Literatur

Dietrich Volkmer, Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen Praxis, Spitta-Verlag 2007, ISBN 978-3-938509-45-6, 19.99 EUR, 298 Seiten
Das erste Buch für den tätigen Zahnarzt, in dem die verschiedenen Bereiche Einzelmittel- und Komplexmittel-Homöopathie, Schüssler-Salze, Bach-Blüten, Spagyrik, Homotoxin-Lehre etc zusammengefasst sind
Die verschiedenen Praxis-Tips dürften für jeden naturheilkundlich tätigen Zahnarzt (und nicht nur für ihn) eine echte Bereicherung sein.
Mit 42 farbigen Abbildungen
In jeder Buchhandlung, beim Spitta-Verlag direkt oder bei Amazon erhältlich.
Näheres: www.literatur-drvolkmer.de

Homöopathie - die sanfte (Zahn)Heilkunde - ein Buch für Zahnärzte, Ärzte, Heilpraktiker und Laien. Dr. Dietrich Volkmer
Nachdem die erste Auflage in relativ kurzer Zeit vergriffen war, erscheint nun die völlig überarbeitete, aktualiserte und neu gestaltete Version diese Buches. Der Autor geht darin besonders auf sonst kaum anzutreffende Erklärungsmuster zur Homöopathie ein und beschreibt die Unterschiede zwischen der klassischen Einzelmittelhomöopathie und der praxisnahen Komplexmittelhomöopathie. Eine Reihe von Einzelmiitteln werden ausführlich beschrieben. Die Zahnheilkunde nimmt ebenfalls einen grossen Raum ein - mit Tips zur Anwendung in der Alltagspraxis.
CoMed-Verlag. 22.80 EUR, Direktbestellung beim Verlag oder in Ihrer Buchhandlung:
CoMed-Verlag, Rüdesheimer Str. 40, 65239 Hochheim-Massenheim,
Tel 06146-90740, Fax 06146 - 907444, E-Mail verlag@comedverlag.de

 

Archiv
Homöopathie
Das Archiv enthält nur die Einträge ab dem Jahr 2009. Sämtliche Einträge der früheren Jahre 2000 - 2008 wurden nicht übernommen.

Juli 2010

Lycopodium (Lycopodium clavatum), Bärlapp, Hexenkraut, Teufelskralle, Drudenfuß, Schlangenmoos, Moosfarn, Wolfsraute
Lycopodium wächst in Europa, Asien, Nordamerika auf leicht trockenen, schattigen Waldböden. Dieses kriechende, den Waldboden oft weithin überziehende Moos steht in Deutschland und Österreich unter Naturschutz. Importiert wird der Bärlapp vor allem aus China und den osteuropäischen Ländern.
Inhaltsstoffe sind Alkaloide (Lycopodin), Fette, Öle, Flavonoide, Aluminium.
In seinem "rohen" Zustand ist Lycopodium fast ohne arzneiliche Wirkung. Die arzneiliche Aufschliessung ist von der sorgfältigen Verreibung abhängig.
Die Urtinktur wird aus den Ende des Sommers gesammelten, getrockneten und sehr sorgfältig verriebenen Sporen hergestellt.
"Lappo" war im Althochdeutschen eine flache Hand. Die weichen Stengelspitzen verglich man mit der Tatze des Bären - so entstand der Name Bärlapp.
Der Name Hexenmehl oder Blitzpulver rührt daher, dass bereits im Mittelalter bekannt war, dass zerriebene Bärlappsporen in ein Feuer gestreut mit leuchtenden Funken verbrennen, bei grösseren Mengen eine helle Stichflamme erzeugen. Die Feuerschlucker
benutzten die ungefährlicheren Bärlappsporen und auch für Theatereffekte wurden sie verwendet. Für die heutige Pyrotechnik wird Bärlapp wegen der reinen Qualität und des hohen Gehaltes seiner Sporen an ätherischen Ölen vorwiegend in China und Nepal grosstechnisch angebaut.
Die Heilwirkung des Bärlapps nutzten schon die Ärzten des 16. Jahrhunderts. Hyronymus Bock gibt eine ausführliche Beschreibung die mit den Indikationen der Arzneimittelprüfung weitgehend übereinstimmt. In der Volksheilkunde wurde das Sporenpulver äusserlich gegen allerlei Hauterkrankungen gegeben, innerlich bei Leberleiden, Harnerkrankungen, Rheuma und Gicht. Das aus den Sporen verriebene feine goldfarbene Pulver wirkte auch als Wundpulver schmerzlindern und kühlend. Die Apotheker überpuderten ihre Pillen damit gegen das Zusammenkleben zum besseren Aussehen. Karl der Grosse liess Bärlapp in den Klostergärten anbauen, was die Entwicklung des Melissengeistes zur Folge hatte. Die Indianer Nordamerikas reinigten mit den Sporen ihre Verletzungen und setzten sie zur Blutstillung ein.

Im Vordergrund der Arzneimittelprüfungen von Lycopodium steht die Wirkung der Leber in ihrer Stoffwechselfunktion (die Gallensekretion ist mangelhaft). Mit der Auswirkung dieser Funktionsstörung, auch an den Nieren, sind sämtliche Teile des Magen-Darm-Kanals mit den angeschlossenen Drüsen betroffen. Das zeigt sich an einer Störung der Sekretion der Schleimhäute und der Anhangsdrüsen sowie an der Motorik des Verdauungskanals. Es bilden sich kleine Geschwüre im Mund, brennen der Schleimhäute im Mund, Speicheldrüsen, Tonsillen und Lymphknoten sind geschwollen. Lycopodium ist ein wichtiges Heilmittel für entzündliche Zustände, besonders wenn diese rechtsseitig sind und sich nach links ausdehnen. Der Magen reagiert mit Heisshunger, ist schon nach wenigen Bissen satt oder Hunger gleich nach dem Essen; viel saures Aufstossen. Der Leib ist durch Gasbildung gebläht, die Taille empfindlich gegen Berührung und Druck der Kleidung. Die Lebergegend ist schmerzhaft in Rechtslage.
Bei Blasen-, Nierenbeckenkatarrh und Steinleiden führt die Ausscheidung von kristallinen Konkrementen zu schmerzhaften Koliken, meist zwischen 16 und 20 Uhr. Der Urin ist scharf, übelriechend und es setzt sich roter Sand ab.
Von grosser Bedeutung ist Lycopodium bei Erkrankrungen des rheumatischen Formenkreises: harnsaure Diathese, die Rechtsseitigkeit der Beschwerden und die Geistes- und Gemütssymptome geben die Hinweise auf Lyc. bei Arthritis, Arthrose und Gicht.
Der Unterleib und die Beine sind in einem Zustand der venösen Stase: das re Bein ist kalt, das linke heiss.

Lycopodium ist ein wichtiges Polychrest und Konstitutionsmittel.
Die Mittelwahl erfolgt hauptsächlich auf Grund der charakteristischen Leitsymptome, die nicht alle vorhanden sein müssen.

Leitsymptome
depressiv, ärgerlich - reizbar, kann keinen Widerspruch vertragen
Minderwertigkeitsgefühl, dadurch übertrieben selbstbewusst, diktatorisch, prahlerisch
gelbliches Hautkolorit
halonierte Augen
frühzeitig ergraute Haare
Druck der Kleidung in der Gürtelgegend ist unerträglich
Heisshunger doch nach wenigen Bissen satt oder Hunger gleich nach dem Essen
Völlegefühl, Blähbauch, Meteorismus
saures Aufstossen, Sodbrennen
starkes Verlangen nach Süssigkeiten
Obstipation
Brennen in der Harnröhre, Harn übelriechend, mit rotem Sand
Koliken zwischen 16 und 20 Uhr
meist chronische Leiden, die zur Abmagerung führen
rechte Seite bevorzugt, oft nach links ausbreitend
ein Fuss warm, der andere Fuss ist kalt

Verschlechterung:
in Ruhe und Wärme, vor allem Bettwärme
in geschlossenen Räumen
in der Zeit von 16 bis 20 Uhr
die Verschlimmerungszeit am Morgen betrifft das Allegemeinbefinden und die Nervenspannkraft

Besserung:
durch kühle frische Luft
durch Bewegung

Dosierung:
D 3 bis D 6
Als Konstituitionsmittel D 30 und höher

Marion Hoffmann

Mai / Juni 2010

Petroselinum, Petroselinum crispum, Krause Blattpetersilie, Peterchen, Peterlein, Stehsalat, Geilwurz, Bockskraut, Bittersilche (Fam.nat. Umbelliferae)

Petroselinum setzt sich aus dem griechischen „petros“ (Felsen) und „selinon“ (Sellerie) zusammen. In der Übersetzung von Homers Odyssee ist „selinon“ mit „wilder Petersilie“ übersetzt, die die Insel Ogygia der Nymphe Kalypso mit einem Teppich überdeckt.

Die Petersilie ist in der westlichen Küche eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Küchenkräuter. Sie stammt ursprünglich aus dem mediterranen Raum, vermutlich aus Griechenland. Mit dem Anbau in den Klöstern und kaiserlichen Gärten des Heiligen Römischen Reiches durch die Landgüterverodnung „Capitulare de villis“ Karl des Grossen wurde sie in den nördlichen Breiten bekannt und beliebt.

Für die Urtinktur wird die frische Pflanze mit der Wurzel zu Beginn der Blüte gesammelt.

Inhaltstoffe aller Pflanzenteile sind ätherisches Öl mit den Bestandteilen Myristicin, Apiol (Petersilienkampfer), Allytetramethoxybenzol; Flavonoide und Cumarine. Die Blättern enthalten dazu die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Kalzium, Mangan (Petros. ist die manganreichste Pflanze) und Phosphor, die Vitamine A, B, viel C, E, ; Karotin und Schleimstoffe; Melatonin; Kieselsäure; Apigenin.

Apiol ruft vasculäre Kongestionen hervor und bewirkt gesteigerte Kontraktilität der glatten Muskelfasern von Blase, Darm und besonders des Uterus und wird als Emmenagogum bei schwacher oder ausbleibender Menstruation sowie als Abortivum verwendet. Bei Männern steigert es die sexuelle Erregung.

Schon in der Antike wurde wurde die Petersilie als Arzneipflanze verwendet. Dioskurides schätzte sie ebenso als harntreibendes und menstruationsförderndes Mittel wie auch Hippokrates und Galenus, der von ihr sagte, dass sie „einschneidend und bewegend auf die Säfte wirke und den Harn treibe“. Lonicerus schilderte sie als diuretisch, steintreibend, blutreinigend, geburtsbeschleunigend und heilsam bei Rückenweh und Bauchschmerzen. Bei Hildegard von Bingen ist zu lesen:“...wer im Herzen oder der Milz oder in der Seite Schmerzen leidet, der koche Petersilie in Wein unter Zugabe von Weinessig und Honig und seihe ihn durch ein Tuch ab...“

In der Volksmedizin wurde das Kraut und die Wurzel als Sud bei Harngries, Nierensteinen, Blasenschwäche, Wassersucht, Milz- und Leberleiden, Verdauungsstörungen und Blähungen gegeben. Die Samen galten als fiebersenkendes und harntreibendes Mittel. Sie wurden bei Harnverhalten, Nierenwassersucht, mangelhafter Menstruation und Krankheiten der Gebärmutter verabreicht. Mit Öl und Salz zerstampfte Petersilie sollte gegen Zahnschmerzen hilfreich sein.

Die alte volkstümliche Anwendung des frischen Saftes (zerquetsche Petersilie) auf Mückenstiche hat sich bis heute ebenso bewährt wie das Zerkauen von frischer Petersilie gegen Knoblauchgeruch.

Im Mittelalter galt die Petersilie als Hexenkraut. Die Wurzeln und Samen wurden den Flugsalben und Liebestränken beigemischt oder als Abortiva gegeben. Der Spruch: „Petersilie hilft dem Manne aufs Pferd, bringt die Frau unter die Erd“ beschreibt die aphrodisierende und abortive Wirkung. „Peterlesgässchen“ wurden damals die Strassen genannt in denen sich die Bordelle befanden.

Bekannt ist auch der Reim (mit Melodie): „Petersilie, Suppenkraut, steht in unserm Garten – unser Liesel ist die Braut, kann nicht länger warten – roter Wein, weisser Wein, morgen soll die Hochzeit sein.“ Der rote Wein spielt auf die Monatsblutung an, der weisse auf das Sperma.

Ehepaare feiern die „Petersilienhochzeit“ nach 12,5 Ehejahren...

Petroselinum ist ein häufiger Bestandteil der Urologika.

In der Homöopathie ist es ein kleines, wirkungsvolles Heilmittel bei unspezifischen Infekten der ableitenden Harnwege, Reizzuständen der Harnröhre und des Blasenhalses, Harnröhrenkatarrh mit Fuor, Enuresis nocturna, Harninkontinenz bei Prostatahypertrophie oder als Folge von Uterusoperationen.

Leitsymptom ist ein häufiger Harndrang der heftig ist und plötzlich kommt, mit Kribbeln an der Fossa navicularis, das nach dem Wasserlassen in stechende Schmerzen übergeht. Kribbeln und Jucken längs der Harnröhre.

Dosierung: D 2 bis D 6

Marion Hoffmann

(Die Adresse von Frau Hoffmann finden Sie unter Redaktion >>> )

Komplexmittel

Petroselinum ist in der D 3 enthalten in Acid. benzoicum komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung

Therapeutische Anwendung
Bei schmerzhaften Erkrankungen der Nieren und der Harnwege sowie bei Gelenkschmerzen

Dosierung nach Anordung des Therapeuten
3 x tägl 10 Tropfen

(Die Adresse von Frau Hoffmann finden Sie unter Redaktion >>>)

April 2010

Cicuta virosa - Wasserschierling, Borstenkraut, Parzenkraut, Tollkraut, Giftwüterich, Sumpfgift, Kuhtod,

Gift- Wasserschierling Cicuta ( Cic.)
Fam. nat.: Apiaceae

Die bis zu 1.50 Meter hoch werdende mehrjährige Pflanze wächst in langsam fliessenden oder stehenden Gewässern oder an Riedgrasbeständen in Nord- und Mitteleuropa und Nordasien.
Durch die leichte Verwechslung mit Sellerie-, Petersilien- oder Pastinakenwurzel ist sie ist eine der gefährlichsten einheimischen Giftpflanzen. Die ganz Pflanze ist stark giftig, vor allem die süsslich schmeckenden unteren Stengelteile und der Wurzelstock. Der Name "Kuhtod" besagt, dass der Wasserschierling auch für Tiere hoch toxisch ist.
Inhaltsstoffe sind das Akaloid Cicutin, Cicutoxin (das für die wirksame Substanz gehalten wird), Picrotoxin, Polyine und Spuren von Furocumarinen. Der Wirkstoff - vermutich Cicutoxin -ist ein Cerebrospinalgift, dass auf das das vosomotorische, respiratorische und Herzvaguszentrum der Medulla oblongata einwirkt. Dieses zentral angreifende Krampfgift ruft anfangs klonische, später tonische (epileptiforme) Krämpfe hervor. Die letale Dosis wird in der Literatur mit 2 - 3 Gramm der Pflanze bzw. einer Wurzelknolle angegeben. Die Vergiftung zeigt sich innerhalb von 20 Minuten mit Brennen im Mund- und im Rachenbereich, Übelkeit, Herzklopfen, Pupillenerweiterung und Bewusstseinsstörungen mit nachfolgenden Krämpfen. Der Tod tritt meist innerhalb weniger Stunden durch Atemlähmung ein. In seiner Klinischen Toxikologie schreibt Daunderer, dass "...50 Prozent aller Vergiftungen tödlich enden". Recht häufig sind Kinder betroffen, die die süsslich schmeckenden unteren Stengel kauen.
Nach Tschirch könnte "cicuta" vom griechischen "kyein" = hohlsein abgeleitet sein: der Stengel ist hohl und das Rhizom gekammert. "Virosa" vom lateinischen "virus" = Gift weist auf die Giftigkeit der Pflanze hin.
Für die homöopathische Urtinktur wird der frische Wurzelstock zu Beginn der Blüte geerntet.
Es wird angenommen, dass die alten Botaniker den Fleckenschierling "Conium maculatum" mit dem Wasserschierling verwechselt oder gleich gesetzt haben. Bei dem "koneion" der alten Griechen und "Cicuta" der alten Römer soll es sich wohl um den Fleckenschierling "conium maculatum" handeln. Bei Matthiolus und Bock findet man den Namen "Cicuta" als Bezeichnung für den Fleckenschierling. Der Wasserschierling wurde zuerst von dem Züricher Naturforscher Konrad Gesner (1516 - 1565) als giftige Pflanze (Herba venenosa) beobachtet und in seiner botanischen Enzyklopädie "Historia Plantarum"(1750) beschrieben und als "Cicuta aquatica" benannt. Im Kräuterbuch von Tabernaemontanus (1525 -1590) wird Cicuta virosa unter dem Namen Cicuta foetida erwähnt. Die heute übliche Bezeichnung wonach "Cicuta aquatica Gesner" nun Cicuta virosa ist, wurde von dem schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné in seinem "Systema Naturae" (1758) festgeschrieben.
Die Verschreibungen des Wasserschierlings sowohl in den Kräuterbüchern des Mittelalters als auch in der Volksmedizin sind nicht eindeutig zuzuordnen, da sie anscheinend zwischen Conium und Cicuta keinen Unterschied gemacht haben. Offizinell waren die Wurzel und das Kraut Radix et Herba Cicutae.
Die erste Arzneimittelprüfung wurde von Hahnemann und seinen Schülern durchgeführt. Er schreibt in seiner Reinen Arzneimittellehre :"...ich habe langdauernde, eitrig zusammenfliessende Gesichtsausschläge, bloss brennenden Schmerzes mit Beihilfe einer bis zwei Gaben von einem kleinen Teile eines Tropfen Saftes geheilt, aber unter drei bis vier Wochen durfte ich die zweite Gabe nicht reichen, wenn die erste nicht hinlänglich war..."
In der heutigen Homöopathie ist Cicuta virosa ein wichtiges Heilmittel bei Pusteln mit klebrigem Inhalt besonders auf dem Kopf und um den Mund (Sykosis barbae), Herpes simplex, sykosiforme pustulöse Ekzeme an den Händen, Cerebrospinalirritationen, Singultus, Kinnbackenkrämpfen und epileptischen Krämpfen.

Verschlimmerung: durch Berührung, Erschütterung, durch Gemütsbewegung, durch Kälte

Dosierung: Dermatopathien D 6 - D 8
zentralnervöse Störungen D 12 - D 30

Marion Hoffmann

März 2010

Cantharis - Lytta vesicatoria Spanische Fliege, Ölkäfer, Pflasterkäfer (Canth.)

Die Spanische Fliege ist eigentlich keine Fliege sondern ein ca. 10 bis 20 Millimeter langer, schlanker Käfer, der in Südeuropa und dem Mittelmeerraum heimisch ist, am häufigsten wohl in Spanien (daher der Name Spanische Fliege). In Deutschland kommt er eher selten vor.
Die gefrässigen Tiere ernähren sich von Bättern, vorwiegend von der Eiche, der Hagebutte, des Hartriegels, Holunders u.ä. Bei massivem Auftreten können sie ganze Bäume kahl fressen, bevorzugt Ölbaumgewächse, aber auch junge Eschen.
Der auffallend metallisch-grün gefärbte Körper ist eine Warntracht, die den Käfer vor dem Gefressen werden schützen soll: sein Anblick erinnert die Feinde an den schlechten Geschmack, das sie reizenden Sekret und den starken, üblen Geruch, den die Tiere bei Gefahr absondern. Das Gift, das sich in den Drüsen und im Blut des Käfers befindet, ist das Stoffwechselprodukt Cantharidin. Die wirksame Substanz Mylabris cichorii, ist ein entzündungserzeugendes Reizgift, das, auf die Haut aufgebracht, stark brennende Blasen bildet die sich mit Sekret füllen und zu Nekrosen führen können. Oral eingenommen entzünden sich alle Schleimhäute, vorwiegend die der Verdauungs- und Harnwege, es kommt zum Kreislaufkollaps, Anurie und akutem Nierenversagen. Mezger gibt an, das schon Mengen von 0,01 bis 0,03 Gramm für den Menschen tödlich sein können.
Für die homöopathische Aufbereitung werden die getrockneten, gepulverten Käfer genommen.
Cantharis ist in der Homöopathie ein oft eingesetztes, altes Heilmittel, das schon von Hippokrates zur "Ableitung einer Entzündung nach aussen" eingesetzt wurde.
In seiner Ökonomischen Enzyklopädie weist Krünitz darauf hin, dass " ... Galen und Dioskurides Canth. unter den anwendbaren Heilmitteln führen" und dass " ... Canth. den Trieb und das Vermögen zum Beyschlaf verstärken, oft aber mit tödlichem Ausgang."
Die aphrodisierende Wirkung beruht darauf, dass die Reizung von den Harnwegen auf die Geschlechtsorgane übergreift und dort ein erhöhtes geschlechtliches Verlangen bis hin zum Priapismus und Erotomanie auslöst. Laut Mezger handelt es sich hierbei um einen direkten Einfluss auf die Geschlechtsorgane ( Allen-Doisy-Test).
Noch heute gibt es Präparate mit der Bezeichnung "Spanische Fliege" die Cantharidin (in verträglicher Dosis) enthalten.
Die Volksheilkunde nutzte Canth. von altersher als blasenziehendes Pflaster zur Aus- und Ableitung, sozusagen als Aderlass am Lymphsystem, auch bei Blasenentzündungen und gegen Nachtripper.
Durch den Gebrauch als Aphrodisiakum und Abortivum war die Toxikologie bekannt. Darauf stützt sich das homöopathische Arzneimittelbild, Arzneimittelprüfungen konnten nur wenig Neues dazu beitragen.
Die Anwendung von Cantharis in der Homöopathie erstreckt sich vor allem auf die Erkrankungen der Harnorgane. Akute Zystitis, akute Nephritis, akuter Harnröhren- und Blasenkatarrh sind die Indikationen. Brennende, schneidende Schmerzen während und nach dem Wasserlassen, blutiger, eitriger Ausfluss, unerträglicher Tenesmus, Pollakisurie bis Anurie, Berührungsempfindlichkeit und Schmerzen in der Nierengegend, brennen und jucken an den Geschlechtsorganen mit gesteigertem Geschlechtsverlangen sind die hinweisenden Symptome.
Die andere Hauptwirkung bezieht sich auf die Entzündung der Haut mit Rötung, Bläschen, Pusteln und Blasenbildung wie bei vesikulösen Ekzemen, Erysipel mit Blasenbildung, Verbrennungsblasen und Herpes.
Entzündungen der serösen Häute bei Meningitis, Pleuritis, Perikarditis oder Peritonitis reagieren auf Gaben von Cantharis, wenn dysurische Symptome vorhanden sind.
Leitsymptome: starker Harndrang und Harnzwang mit brennenden Schmerzen, während und
nach dem Wasserlassen
akute, heftige Entzündung der Harnwege mit Berührungsempfindlichkeit
akute Hautentzündung mit Blasenbildung und starkem Brennschmerz

Verschlimmerung: durch Berührung und Bewegung
durch Trinken von kalten Getränken

Besserung: äussere Wämeanwendung bei Cystitis

Dosierung: D 6 bis D 12
Nach Stauffer sollte man nicht ohne besonderen Grund unter die D 6 gehen.
Bei Verbrennungen tränkt er Kompressen mit 2 bis 3 Tropfen Tinktur in 1 Glas
Wasser und 1 Löffel Weingeist.
Laut Mezger ist eine Brandsalbe mit 10 % Cantharis D 3 schmerzstillend und
heilsam.

Marion Hoffmann

Komplexmittel

Cantharis ist in vielen Komplex-Mittel der Firma Nestmann enthalten

So z.B. in Solidago H Tropfen (Nieren-Blasen-Meridian), Rhus tox. Komplex Tropfen (Hautentzündungen); Uva ursi Komplex Tropfen (Blase, Nieren); Sabadilla F Komplex Tropfen (psychosomat. Störungen), Grindelia F Komplex Tropfen (Milzfunktionsstörungen)

Februar 2010

Rosmarinus officinalis - Rosmarin (Rosm.)

Rosmarein, Brautkraut, Kranzenkraut, Hochzeitskraut, Meertau, Weihrauchkraut
Fam. nat.: Lamiaceae
Rosmarin ist ein immergrüner Halbstrauch mit blassblauen Blüten der intensiv aromatisch duftet. Er stammt aus dem Mittelmeerraum, wo er wild wächst, ist aber heute auch in Mitteleuropa heimisch wo er als Zier- und Gewürzpflanze kultiviert wird.
Inhaltsstoffe sind das etherisches Öl und nichtflüchtige Komponenten. Das Öl enthält 1,8-Cineol, a-Pinen, Campher, Camphen und Borneol. Diese Zusammensetzung unterliegt Schwankungen, die von der Herkunft und Behandlung abhängig sind. Die nichtflüchtigen Komponente sind Diterphenole, Zimtsäurederivate, Flavone, Triterpene, Lipide und Polysaccharide.
Für die homöopathische Zubereitung nach dem HAB werden die getrockneten Blätter verwendet.
Pharmakologische Untersuchungen der aus den Blättern erhaltenen Extrakte zeigten eine antimikrobielle und antivirale Wirkung. Auch eine Leber protektive, cholekinetische, choleretische und spasmolytische Wirkung wurde nachgewiesen.

Die Deutung des Namens "Rosmarinus" ist noch ungeklärt. Bereits in der Antike wurde er für diese Pflanze verwendet und kann vom lateinischen "rosmarinus" abgeleitet sein. Etymologisch ist er häufig an "Rose" und den Personennamen "Marie" angelehnt:
Rosemarie (deutsch), Rosemary (engl.), Rosmariini (finn.).
Die Bezeichnung "Meertau" kann sich auf die meerblauen Blüten beziehen oder aus dem Lateinischen "ros" = Tau, "mare" = Meer = Meertau stammen. Auch das griechische Wort "rhops myrinos" = balsamischer (wohlriechender) Strauch kann der Namensgeber sein.
"Hochzeitskraut, Kranzenkraut, Brautkraut" deutet auf die Symbolik von Liebe hin. Bevor die Myrte in Mode kam trugen die Bräute einen Rosmarinkranz oder Zweige davon in ihrem Brautstrauss. Das Lied "Rosmarin und Thymian wächst in unserem Garten..." zeigt, dass er der Vorläufer der Myrte war.
Nach Horaz und Ovid diente Rosmarin im klassischen Altertum Menschen und Göttern als Schmuck.
In seinem Werk über Landwirtschaft, dass zur Zeit des Kaisers Claudius entsteht,
rühmt ihn schon Lucius Moderatus Columella als Honigspender.
Nach Mitteleuropa gelangte Rosmarin möglicherweise schon durch die Römer oder kolonisierende Benediktinermönche könnten die Pflanze über die Alpen gebracht haben,
so dass er schon im "Capitulare de Villis" Karl des Grossen aufgeführt und in den damaligen Klostergärten als Heilpflanze kultiviert wurde.
Durch seinen intensiven aromatischen Geruch und leicht bitteren Geschmack war Rosmarin Bestandteil eines der ersten Destillate.
Besonders berühmt wurde im 16. Jahrhundert das Destillat aus frischen Rosmarinblüten und Alkohol als "Aqua Reginae Hungariae", das nach der Königin Isabella von Ungarn benannt wurde. Angeblich soll es sie, die gichtig und glähmt war, so verjüngt haben, dass der König von Polen um ihre Hand anhielt.
Doch erst im Mittelalter wurde Rosmarin als Heil- und später als Gewürzpflanze bekannt.
Auch als Geister abweisendes Kraut wurde er geschätzt.
In der Literatur findet man Rosmarin als Totenpflanze bei Shakespeare und Hebel. Zusammen mit Thymian trug man die Sträusschen bei Begräbnissen einerseits als Symbol der Erinnerung, aber auch zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten und der Duft sollte gegen den Gestank des Todes helfen. Doch wer während des Schlafens den Duft einatmete, bliebe von bösen Träumen verschont. Die Zweige wurden zur Reinigung in den Krankenzimmern aufgehängt und vor Ansteckung gegen die Pest getragen. Als Symbol des Todes ist Rosmarin in einem Gedicht von Joachim August Zarnack zu finden (siehe Anhang). Im Volk galt er als Weihrauch der Armen.

Für die Volksmedizin wurde eine Abkochung der Blätterer als Heilmittel bei Fluor albus, nervösen Herzbeschwerden, bei Appetitlosigkeit und Kreislaufschwäche gegeben. Als Tinktur äusserlich aufgetragen, als Umschläge oder Einreibungen sollten diese Rheuma, Gicht, Blähungen und Krämpfe lindern und bei Ischias, Quetschungen und schlecht heilenden Wunden helfen.
In den Kräuterbüchern dieser Zeit nimmt Rosmarin einen festen Platz ein. Leonhard Fuchs schreibt in seinem New Kreutterbuch: "Rosmarin stärkt das Hirn und allerley Sinne... es ist gut zu zitternden und lahmen Gliedern..."
Adamus Lonicerus rät: "Rosmarin in Wein gesotten..." soll Leber, Blut und Gebärmutter reinigen, emenagog, verdauungsfördernd und schweisstreibend sein, die Gicht und die Epilepsie heilen und zur Erhöhung der Fruchtbarkeit führen.
Matthiolus empfiehlt Rosm. als Stärkungs- und Anregungsmittel und zur lokalen Anwendung als Wund- und Geschwürreinigung, auch für Zahn- und Gliederstärkung.
Von 1675 soll es von einem unbekannten Autor ein Rosmarinbüchlein mit Rezepten für "Curen und Arzeneyen" geben.
Der leidenschaftliche Botaniker und Apotheker Johann Wilhelm Weinmann führt die Pflanze in seiner Phytanthoza iconographia bei Seh- Gehör- und Gedächtnisschwäche, als nervenstärkendes Mittel bei Krämpfen, Lähmungen und Zittern der Glieder auf. Ebenso bei Frauenleiden, Sterilität, Bleichsucht, Magenkrämpfe, Leber-und Milzverstopfung und Wassersucht.
Kneipp verordnete Patienten mit konstitutionellem niedrigen Blutdruck, Schwächezuständen infolge von Überarbeitung oder grippalen Infekten Rosmarin-Wein. (Südwein extrahiert aus Rosmarinblättern besonders gut die therapeutischen Wirkstoffe.)

Durch das etherische Öl und die Gerb- und Bitterstoffe ist Rosmarinus in der heutigen Homöopathie ein wertvolles Heilmittel bei dyspeptischen Beschwerden im Magen- und Darm-Trakt. Es ist Appetit anregend und wirkt gegen Verdauungsschwäche, Blähungen und Völlegefühl. Auch klimakterische Beschwerden, Menorrhagie, Dymenorrhoe und Polymenorrhoe werden günstig beeinflusst.

Dosierung: D 3 , D 4 , D6

Inhalationen mit Rosmarinöl wirken gegen Husten, bei grippalen Infekten und haben ausserdem eine kreislaufanregende Wirkung. In Massageölen enthalten wird die Durchlutung gefördert und Glieder- und Nervenschmerzen gelindert.
Getrocknete Rosmarinnadeln können gut verräuchert werden.

J. A. Zarnack

Ich hab die Nacht geträumet
wohl einen schweren Traum;
es wuchs in meinem Garten ein Rosmarienbaum.

Der Kirchhof war der Garten,
ein Blumenbeet ein Grab,
und von dem grünen Baume
fiel Kron und Blüten ab.

Die Blüten tät ich sammeln
in einen goldnen Krug;
der fiel mir aus den Händen,
dass er in Stücke schlug.

Draus sah ich Perlen rinnen
und Tröpflein rosenrot.
Was mag der Traum bedeuten?
Herzliebster, bist du tot?

Marion Hoffman

Komplexmittel

Rosmarinus ist im Komplexmittel Phytolacca Komplex Tropfen Nestmann enthalten

Zusammensetzung: enthält u.a. Phytolacca, Rosmarinus, Cimicifuga, Hamamelis, Arnica

Anwendung: Arterielle Durchbltungsstörungen

Dosierung: 2 - 3 x tägl 10 Tropfen. Bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegen Korbblütler sollte man vorsichtig sein

Zusatz: In den Präparaten für die Haare (Schampoo, Haaröl) Firma Weleda ist stets Rosmarinus enthalten, weil Rosmarin nach der Meinung der Anthroposophie fördernd auf den Haarwuchs wirkt.

Januar 2010

Corallium rubrum Edelkoralle
Fam.: Corallinae (Gorgoniaceae)

Abkürzung: ( Cor.- r. )

Die Edelkoralle lebt im Mittelmeer und Adriatischen Meer.

Die von G. Kuhlmann festgestellten Inhaltsstoffe sind 81,1% Calcium (Calcium carbonicum), Eisen, Magnesium, Phosphorsäure, Kohlensäure und andere Substanzen. Es wird angenommen, dass ein Derivat des Alizarins dabei ist, sowie Jodum und Bromum.

Für die homöopathische Aufbereitung wird das Kalkgerüst verwendet.

Corallium rubrum ist eine Art aus der Familie der Rindenkoralle (Gorgoniden). Man findet sie im westlichen Mittlmeer, Roten Meer, Golf von Biskaya, Malayischen Archipel, bei den Kanarischen Inseln, Great Barrier Reef, den Midway Inseln und Japan.

Der Name Corallium kommt vom griechischen "korallion" (Dioskurides) bzw. "kuralion" (Theophrast). Diskutiert wird die Abstammung vom griechischen "kura halos" = Meermädchen oder vom hebräischischen "goral" = Los-Steinchen, da die Korallen-Ästchen früher im Mittelmeerraum bis hin nach Kleinasien als Orakel verwendet wurden.

Die Edelkoralle lebt in Meerestiefen von 2 Meter bis zu 280 Meter, im flachen Wasser in Höhlen und Überhängen. Wegen ihres besonders schönen, rot gefärbten und harten Kalks ist sie für die Verarbeitung zu Schmuck sehr begehrt. Feinste Ware ist blass rot, weisse wird oftmals gefärbt. Die abgestorbenen Korallen auf dem Meeresboden sind dunkel bis schwarz und werden oft mit Wasserstoffsuperoxyd gebleicht.
Im Mittelmeer wird die Koralle hauptsächlich in Korsika, Sardinien und Tunesien gefischt. Zu ihrem Schutz ausschliesslich in 80 Meter Tiefe und derzeit nur vom 1. Juni bis 15. Oktober. In Italien ist Sie als Talisman in Form von Zweigen in vielen Häusern zu finden und soll vor Unglück, Krankheit und dem "bösen Blick" schützen.
Die Wirkung von Corallium rubrum in der Homöopthie auf die Atemwege geht über das Nervensystem. Infolge von katarrhalichen Zuständen kommt es zu schwierigem Atmen und dadurch zu reichlichen Schleimansammlungen. Bevorzugt sind der Nasen-Rachenraum und die Luftröhre. Plötzlich einsetzender krampfartiger Husten mit Hustenstössen, die fast ineinander übergehen, sind typisch und das Leitsymptom. Kinder mit Keuchhusten haben ein rotes Gesicht wenn die Anfälle in rascher Folge kommen, gefolgt von Erschöpfung und Schleimerbrechen. Auch bei trockenem Schnupfen mit verstopfter Nase oder trockenem, krampfartigen Morgenhusten, sowie retronasalem Katarrh mit reichlicher Schleimabsonderung sollte man an Cor.-r. denken.

Leitsymptome: plötzlich in rascher Folge einsetzende Hustenstösse (Schnellfeuerhusten, Stakkatohusten),
starke Schleimabsonderung im hinteren Rachenraum, dadurch Husten und
Räuspern
bei tiefem Einatmen Gefühl von eiseskalter Luft

Verschlechterung: frische Luft
von warm nach kalt, vom Zimmer ins Freie

Dosierung: D 3 bis D 6

K. Stauffer schreibt:
"Die rote Koralle war mit anderen den Tierkörpern entnommenen Kalkarten (Austernschalen, Kreide, Krebsaugen) der Grundstock Paracelsischer Mineralsalzbehandlung."

Marion Hoffmann

Dezember 2009

Chamomilla ( Cham. ), Matricaria chamomilla Echte Kamille, Mutterkraut, Mägdeblume, Kummerblume, Apfelkraut
Chamomilla recutita

Fam. nat.: Asteraceae

Echte Kamille ist eine der beliebtesten wild wachsenden alten Heilpflanzen. Ursprünglich stammt sie aus Süd- und Osteuropa und ist heute in fast ganz Europa verbreitet. Bei uns wächst sie an Strassen- und Ackerrändern von Getreidefeldern. Durch den Einsatz von Pestiziden können wir die Echte Kamille nur noch selten finden. Die einjährige Pflanze wird industriell hauptsächlich im Mittelmeerraum angebaut.

Inhaltsstoffe ist das etherische Öl mit alpha-Bisabolol, beta-trans-Farnesen, Dicycloether, Guaian-Derivate und Chamazulen, das aus dem nichtflüchtigen Matricin entsteht. Die Flavonoide Apigenin, Quercetin, Lutein, Rutin. Weitere Verbindungen sind Cumarine Umbelliferon, Aesculetin, Cumarin, Scopoletin und Säuren Methoxyzimtsäure, Anissäure, Kaffeesäure, Vaillinsäure.
Das etherischen Öl wirkt entzündungswidrig und granulationsfördernd. Darüberhinaus hemmt das darin enthaltende alpha-Bisabolol die Pepsinfreisetzung im Magen wodurch die Magen-Darm-Beschwerden gelindert werden.
Die beruhigende, spasmolytische Wirkung und der auf Bakterien und Pilzen wachstumshemmende Effekt wird den Flavonoiden und Cumarinen zugeschrieben wobei die etherischen Öle daran mitbeteiligt sind.
Für die homöopathische Urtinktur wir die frische ganze Pflanze zur Blütezeit geerntet.

Der Name der Kamille ist nicht einheitlich. Beide Namen "Matricaria chamomilla" und "Chamomilla recutita" werden synonym verwendet. "Chamomilla kommt vom griechischen "chamaimelon", das aus "chamai" (niedrig) und "melon" (Apfel) zusammengestzt ist.
"Mutterkraut" - ist vom lateinischen "mater" = Mutter abgleitet.
"Mutterkraut" ist ein alter Name der Kamille in der Volksheilkunde und weist daufhin, dass sie bei Geburten und Erkrankungen im Wochenbett zur Anwendung kam. Den Namen "Apfelkraut" erhielt sie wegen ihres leicht nach frischen Äpfeln riechenden Duftes, "Mägdeblume" weil die Mägde sie gerne zu Kränzen ins Haar banden.
Chamomilla wurde von den Heilkundigen der Antike, im Mittelalter und auch in der heutigen Zeit geschätzt. Sie ist und bleibt wohl das bekannteste und beliebteste Volksheilmittel.
Schon um 1530 schrieb Hieronymus Bock:" ...die chamill ist der doktor recipe eins, es ist bei allen menschen kein gebräuchlicher kraut in der arznei als eben chamillenblumen." In einem alten Kräuterbuch steht: "Chamomill zeigt wunderbarliche Hilfe in den Wunden .... es stillet Schmerzen des Magens und des Darmes".
Auch den Ägyptern war Kamille als Heilpflanze bekannt und sie war eine der 9 heiligen Pflanzen der Kelten.
In der heutigen Kosmetikindustrie wird in Salben, Cremes, Zahnpasta, Haartinkturen (zum blond färben) usw. Kamille verwendet.

Die in der Volksheilkunde gewonnen Erkenntnisse und angewendeten Indikationen wurden in der Arzneimittelprüfung von Hahnemann und später von der medizinischen Wissenschaft fast vollständig bestätigt.
In der Homöopathie gehört Chamomilla zu den wichtigsten Mitteln in der Kinderheilkunde. Bei
Windeldermatitis, Wund liegen, schmerzhaftem Zahnen (oft eine Backe rot, die andere blass), Blähungskoliken und Otitiden ist sie das Heilmittel für aufbrausende, unruhige Kinder.
Chamomilla wirkt vor allem auf das Nervensystem. Durch die Überempfindlichkeit der Sinne besonders des Geruchs, des Gehörs und der Unerträglichkeit von Schmerzen steigert sich der Kranke in eine übergrosse Ungeduld, Reizbarkeit und Wut hinein. Für diese Folgen von Ärger und Zorn, die sich als gastrointestinale Störungen bis hin zu Blähungs- und Gallekoliken zeigen können, ist Chamomilla eines der besten homöopathischen Heilmittel.
Den Chamomilla Schmerztyp hat Hahnemann in seiner "Reinen Arzneimittellehre" wie folgt beschrieben: " ...dass die Chamille-Schmerzen in der Nacht am wütendsten sind und dann oft bis zu einem Grad von Verzweiflung treiben, nicht selten mit einem unablässigen Durste, Hitze und Röte der einen Backe; auch wohl heissem Kopfschweisse, selbst in den Haaren. Die Schmerzen von Chamille deuchten gewöhnlich unerträglich und nicht auszuhalten."
Stiegele schreibt:" Cham. vermag Verkrampfungen in zwei Richtungen zu lösen: beim rein somatischen und beim seelischen Hypertonus."
Zusammengefasst ist das Wesen von Chamomilla geprägt von grosser, ärgerlicher Gereiztheit mit unbeherrschten Launen, die sie gerne an ihrer Umgebung auslassen. Diese nervöse Überempfindlichkeit, Ungeduld und reizbare Schwäche haben meistens Frauen und Kinder.
Durch ihren Schmerzcharakter ist Chamomilla ein Hauptmittel bei Gastralgie und Blähungskoliken, Zahnungbeschwerden auch mit Fieber, schmerzhaften Eingriffen an den Zähnen, prämenstruellem Syndrom und krampfartigen Schmerzen an den ersten Tagen der Periode.
Bis zum Termin beim Zahnarzt kann Cham. bei anfallsweise auftretenden Zahnschmerzen, die durch warme Speisen schlechter werden, hilfreich sein. Gute Erfahrungen habe ich bei Neuralgien und Muskelrheuma - mit dem für Cham. typischen Schmerzen gemacht. Weiter Indikationen sind:
Dysmenorrhoe mit wehenartigen Krämpfen die vom Rücken bis hin zu den Innenseiten der Schenkel ausstrahlen, als Folge von Ärger. Trockener Reizhusten besonders bei Kindern, wenn der Husten durch einen Wutanfall ausgelöst wird ( C 12 bis C 30 ).

Leitsymptome:
Grosse Schmerzüberempfindlichkeit mit Misslaune, ärgerlicher Gereiztheit.
Schmerzen akut, anfallsweise, krampfartig, ziehend, reissend.
Kinder sind unruhig, aufbrausend und wollen umhergetragen werden.

Verschlimmerung durch: Ärger, Zorn
abends und bei Nacht
Kälte
Zugluft
Kaffee

Besserung durch: lokale Wärme (bei Koliken des Abdomens)
herumgetragen werden
beim Fahren

Die Chamomillawirkung ist rasch und flüchtig, daher häufige Gaben!
Dosierung: D 4 - D 6 - D 12 - D 30


Von Karl Heinrich Waggerl fand ich die folgenden Zeilen:

Die Kraft das Weh im Leib zu stillen
verlieh der Schöpfer den Kamillen.
Sie blühn und warten unverzagt
auf jemand den das Bauchweh plagt.
Der Mensch jedoch in seiner Pein
glaubt nicht an das was allgemein
zu haben ist. Er schreit nach Pillen.
Verschon mich, sagt er mit Kamillen,
um Gotteswillen.

Marion Hoffmann

Komplexmittel

Chamomilla komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung: Chamomilla D 3, Cuprum D 30

Anwendung: Bei Koliken und Krämpfen im Bauchraum, oft ausgelöst durch Stress, Ärger oder Zorn

Dosierung: 2 - 3 x tägl 10 Tropfen

Evtl Vorsicht bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber Giftsumachgewächsen (Rhus tox.)

November 2009

Euphorbium
Volkstümlicher Name Wolfsmilch Kürzel: Euph. keine Synonymbezeichnung

Fam. nat.: Euphorbiaceae

Medizinisch ist Euphorbium resinifera die bekannteste Spezies. Sie wächst im inneren Marokkos und an den Abhängen des Atlas. Die kaktusartige Pflanze wird zur Blütezeit angeritzt und der austretende Milchsaft - Euphorbium officinarum - gesammelt und an der Sonne getrocknet. Die entstehende mattgelbe bis braune Masse wird zu Pulver vermahlen. Sie enthält Euphorbon, das früher als Wirkstoff in blasenziehenden Pflastern und Salben verwendet wurde. Der Staub führt zu heftigem Niesen. Zuerst brennen Haut und die Schleimhäute, Rötung, Entzündung und Blasenbildung folgen. Um nicht an den heftigen entzündlichen Reizungen der Atemwege zu erkranken müssen sich die Arbeiter Mund und Nase zubinden.

Inhaltsstoffe sind Resiniferatoxin, Euphorbon, Harze, Gummi.

Der Milchsaft reizt die Haut und lässt sie schmerzhaft anschwellen. Innerlich eingenommen wirkt er laxierend.
Für die homöopathische Urtinktur wird der erhärtete Milchsaft von Euphorbia resinifera verwendet.
Euphorbium wird umgangssprachlich auch Wolfsmilch genannt. Den Namen Euphorbium soll der König von Mauretanien Juba II. einer von ihm entdeckten Pflanze zu Ehren seines Leibarztes Euphorbos gegeben haben, der er auch, laut Meyers Konversationslexikon, eine kleine Schrift widmete.

Wolfsmilcharten waren schon im frühen Altertum bekannt und wurden medizinisch genutzt. Die von Dioskurides beschriebe Euph. cyparissias scheint unsere heutige Euph. resinifera zu sein. Er empfahl sie als Purgativum und Vomitivum, bei Flechten, Warzen und fressenden Geschwüren. Auch in der Volksmedizin des Mittelalters war sie als Abführ- und Brechmittel beliebt. Sie wurde zum Entfernen von Warzen benutzt und ein Sud mit Wein sollte gegen die Wassersucht helfen. Lonicerus schreibt in seinem Kreuterbuch 1564 dass die Wurzelrinde eine laxierende Wirkung zeigt und sie eine Heilwirkung bei der Wassersucht hat. Das Bestreichen der Warzen mit Wolfsmilch "machet sie hinwegfallen".
Das homöopathisch nicht oft verwendete Mittel beschreibt Stauffer als "ein vorzügliches Heilmittel bei allen heftigen Katarrhen der oberen Luftwege im ersten Stadium".
Schleimiger Fliessschnupfen mit erheblichem Niesreiz und heftigem Jucken, bei Laryngitis, Pharyngitis und Bronchitis mit anhaltendem trockenem Husten der durch Brennen und Kitzelreiz ausgelöst wird sind Indikationen. Auch bei einer allergischen Conjunctivitis mit brennenden, juckenden Empfindungen ohne Absonderungen sollte man an Euph. denken.
Bullöse Dermatitis, Blasen- und Erythembildungen der Haut bei Fieber deuten auf dieses Homöopathikum. Oft ist es auch ein gut wirkendes Mittel bei unerträglichen Metastaseschmerzen oder Schmerzen in der Tumorgegend.

Leitsymptom ist das Brennen
Brennschmerz der entzündeten Schleimhäute, der Haut,
auch brennender Schmerz in der Tumorregion.
Dosierung: D 4 bis D 12
D 3 bei Tumorschmerzen

Marion Hoffmann

Chelidonium - Chelidonium majus ( Chel. )

Schöllkraut, Schellkraut, Warzenkraut, Hexenkraut, Teufelsmilch, Gilbkraut, Goldwurz, Schwalbenwurz
Fam. nat.: Papaveraceae

Das Schöllkraut ist eine mehrjährige 50 - 70 cm hohe Pflanze mit scharfen, bitteren und brennendem Geschack. Sie ist in Europa, Nordamerika und Innerasien häufig auf kalkhaltigen Böden an Hecken, Wegrändern und Schuttplätzen anzutreffen. Nach Nordamerika wurde sie durch Siedler eingebracht, die sie als Medizinalpflanze nutzten.

Inhaltsstoffe sind Benzylisochinolinalkaloide, Harze, etherische Oele, Saponine.
Die Hauptwirkung geht von den in allen Pflanzenteilen enthaltenen Isochinolinalkaloiden aus:
Chelidonin hat eine morphinähnliche Wirkung: zentral sedativ, analgetisch und spasmolytisch auf die glatte Muskulatur.
Chelerythin wirkt schleimhautreizend und zentral lähmend.
Sanguinarin hat in hohen Dosen Strychnin ähnliche Wirkung.
Berberin wirkt cholekinetisch.
Darüberhinaus haben Chelidonin, Chelerythin und Sanguinarin bakterizide und fungizide Eigenschaften.
Alle Alkaloide sind schwach toxisch und führen bei Überdosierung zu Reizungen des Magen-Darm-Traktes mit Emesis und blutigen Diarrhoen.
Der Gehalt an Chelidonin ist Massstab zur Bewertung der Droge. Er ist abhängig vom Standort, dem Erntezeitpunkt und des Trocknungsverfahrens.
Die orange-gelbe Farbe des Milchsaftes beruht auf dem Gehalt von Carotinoiden, ausserdem enthält er Alkaloide und Berberin. Bei Hautkontakt können sich Blasen bilden und er verursacht schwer zu entfernende gelbe Flecken.

Zur homöopathischen Aufbereitung wird der frische Wurzelstock mit allen anhängenden Wurzeln zu Beginn des Austriebs oder im Spätherbst verwendet ( DHU ). Die französischen Homöopathen nehmen die ganze frische Pflanze, die sie während der Blütezeit ernten.
Die Droge wird heute meist aus Wildbeständen osteuropäischer Länder importiert.
Der Gattungsname Chelidonium kommt vom griechischen "chelidon" = Schwalbe und besagt, dass die Pflanze mit dem Eintreffen der Schwalben im Mai bis zu deren Wegzug im September blüht. Der deutsche Name "Schöllkraut" hat sich wohl im Laufe der Zeit aus der mittelalterlichen Bezeichnung "Schelkrut" = Schälkraut entwickelt. Der Artname "majus" = gross wurde früher zur Unterscheidung vom Schabockskraut hinzugefügt, als dieses noch mit "Chelidonium minus" bezeichnet wurde.

Seit der Antike wird das Schöllkraut mediinisch genutzt und ihm bedeutende Heilkräfte zugeschrieben. Mit der Milch bestrich man Hühneraugen und Warzen. Dioskurides und Plinius empfahlen Chelidonium bei Gelbsucht und Lebererkrankungen. Hieronymus Bock schreibt:".... der bittere safft und wurzel ist hiziger natur - er öffnet, innerlich gebraucht, die verstopfte Leber.... der safft fürdert auch warzen zur heilung." In seinem Kreuterbuch von 1543 schreibet Leonhart Fuchs: "...die Wurtzel ... eröffnet die verstopfung der leber und vertreibt die geelsucht."
Im Mittelalter versuchten die Alchimisten aus dem orange-gelben Milchsaft Gold herzustellen - vermutlich stammt der Name "Goldwurz" daher. Äusserlich wurde er bei verschiedenen Hauterkrankungen, besonders bei der Krätze eingesetzt. Die Volksmedizin liess ihn auf Warzen und Hühneraugen tupfen. Das getrocknete Kraut und der Wurzelstock sollten gegen Zahnschmerzen und bei verschieden Augenleiden helfen. Der englische Arzt und Kräuterkundler Nicholas Culperer schreibt in seinem Complete Herbal "...das Kraut wird Chelidonium genannt nach dem griech. Wort chelidon = Schwalbe, weil man sagt, dass, wenn man jungen Schwalben die Augen aussticht, die Alten sie mit diesem Kraut wieder herstellen..."
Bei Constantin Hering steht:..."Diese schon im Altertum berühmte Arzneipflanze konnte sich auch durch das Mittelalter hindurch ihren Ruf erhalten. Die Arznei wurde bei ernsten Beschwerden insbesondere Leberstörungen verabreicht...."

Chelidonium ist ein von Hahnemann gut geprüftes Homöopathikum. Es ist ein altbekanntes und sehr wichtiges Leber- und Gallemittel. Bei fast allen Erkrankungen der Leber von einfachen Kongestionen bis zur heftigen Kolik kann es angezeigt sein.
Bewährt hat es sich bei Cholecystopathie, Cholangitis, Cholelithiasis, hepatogener Gastritis und Neuralgien auf der Basis eines Leber- und Galle-Leidens, Leberaffektionen mit vielen Schmerzen und Wundheitsgefühl in der Lebergegend begleitet mit bitterem Mundgeschmack. Chelidonium entspricht vorwiegend dem rechten Leberlappen (Carduus marianus dem Linken).

Leitsymptome: krampfartige stechende Oberbauchschmerzen die zum rechten Schulterblatt ausstrahlen, extreme Berührungsempfindlichkeit des Oberbauches (Gürtel, Kleidung), bitterer
Mundgeschmack, rechtsseitiger Kopfschmerz, Müdigkeit, Abgeschlagenheit.

Verschlimmerung: bei kaltem, rauhem Wetter, durch Berührung

Besserung durch: Essen
warme Getränke
Ruhe
Wärme ( Leberwickel )

Verlangen aber auch Abneigung nach Milch und Milchprodukten, besonders nach Käse.

Dosierung: D 2 bis D 6

Marion Hoffmann

September 2009

Berberis vulgaris - gemeine Berberitze, Sauerdorn, Essigbeere, Spiessdorn, Gaissenlaub, Hasenbrot

Fam. nat.: Berberidaceae

Die gemeine Berberitze ist ein 2 bis 3 Meter hoher Strauch der in großen Teilen Europas, Westasiens und in Nordamerika heimisch ist. Er wächst bevorzugt auf kalkhaltigen, trockenen bis mässig feuchten Böden am Waldrand oder auf lichten Auen.
Inhaltstoffe sind Columbamin, Jatrorrhizin, Palmatin, mehrere Isochinolin- und Protoberin-Alkaloide wovon Berberin der Hauptinhalts- und der Hauptwirkstoff ist. Protoberinalkaloide hemmen verschiedene Enzyme und Neurorezeptoren. Sie sind zytotoxisch und wirken gegen Bakterien und Pilze. Berberis- Alkaloide sind blutdrucksenkend und regen die Gallenblasentätigkeit an. Reines Berberin ist antiseptisch und schwach antibiotisch, ausserdem wirkt es beruhigend auf das Zentralnervensystem. Im Orient wird es in oraler Form als intestinales Antiseptikum angewendet.
Die reifen Früchte sind alkaloidfrei und daher essbar. Sie schmecken säuerlich, sind reich an Vitaminen und haben neben einer appetitanregenden eine leicht abführende Wirkung. In Frankreich wird daraus Marmelade gekocht, in orientalischen Ländern werden sie wie Rosinen zum Kochen benutzt.

Für die homöopathische Zubereitung werden nach HAB 1 die getrocknete Rinde der ober- und unterirdischen Teile verwendet.
(Nach HAB 34 die getrocknete Wurzelrinde.
Nach HAB 1 Berberis vulgaris e fructibus sind es die von den Fruchtstielen befreiten ausgereiften Beeren.)

Den Namen "Berberis" oder "Berberitze" sollen die Römer dem Strauch nach seiner Herkunft aus dem Gebiet der Berber gegeben haben. Einer anderen Version nach stammt "Berberis" aus dem Arabischen "berberi" = Muschel, weil die die Blätter wie eine Muschel ausgehöhlt sind.
Im 16. Jahrhundert waren die Bezeichnungen "Saurach" oder "Essigdorn" gebräuchlich, die auch von dem niederländische Arzt und Botaniker Carolus Clusius und von Hieronymus Bock in ihren Schriften benutzt wurden. Der Name "Sauerdorn" bezieht sich auf den sauren Geschmack der Beeren und Blätter und auf die Dornen der Zweige. Der Artname "vulgaris" bedeutet, dass die Pflanze häufig vorkommt.
In die Offizinae eingeführt wurde die Berberitze weil sie früher für die Oxyacantha des Dioskurides gehalten wurde, den die Araber Berberis nannten.
Im Mittelalter verwendete man von Berberis vulgaris vorwiegend die Früchte, die innerlich und äusserlich als Heilmittel in den verschiedensten Aufbereitungen als Medizin hergestellt wurden, wie im Kreuterbuch von 1564 von Lonicerus und im Kreutterbuch von Bock von1565 nachzulesen ist.
Die Wurzelrinde diente nur zum Ausziehen von Pfeilen und Dornen, die Wurzel zum Gelb färben.
In der Volksmedizin wurden die Rinde und die Wurzel als Drainagemittel eingesetzt: zum "Hinausschaffen der Feuchtigkeit".
Nach Kneipp wirkt Berberis vulgaris bei Leberfunktionsstörungen, Gallestauungen und Steinleiden.
Berberis vulgaris hat einen starken Bezug zur harnsauren Diathese:
Durch eine schlechte Stoffwechselfunktion der Leber kommt es zum Harnsäureanstieg im Blut, der zu einer Überlastung der Nieren mit Ausscheidungsprodukten führt.
Berberis fördert die Diurese u n d die vermehrte Ausscheidung der "harnsauren" Stoffe, die Leber und Nieren belasten. Hyperurikämie, Nierengries und Uratsteine sind die Indikationen.
Auch bei Cholelithiasis, Gallengries, Gallenkolik sollte man Berb. zur Ausleitung geben. Rheumatische Sensationen die auf Berberis vulgaris reagieren können in allen Muskeln und Gelenken auftreten, bevorzugt im Lendenwirbelbereich : Lumbago mit in die Beine ausstrahlendem Schmerz und Ziegelmehl im Urin.
Nicht vergessen sollte man Berb. bei Nieren- und Rückenschmerzen mit Zerschlagenheitsgefühl und lähmiger Schwäche.
Leitsymptom: grosse körperliche Schwäche, geistige Abgespanntheit
Nieren- und Rückenschmerzen mit Zerschlagenheit und lähmiger Schwäche
Gelber oder roter Harnsatz
rascher Wechsel der Symptome

Verschlimmerung durch: Stehen, Bewegung, plötzliche Erschütterung

Besserung durch: Ruhe

Dosierung: D 3 bis D 6

Marion Hoffmann

Komplexmittel

Berberis komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung:
Berberis D 4, Colchicum D 4, Colocynthis D 4, Lobelia inflata D 4, Lycopodium D 4, Acidum oxalicum D 4, Sulfur D 6, Gelsemium D 4, Mandragora D 4, Stilingia silvatica D 4

Anwendung: Bei akuter und chronischer Gicht. Gichtknoten an den Händen. Neigung zu Nierensteinen.
das Mittel dämpft die Bereitschaft zur Auskristallisation sämtlicher Säuren im Körper.

Dosierung: 2 - 3 x tägl 10 Tropfen. Abends ca 30 Tropfen in heissem Wasser.

August 2009

Bellis perennis - Gänseblümchen
Massliebchen, Sonnentürchen, Wundkraut, Zeitlose Fam. nat.: Asteraceae ( Bell-p. )

Das Gänseblümchen ist in ganz Europa und Asien heimisch, in Nordamerika und Neuseeland wurde es eingebracht.
Alle Pflanzenteile enthalten Wirkstoffe: Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, etherisches Öl, Wachs, Inulin, Apigenin-7 Glycosid Cosmosiin.
Die homöopathische Urtinktur wird aus der frischen ganzen Pflanze mit ihren Wurzeln zur Blütezeit hergestellt.

Der lateinische Name "bellus" heisst "hübsch, schön, fein, nett, artig" und "perennis" = ausdauernd - sie ist die Pflanze mit der längsten Blühdauer (März bis November).
Den Namen "Gänseblümchen" erhielt die Pflanze wohl daher, dass die Gänse auf der Weide gerne die Blüten und Blätter fressen.
Gänseblümchen sind überall zu finden. Sie wachsen an Wegrändern, im Gartenrasen, auf Wiesen und Weiden. Bei feuchter Witterung und des nachts schliessen sich die Blüten um sich bei Sonnenschein zu öffnen und sich nach dem Licht zu drehen. Wenn über die Pflanze hinweggelaufen oder auf ihr herumgetrampelt wird richtet sie sich immer wieder auf.
In der Blumensprache steht das Gänseblümchen für Reinheit und Unschuld.
Kinder lieben die Blüten wie der Reim besagt:
"Kinder kommt und spielt mit mir,
bindet mit mir Kränze,
setzt sie auf, dann tanzen wir
Gänseblümchentänze."
Christian Andersen schrieb "Das Gänseblümchenmärchen".
Auch als "Liebesorakel" werden die Blüten benutzt: "er liebt mich , er liebt mich nicht"... In Goethes Faust zupft Gretchen vermutlich die Blütenblätter des Gänseblümchens aus.
Eine irische Sage erzählt von der Fee Milka die dem Kind des Königs heimlich "Gänseblümchenspeise" zu essen gibt damit es nicht mehr wächst und Harry Potter gibt Gänseblümchenwurzeln in seinen "Schrumpftrank".
Für uns sind die nussig schmeckenden jungen Büten zum Verzehr geeignet: im Salat, auf ein Butterbrot oder man legt die Knospen wie Kapern ein.

Im Mittelalter wurde das Massliebchen in der Volksheilkunde als Wunderheilmittel angesehen für Wunden, Geschwüre, Hauterkrankungen, Schmerzen und Fieber, Atemwegserkrankungen, Beschwerden der Leber, des Magens und des Darmes.
Lonicerus nennt es als Heilmittel für Wunden und Knochenbrüche, die Blüten in Wasser eingelegt gut für die Leber und gegen das Fieber.
Im seinem Kräuterbuch von 1543 empfiehlt L. Fuchs das Massliebchen bei Hüftweh und Kropf, Lonicerus in seinem Kräuterbuch von 1564 das Kraut und die Wurzel als Wundheilmittel, zum Appetit anregen, bei Bauchkrämpfen, Leberentzündung, Cholera und Hautflecken, äusserlich gegen lahme Glieder, Wunden und für Schwitzbäder.
Matthiolus nennt das Massliebchen in seinem New-Kreuterbuch 1626 "ein rechtes Wundkraut".
Im Medicinischen Lexicon von 1755 gibt von Haller Bell-p. für Leber und Nieren und zur Verteilung von geronnenem Blut bei Verwundeten an.
Im 19. Jahrhundert waren nur noch die Blüten offizinell, bis dahin wurden alle Pflanzenteile und die Wurzeln verwendet.

In die Homöopathie wurde Bellis durch den englischen Arzt und Homöopathen Dr. James Compton Burnett (1840 - 1901) eingeführt, der die Indikationen der Volksmedizin übernahm.
Die erste AMP im Selbstversuch machte 1856 Dr. Thomas, der Schriftleiter der Zeitschrift für Klassissche Homöopathie war.
Prof. Dr. Hugo Schulz (1853 - 1932 ) gibt die Verwendung als Expektorans, bei Mastitis und Leberleiden an.
E. Haehl und J. Mezger prüften 1927 über mehrere Monate die D 6, D 2 und die Tinktur.

In der heutigen Homöopathie ist Bellis perennis ein oft eingesetzes, bewährtes Heilmittel bei Beschwerden durch Überanstrengung, Verletzungen infolge von Schlag oder Sturz, Frakturen mit Blutergüssen, Quetschungen, Rippenprellungen, bei Blutungsneigung und hellroten Gebärmutterblutungen, besonders nach Anstrengung. Hier wirkt es auf die Muskelfasern der Blutgefässe. Auch bei Senkungsbeschwerden der weiblichen Genitale und Bauchdeckenschmerzen in der Schwangerschaft hat es sich bewährt. Hier sind jedoch die Leitsymptome und Modalitäten ausschlaggebend. Hautprobleme reagieren oft überraschend gut auf Bellis perennis: papulöse, vesikulöse Exantheme, blutender Herpes labialis, Furunkulose.

Leitsymptome:
Zerschlagenheits- und Wundheitsgefühl im ganzen Körper
Bewegungsdrang mit Besserung bei Bewegung
Blutungsneigung besonders nach Anstrengung
Folgen von kalter Nässe nach Überhitzung
Folgen von Verletzungen und Überanstrengungen

Verschlimmerung:
in der Nacht 2 bis 3 Uhr
morgens beim Erwachen
durch Kälte

Besserung:
durch fortgesetzte Bewegung
reiben massieren
durch Wärme

Cave:
Bei Kopfschmerzen Besserung durch Kälte, Verschlimmerung durch Wärme!

Dosierung: D 2 bis D 6

Äusserlich: Bellis ad usum externum
Für Umschläge 2 Kafeelöffel Tinktur auf ½ Liter Wasser

Marion Hoffmann

Komplexmittel

Bellis komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung: Bellis perennis D 2, Euphorbium D 4, Abrotzanum D 2, Borax D 4, Lachesis D 19, Ranunculus bulbosus D 3, Rhus tox D 4, Viola tricolor D 2, Yucca filamentos
a D 2, Hydrocotyle asiatica D 4

Anwendung: Bei bläschen- und blasenbildenden Ekzemen und bei entzündlichen Hauterkrankungen

Dosierung: 2 - 3 x tägl 10 Tropfen. Vorsicht bei Empfindlichkeit auf Giftsumachgewächse (Rhus tox.)

Juli 2009

Arum triphyllum, Arisaema triphyllum - Zehrwurzel, Indianerrübe, Kuhwurz, kleine Natterwurz ( Arum - t. )

Arisaema atrorubens
Fam.nat.: Araceae

Arum triphyllum ist eine mehrjährige Pflanze die in feucht-warmen Sumpfgebieten von Amerika und China heimisch ist.

Für die Urtinktur wird der frische Wurzelstock vor der Entwicklung der Blätter gesammelt.

Arum triphyllum ist botanisch und auch in der Wirkung mit unserem heimischen Aron ( Arum maculatum ) nahe verwandt. Beide Arten sind sehr giftig.
Die Inhaltsstoffe sind wenig geprüft, der wichtigste Wirkstoff ist das Aroin. In der Arzneimittelprüfung bewirkt es heftige Entzündung und Schwellung der Schleimhäute von Nase, Rachen und Kehlkopf sowie des Magens und Darms mit Bildung von Geschwüren und Pseudomembranen. Der Speichel ist reichlich, scharf und stinkend. Es kommt zur Reizung des Zentralnervensystems mit Krämpfen. Auf der Haut bilden sich bei äußerer Einwirkung oder Einnehmen von Arum-t. bläschenartige Ekzeme und Erytheme, die mit Masern oder Scharlach vergleichbar sind und
Von dem in Nordamerika angestammten dreiblättrigen Aronstab ( Arum - Aronstab, triphyllum - dreiblättrig ) verwenden die Indianer die Wurzel als Nahrungsmittel, die getrocknet ihre Schärfe verliert. In Nord- und Südamerika wird sie vermahlen als Heilmittel bei Rheuma, Mundgeschwüren und Magenkatarrh verabreicht (Dragendorff, Die Heilpflanzen verschiedener Völker und Zeiten).
Die erste homöopathische Prüfung führte 1844 James durch. Von Hering veröffentlichte deren Resultate 1856 in den "Hom.News".

Arum-t. ist ein wertvolles Heilmittel bei katarrhalischer Heiserkeit, Aphonie nach Infektion oder durch Überanstrengung (Heiserkeit der Redner und Sänger), akuter Rhinitis und Pharyngo - Laryngitis. Bei einer verstopften Nase der trotzdem ständig eine wässrige, ätzende, die Oberlippe wund machende Absonderung aus einem Nasenloch (vorwiegend dem linken) läuft, sollte man besonders an Arum-t. denken.

Leitsymtome:
Heftiges Brennen und Stechen der entzündeten Schleimhäute, die rot sind wie rohes Fleisch.
Die scharfen Schleimhautabsonderungen reizen und ätzen.
Heiserkeit und Wundheit des Kehlkopfes.
Unwiderstehliches Verlangen mit dem Finger in der Nase zu bohren.
Der Patient will die Borken und Krusten oder die ausgetrocknete, eingerissene Haut an den Lippen und in der Nase loswerden indem er in der Nase bohrt oder die Hautfetzen von den Lippen zupft bis es blutet.

Verschlechterung:
kalter Wind
Überanstrengung der Stimme
Hinlegen
Dosierung: D 2 bis D 6
bei schweren septischen Prozessen D 1
bei vorwiegend nervösen Symptomen bis D 12

Häufige Gaben wirken besser! Stündlich 1 bis 3 Gaben
Sehr empfehlenswert ist auch das Gurgeln.
10 Tropfen der Essenz auf 1 Glas Wasser.

Bei chronischem Schnupfen kann Arum-Glyzerin 1 : 10 als Nasentampon hilfreich sein.

Marion Hoffmann

Komplexmittel

Arum triphyllum komplex Tabletten Nestmann

Zusammensetzung: Arum triphyllum D 3, Anisum D 3, Carbo vegetabilis D 3, Hepar sulfuris D 4, Senega D 3, Coccus cacti D 3, Spongia D 4

Anwendung: Bei Erktankungen des Kehlkopfes und der absteigenden Atemwege als Expectorans. Bei Heiserkeit.

Dosierung: 3 x tägl 1 Tabl. Bei Schilddrüsenerkrankungen Nebenwirkungen möglich (wg. Spongia)

Juni 2009

Petroselinum, Petroselinum crispum, Krause Blattpetersilie, Peterchen, Peterlein, Stehsalat, Geilwurz, Bockskraut, Bittersilche (Fam.nat. Umbelliferae)

Petroselinum setzt sich aus dem griechischen „petros“ (Felsen) und „selinon“ (Sellerie) zusammen. In der Übersetzung von Homers Odyssee ist „selinon“ mit „wilder Petersilie“ übersetzt, die die Insel Ogygia der Nymphe Kalypso mit einem Teppich überdeckt.

Die Petersilie ist in der westlichen Küche eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Küchenkräuter. Sie stammt ursprünglich aus dem mediterranen Raum, vermutlich aus Griechenland. Mit dem Anbau in den Klöstern und kaiserlichen Gärten des Heiligen Römischen Reiches durch die Landgüterverodnung „Capitulare de villis“ Karl des Grossen wurde sie in den nördlichen Breiten bekannt und beliebt.

Für die Urtinktur wird die frische Pflanze mit der Wurzel zu Beginn der Blüte gesammelt.

Inhaltstoffe aller Pflanzenteile sind ätherisches Öl mit den Bestandteilen Myristicin, Apiol (Petersilienkampfer), Allytetramethoxybenzol; Flavonoide und Cumarine. Die Blättern enthalten dazu die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Kalzium, Mangan (Petros. ist die manganreichste Pflanze) und Phosphor, die Vitamine A, B, viel C, E, ; Karotin und Schleimstoffe; Melatonin; Kieselsäure; Apigenin.

Apiol ruft vasculäre Kongestionen hervor und bewirkt gesteigerte Kontraktilität der glatten Muskelfasern von Blase, Darm und besonders des Uterus und wird als Emmenagogum bei schwacher oder ausbleibender Menstruation sowie als Abortivum verwendet. Bei Männern steigert es die sexuelle Erregung.

Schon in der Antike wurde wurde die Petersilie als Arzneipflanze verwendet. Dioskurides schätzte sie ebenso als harntreibendes und menstruationsförderndes Mittel wie auch Hippokrates und Galenus, der von ihr sagte, dass sie „einschneidend und bewegend auf die Säfte wirke und den Harn treibe“. Lonicerus schilderte sie als diuretisch, steintreibend, blutreinigend, geburtsbeschleunigend und heilsam bei Rückenweh und Bauchschmerzen. Bei Hildegard von Bingen ist zu lesen:“...wer im Herzen oder der Milz oder in der Seite Schmerzen leidet, der koche Petersilie in Wein unter Zugabe von Weinessig und Honig und seihe ihn durch ein Tuch ab...“

In der Volksmedizin wurde das Kraut und die Wurzel als Sud bei Harngries, Nierensteinen, Blasenschwäche, Wassersucht, Milz- und Leberleiden, Verdauungsstörungen und Blähungen gegeben. Die Samen galten als fiebersenkendes und harntreibendes Mittel. Sie wurden bei Harnverhalten, Nierenwassersucht, mangelhafter Menstruation und Krankheiten der Gebärmutter verabreicht. Mit Öl und Salz zerstampfte Petersilie sollte gegen Zahnschmerzen hilfreich sein.

Die alte volkstümliche Anwendung des frischen Saftes (zerquetsche Petersilie) auf Mückenstiche hat sich bis heute ebenso bewährt wie das Zerkauen von frischer Petersilie gegen Knoblauchgeruch.

Im Mittelalter galt die Petersilie als Hexenkraut. Die Wurzeln und Samen wurden den Flugsalben und Liebestränken beigemischt oder als Abortiva gegeben. Der Spruch: „Petersilie hilft dem Manne aufs Pferd, bringt die Frau unter die Erd“ beschreibt die aphrodisierende und abortive Wirkung. „Peterlesgässchen“ wurden damals die Strassen genannt in denen sich die Bordelle befanden.

Bekannt ist auch der Reim (mit Melodie): „Petersilie, Suppenkraut, steht in unserm Garten – unser Liesel ist die Braut, kann nicht länger warten – roter Wein, weisser Wein, morgen soll die Hochzeit sein.“ Der rote Wein spielt auf die Monatsblutung an, der weisse auf das Sperma.

Ehepaare feiern die „Petersilienhochzeit“ nach 12,5 Ehejahren...

Petroselinum ist ein häufiger Bestandteil der Urologika.

In der Homöopathie ist es ein kleines, wirkungsvolles Heilmittel bei unspezifischen Infekten der ableitenden Harnwege, Reizzuständen der Harnröhre und des Blasenhalses, Harnröhrenkatarrh mit Fuor, Enuresis nocturna, Harninkontinenz bei Prostatahypertrophie oder als Folge von Uterusoperationen.

Leitsymptom ist ein häufiger Harndrang der heftig ist und plötzlich kommt, mit Kribbeln an der Fossa navicularis, das nach dem Wasserlassen in stechende Schmerzen übergeht. Kribbeln und Jucken längs der Harnröhre.

Dosierung: D 2 bis D 6

Marion Hoffmann

Komplexmittel

Petroselinum ist in der D 3 enthalten in Acid. benzoicum komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung:
Anwendung: Bei schmerzhaften Erkrankungen der Nieren und der Harnwege sowie bei Gelenkschmerzen

Dosierung: 3 x tägl 10 Tr in stillem Wasser

Mai 2009

Anacardium orientale, Anacardium ( Anac. ) Semecarpus anacardium, Ostindischer Elefantenlausbaum,
ostindischer Tintenbaum, Malakkanussbaum
Fam. nat.: Sumachgewächse (Anacardiaceae)

Der 6 bis 10 Meter hoch werdende Baum, der ursprünglich aus Ostindien stammt, wird in Südasien und anderen tropischen Ländern kultiviert.
Inhaltsstoffe der Steinfrüchte sind Cardol, Anacardsäure, ß-Sitosterol, fettes Öl.
Auf die Haut gebracht verursachen diese Stoffe eine starke Dermatitis, die sich wie ein Erysipel über grosse Teile des Körpers ausdehnen kann oder als pustulöse Dermatitis einer Verbrennung 2. Grades gleicht. Per os verabreicht reagieren die Schleimhäute mit einer heftigen Gastro-Enteritis, es kommt zu Respirationsstörungen und zu motorischen Lähmungen.
Für die homöopathische Urtinktur nach dem HAB werden die reifen, getrockneten Früchte verwendet.
Semecarpus anacardium ist vom Giechischen: "semasia" = kennzeichnen, "Karpós" = Frucht abgeleitet. Der Gattungsname "anacardia" von "ana" = nach oben - beschreibt das Herauswachsen der Nuss aus einem fleischigen Fruchtstiel und "cardia (anat.)" = die ursprüngliche Bezeichnung für das Herz, das der Herzform der Früchte entspricht.
Die Nüsse enthalten in den Lücken der Mittelschicht des harten Fruchtgehäuses ein bräunlich ätzendes Öl, welches später austrocknet und eine schwarze Farbe annimmt. In Indien wird es als Schutz gegen Termiten verwendet.
In Südostindien wird das getrocknete Öl (bhilawan oil), mit Kreide zu einer unauslöschlichen Tinte verarbeitet mit der Wäsche gekennzeichnet wird. Diese Kennzeichnung kann - trotz vieler Wäschen - zu Hautreizungen und Hautausschlägen führen. Auch zur Herstellung von Stempelfarbe wird das bhilawan oil genommen. Das erklärt den volkstümlichen Namen "Tintenbaum".

Schon in der frühen ostindischen Heilkunde gab man Anacardium gegen Lähmungen, Unterleibs- und Hauterkrankungen, Warzen, Hühneraugen und Gedächtnisverlust. Zur Immunisierung gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche wurde es in aufsteigender Verdünnung verabreicht.
Lonicerus schreibt den Elefantenlausfrüchten in seinem 1557 erschienenem Kräuterbuch eine gedächtnisstärkende Kraft zu.
Der Schweizer Arzt A.v. Haller weist im Medizinischen Lexikon von1755 auf die magenstärkende Wirkung der Früchte hin.
Die erste in Deutschland durchgeführte Prüfung von Anacardium orientale leitete 1823 Ernst Stapf, der Herausgeber der ersten Zeitschrift für Homöopathie, in Anwesenheit von Hahnemann, der 1835 das Mittel selbst prüfte.
In der AMP (Arzneimittelprüfung) zeigt Anac. eine Beziehung zum Zentralnervensystem, die mit psychotischen und neurasthenischen Zuständen vergleichbar ist. Die Wirkung im autonomen Nervensystem äussert sich durch Reizung der Schleimhäute an den Verdauungsorganen, besonders betroffen ist der Solarplexus.
Anacardium orientale ist ein schnell und tief wirkendes Heilmittel bei Ulcus ventriculi, Neigung zu ulcus duodeni, Spät- und Nüchternschmerz in der Duodenalgegend bei Neurasthenikern, nervöser Dyspepsie, Hyperemesis gravidarum, Aphten und entzündeten Schleimhäuten des Mundes. Hautausschläge mit heftigem Juckreiz und nervöser Gereiztheit, erysipelartige Dermatitis, Bläschendermatitis, nässende Ausschläge mit Krustenbildung, nässende Ekzeme mit Juckreiz, neurotische Ekzeme der Hände und Handflächen, Herpes simplex und Herpes zoster sind die Indikationen der Haut, die eine scharlachartige Rötung zeigt. Gedächtnisschwund für gerade vergangene Ereinisse, geistige Blockaden nach Apoplex oder bei Morbus Alzheimer, Vergesslichkeit mit Reizbarkeit, Hypochondrie und Hysterie sind weitere Anwendungsgebiete.
Bei Patienten mit Gemüts- und Gedächtnisstörungen sind die Sinnesorgane überempfindlich oder abgestumpft. Sie haben das Gefühl einer gespaltenen Persönlichkeit, glauben zwei Willen zu haben, leiden unter Minderwertigkeit und sind in einem Zustand von Angst vor eingebildeten Sorgen um die Zukunft oder sie sind ungewöhnlich reizbar und neigen zu Zornesausbrüchen.

Leitsymptom: ist das in verschiedenen Körperteilen auftretende "Pflockgefühl"
Verbesserung: alles besser durch essen (mindestens für zwei Stunden)
am Nachmittag und abends
Verschlechterung: durch Ärger und Folgen von Ärger
durch körperliche Anstrengung
der Psyche am Morgen
Schlaf unterbrochen bis Schlaflosigkeit
Träume von Feuer und von Leichen
Dosierung: D 6 - D 12 - D 30
in seltenen Gaben, meist heilt Anac. schon mit 2 bis 3 Gaben.
Nie zu tiefe Potenz geben!

Anacardium orientale sollte nicht mit Anacardium occidentale verwechselt werden. Anacardium occidentale (auch Fam. nat.: Anacardiaceae) ist der aus Amerika stammende Kaschubaum, der die Kaschunüsse - Cashewnüsse - trägt.

Marion Hoffmann

Komplexmittel

Anacardium F Komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung: Anacardium D 4, Hyoscyamus D 4, Cocculus D 4

Anwendung: Bei nervlicher Erschöpfung, Gedächtnisschwäche, Schwindel, Benommenheit

Dosierung: 3 x tägl 10 Tr in stillem Wasser

April 2009

Actaea spicata - Christophskraut

Schwarzkraut, Ähren tragendes Christophskraut, Hexenkraut, Wolfsbeere, Teufelsbeere
Fam. nat.: Ranunculaceae ( Act.-sp.) Actaea

Actaea ist ein ausdauerndes, krautiges, Staudengewächs, das in den Laub- in Mischwäldern Mitteleuropas bis hin nach Westsibirien auf feuchten, locker-steinigen Böden zu finden ist.
Als Inhaltsstoffe werden genannt Alkaloide (Magnoflorin), organische Säuren (Aconitinsäure), Saponine; Aromastoffe (in den Blüten), Flavonoide (in den Blättern), Fettsäuren (in den Samen).
Für die homöopathische Zubereitung werden die frischen unterirdischen Teile nach dem Austrieb der Sprossen gesammelt.
Der Gattungsname "actaea" kann einige Ableitungen haben:
Vom griech. "actis" = Strahl, wegen der stahligen Blütenstände, vom lat. "acer" = spitz, scharf von den spitzen Fiederblättern oder dem scharfen Geruch der zerriebenen Blätter.

Mythologie: Interessant ist auch die Ableitung von "Aktäon" = dem Namen des Jägers, der nach der griechischen Sage Artemis, Göttin der Jagd, beim Baden zugesehen hatte und daraufhin in einen Hirsch verwandelt wurde, den seine eigenen Hunde zerissen, da sie von den den Beeren des Christophskraut toll geworden waren...

Der Artname "spicata" heisst im Lateinischen "ährig", was den Blüten- und Fruchtstand der Pflanze bezeichnet.
Den volkstümlichen Namen "Christophskraut" erhielt die Pflanze entweder nach dem Heiligen Christopherus, Schutzpatron bei Krankheit, Tod und Pest oder auch daher, dass die Pflanze beim allgemein als "Christoffeln", dem Zaubern und Schatzsuchen im Namen Christopheri, des Meisters aller guten und bösen Geister und Helfer zum Erlangen von Reichtum, hilfreich eingesetzt wurde.
Die erste Beschreibung als Heilpflanze findet sich bei Plinius, der sie bei Frauenkrankheiten empfiehlt. Die Ärzte des Mittelalters hingegen hielten sie mit ihren Blüten und Beeren für giftig und warnten vor ihrem Gebrauch. So auch der Arzt und Naturforscher Conrad Gesner, der sie "Actaea christophoriana" nennt. Doch in der Volksheilkunde glaubte man, dass vor der Pest schützende Wirkstoffe in der Pflanze seien. Auf viele Arten wurde sie als Heilmittel eingesetzt, vor allem als Abkochung gegen die Pest, als Brech- und Abführmittel, bei Rheuma und zur Abtreibung. Auch bei Hautleiden, Asthma und gegen Kropf wurde sie verabreicht, die Bauern brannten ihrem Vieh damit die Wunden aus.

In der heutigen Homöopathie ist Actaea spicata bei Rheuma der kleinen Gelenke - vor allem der Hände aber auch der Füsse - sehr hilfreich, besonders dann, wenn Schwellung und Hitze nach der geringsten Anstrengung auftritt.
Meist ist die rechte Seite schlechter als die Linke.
Dass Act.-sp. eher bei Männern angezeigt ist, kann ich nicht bestätigen.
Leitsymptome: reissender Schmerz, als wäre etwas abgerissen,
bei der geringsten Anstrengung schwellen die schmerzenden Stellen an,
lähmungsartiges Gefühl in den Fingern.

Modalitäten:
Verschlechterung: bei Kälte, Wetterwechsel, Bewegung, Anstrengung, Ermüdung, Berührung.
Besserung durch: frische Luft.
Dosierung: D 2 - D 4 Dil.

Marion Hoffmann

März 2009
Vinca minor (Vinc.) Kleines Immergrün

Wintergrün, Dauerkraut, Totenkraut, Totenviole, Totenveilchen, Ewigkraut, Ewiggrün, Sinngrün, Jungfernkraut, Jungfernkrone.
Fam. nat.: Apocynaceae (Hundsgiftgewächse)

Das Immergrün ist ein robuster, mehrjähriger Halbstrauch, der in schattiger bis halbschattiger Lage als Bodendecker schnell nachwurzelt. Im Frühjahr - April, Mai - beginnen sich die blauvioletten, sternförmigen Einzelblüten zu zeigen.
Heimisch ist das Immergrün in Europa und im Kaukasus. Da die Ausbreitung fast ausschliesslich über den Menschen erfolgt weisen wilde oder verwilderte Plätze oft auf Standorte ehemaliger Burgen und Siedlungen hin. In Mitteleuropa wurde es erstmals 1526 bei Ulm nachgewiesen.
Inhaltsstoffe sind vor allem die Alkaloide Vincamin und Vincin, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide. Das Hauptalkaloid ist Vincamin, das chemisch und pharmakologisch mit den Rauwolfiaalkaloiden (speziell mit Reserpin) verwandt ist. Vincamin senkt den Blutdruck und verbessert die Durchlutung des Gehirns. Immergrün-Extrakte haben blutdrucksenkende, krampflösende, immunstimulierende, zytotoxische und schmerzstillende Eigenschaften. Das Immergrün wurde schon im Alterum bei zahlreichen Leiden eingesetzt. Als Phytopharmakon wird es in der Neuzeit nicht mehr benutzt. Es dient heute als Rohstoff zur Extraktion von Alkaloiden. Das rezeptpflichtige Vincamin ist in Medikamenten enthalten die gegen zerebrale und retinale Durchblutungsstörungen und vasculärer Demenz eingestzt werden.
Für die homöopathische Zubereitung werden die frischen oberirdischen Teile mit den anhängenden faserigen Wurzeln zur Blütezeit gesammelt.
Vinca minor ist eine uralte Pflanze deren Namen sich vom lat. "vincire" - fesseln, umwinden, binden oder vom lat. "vincere" - besiegen (Eis und Schnee) ableiten lässt. Der deutsche Name bezieht sich auf die immergrünen Blätter.
Das "Immergrün" symbolisiert die Treue und das ewige Leben. So wurde es in manchen Gegenden wie Rosmarin und Myrthe als Hochzeitskranz verwendet, in anderen für Totenkränze. Der Voksglaube kannte zahlreiche Bräuche: Mit Blättern wurde geräuchert um vor Hexen und bösem Zauber zu schützen, um Krankheitsgeister zu vertreiben, es wurde als Orakelpflanze benutzt oder in Liebestränke gegeben. In den Alpenländern hängte man an den Fenstern Kränze zum Schutz für Mensch und Vieh auf. In der Rheinischen Volksbotanik steht: Im Oberbergischen flochten Mädchen in der Matthiasnacht (23.Februar) einen Kranz von Immergrün und einen von Stroh. Mit den beiden Kränzen und einer handvoll Asche gingen sie um Mitternacht schweigend zu einer Wasserstelle wo sie die Kränze und die Asche auf das Wasser gaben. Sie tanzten mit verbunden Augen und griffen dann in das Wasser: Hatte ein Mädchen das Immergrün in der Hand so bedeute das den Brautkranz, griff es den Kranz aus Stroh gab es ein Unglück, die Asche bedeutete Tod.
In dem "ausfühlichen Kräuterbuch", das Albertus Magnus (1193 - 1280) zugeschrieben wird, kann man lesen: "die Blätter blutreinigend, leicht purgierend und stärkend bei Durchfällen... der Wein getrunken, in welchem das Kraut gesottet worden ist, stillt die rote Ruhr. Das grüne Kraut gestossen und auf den Kopf gelegt stillt das Nasenbluten. Wunden mit einer Abkochung ausgewaschen und mit dem zerquetschten Kraut verbunden heilen rasch....".
In den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird das Immergrün als Heilmittel gegen Kopfschmerzen, Schwindel, zur Blutreinigung, bei Nasenbluten und Zahnschmerzen empfohlen.
Dioskurides schreibt:...die Blätter und Stängel in Wein getrunken beschwichtigen Durchfall, gekaut lindern sie Zahnschmerzen.
Im Kräuterbuch von Lonicerus wird Vinca minor gegen Erkältung, als Diuretikum und bei Geschwüren empfohlen.
Matthiolus wendet Vinc. bei der roten Ruhr, Blutspeien, Nasenbluten und Zahnschmerzen an.
In dem von Tabernaemontanus1588 veröffentlichtem Kräuterbuch nennt er das Immergün "Sinnkraut" und schreibt: "wider das Nasenblutensoll man das grüne Kraut zerstossen und auf die Scheitel des Haubts und um den Hals binden - so lässt es nach. Auch ist es gut dass man die Blätter lang im Mund halte davon sich auch das Nasenbluten zu stillen pfleget. ....es wird auch dies Kraut sehr gerühmet von den Weinhändlern die trübe abgefallenen Wein wiederum schön gelb und lauter damit zu machen wann man es in die Fass leget....".
Von Haller beschreibt Vinc. im medizinischen Lexicon von 1755 gegen Blutflüsse als "anziehendes Wundkraut".
In der Homöopathie wird Vinca minor haptsächlich als Heilmittel für Erkrankungen der Haut eingesetzt: Nässende Hautausschläge, Ekzeme der Kopfhaut mit starkem Juckreiz und Milchschorf sind die bekanntesten Indikationen. Auch nicht vergessen werden sollte der Einsatz von Vinc. bei Stomatitis und Schleimhaut-Blutungen.
Dosierung: D 1 bis D 6
1 Teil Tinktur auf 100 Teile Wasser (oder mehr) als Gurgelmittel (nach Schier)
oder äusserlich auf die erkrankten Hautstellen auftragen.
Marion Hoffmann

Komplexmittel
Vinca minor komplex Tropfen Nestmann Nr. 162

Zusammensetzung
Vinca minor D 3, Bellis perennis D 3, Paeonia off. D 2, Ratanhia D 4, Sarsaparilla D 3, Thuja D 3,Viola tricolor, Dolichos pruriens D 4

Anwendung
Bei nässenden Hauterkrankungen

Dosierung
Je nach Schweregrad bis zu mehrmals täglich 10 Tr

Gegenanzeige: Überempfindlichkeit gegen Gänseblümchen oder andere Korbblütler

Januar / Februar 2009
Einzelmittel

Apis mellifica - Honigbiene
Apis mellifica Honigbiene (Fam. nat.Apidae) wird weltweit, v.a. aber in Europa,
Kanada, USA, in Bienenstöcken zur Gewinnung von Honig gehalten.
Das homöopathische Mittel wird aus der ganzen Biene mit Stachel und dem darin
enthaltenen Gift hergestellt und hilft bei Entzündungen mit brennenden, stechenden
Schmerzen, besonders bei juckenden Hautbeschwerden mit glasigen Schwellungen
und extremer Berührungsempfindlichkeit.
Charakteristisch für Apis sind Symptome wie Schläfrigkeit, ödematöse Schwellungen,
Durstlosigkeit, Unerträglichkeit von Wärme, stechende Schmerzen, Zerschlagenheitsgefühl und
Wandern der Beschwerden von rechts nach links. Alles ist von grosser
Unruhe begleitet.
Apis ist ein wichtiges Akutmittel mit rascher Wirkung bei Entzündungen und Ödemen - Schwellungen,
da der Körper Gewebeflüssigkeit speichert, anstatt sie auszuscheiden

Verschlechterung:
Hitze, Wärme, geschlossene Räume, Druck, Berührung
Verbesserung
Kalte Umschläge, Kälte, frische Luft, Bewegung

Dosierung: D4, D12

Marion Hoffmann

Komplexmittel
Apis F komplex Tropfen Nestmann

Zusammensetzung
Apis mellifica D 4, Echinacea ang. D 4, Euphorbium D 4

Anwendung
Hautentzündungen mit Infiltration, Ödemen und Quaddeln, Neigung zu Ulzerationen, Urtikaria

Dosierung
Je nach Schweregrad bis zu mehrmals täglich 10 Tr

Dietrich Volkmer, Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen Praxis, Spitta-Verlag 2007, ISBN 978-3-938509-45-6, 39.80 EUR, 298 Seiten
Das erste Buch für den tätigen Zahnarzt, in dem die verschiedenen Bereiche Einzelmittel- und Komplexmittel-Homöopathie, Schüssler-Salze, Bach-Blüten, Spagyrik, Homotoxin-Lehre etc zusammengefasst sind
Die verschiedenen Praxis-Tips dürften für jeden naturheilkundlich tätigen Zahnarzt (und nicht nur für ihn) eine echte Bereicherung sein.
Mit 42 farbigen Abbildungen
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Homöopathie - die sanfte (Zahn)Heilkunde - ein Buch für Zahnärzte, Ärzte, Heilpraktiker und Laien. Dr. Dietrich Volkmer
Nachdem die erste Auflage in relativ kurzer Zeit vergriffen war, erscheint nun die völlig überarbeitete, aktualiserte und neu gestaltete Version diese Buches. Der Autor geht darin besonders auf sonst kaum anzutreffende Erklärungsmuster zur Homöopathie ein und beschreibt die Unterschiede zwischen der klassischen Einzelmittelhomöopathie und der praxisnahen Komplexmittelhomöopathie. Eine Reihe von Einzelmiitteln werden ausführlich beschrieben. Die Zahnheilkunde nimmt ebenfalls einen grossen Raum ein - mit Tips zur Anwendung in der Alltagspraxis.
CoMed-Verlag. 22.80 EUR, Direktbestellung beim Verlag oder in Ihrer Buchhandlung:
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