse seine Anfang des Jahres 2008 zur Schau gestellte, sich nunmehr erheblich revidierte Falsch-Prognose mit einem öffentlich zur Schau getragenen düsteren Pessimismus korrigieren. Aber dann so schwarz gemalt, dass die Bundesbürger glauben müssen, im Jahr 2009 gehe es nur wie bei einer Rutschbahn mit grossem Schwung bergab.
Glaubt man den Erfahrungen der Kaufhäuser, so scheinen die Bundesbürger zu Weihnachten diesen Schwarzmalern nicht geglaubt zu haben, denn sie kauften, als ob es nie eine Finanzkrise gegeben hätte oder noch gäbe.
Oder war das nur so eine Art Trotzreaktion - nach dem Motto: Denen wollen wir allen zeigen, dass sie wieder mal schief liegen?
Oder - was positiver zu bewerten wäre - man zeigt trotz aller Unkenrufe einen Optimismus.
Auch unsere Kanzlerin versuchte bei ihrer Neujahrsansprache einen gewissen Optimismus auszustrahlen und einzufordern. Recht hat sie. Denn - wie sie sagte - das Deutsche Volk hat schon ganz andere Krisen gemeistert.
Leider haben sich in den letzten Jahren eine Reihe von sozialen Unsitten eingebürgert, die den Staat als den alleinigen Glücks- und Einkommens-Lieferanten ansehen und die eigene Ideen- und Produktivitätsquelle versiegen lassen. Leider.
Denkt man an die Zeit nach dem 2. Weltkrieg zurück, da war eine derartige Haltung des Überlebens halber nicht gefragt und auch nicht möglich - und das meinte wohl unsere Kanzlerin.
Wer zudem am Silvesterabend genau hingehört hat - ich meine so um Mitternacht - der konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Deutschen geknallt haben wie schon lange nicht mehr.
Oder wollte man - das wäre eine provokative Frage - mit diesem Geknalle mehr das alte Jahr als ungeliebt unter gehörigem Ballern verabschieden als das Neue Jahr begrüssen. Krach und Lärm sollen ja oft böse Geister vertreiben.
Heute heissen sie ja nicht mehr Böse Geister sondern Investment-Banker und Hedgefond-Manager. Kennzeichnend für den Wandel in der Haltung der Bundesbürger ist, dass rund drei Viertel nur ungern einen dieser Investment-Banker als Nachbarn haben möchten und schon gar nicht als Freunde.
Daher meine Wünsche an alle Leser, die sich die Mühe machen, ab und zu die "Nadelstiche" zu lesen:
Lassen Sie sich nicht von diesen Schwarzmalern oder Pessimismus-Propheten das Leben vermiesen. Ein kritischer und vernünftiger Optimismus ist schon immer der Motor für ein erfreuliches, nicht schwarz umflortes Leben gewesen.
Jedes Tal hat zwangsweise immer einen Berg in der Nähe.
Auf ein Neues!

 

 

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