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Juli 2010
Lycopodium
(Lycopodium clavatum), Bärlapp, Hexenkraut, Teufelskralle,
Drudenfuß, Schlangenmoos, Moosfarn, Wolfsraute
Lycopodium wächst in Europa, Asien, Nordamerika auf leicht
trockenen, schattigen Waldböden. Dieses kriechende, den Waldboden
oft weithin überziehende Moos steht in Deutschland und Österreich
unter Naturschutz. Importiert wird der Bärlapp vor allem aus
China und den osteuropäischen Ländern.
Inhaltsstoffe sind Alkaloide (Lycopodin), Fette, Öle, Flavonoide,
Aluminium.
In seinem "rohen" Zustand ist Lycopodium fast ohne arzneiliche
Wirkung. Die arzneiliche Aufschliessung ist von der sorgfältigen
Verreibung abhängig.
Die Urtinktur wird aus den Ende des Sommers gesammelten, getrockneten
und sehr sorgfältig verriebenen Sporen hergestellt.
"Lappo" war im Althochdeutschen eine flache Hand. Die
weichen Stengelspitzen verglich man mit der Tatze des Bären
- so entstand der Name Bärlapp.
Der Name Hexenmehl oder Blitzpulver rührt daher, dass bereits
im Mittelalter bekannt war, dass zerriebene Bärlappsporen in
ein Feuer gestreut mit leuchtenden Funken verbrennen, bei grösseren
Mengen eine helle Stichflamme erzeugen. Die Feuerschlucker
benutzten die ungefährlicheren Bärlappsporen und auch
für Theatereffekte wurden sie verwendet. Für die heutige
Pyrotechnik wird Bärlapp wegen der reinen Qualität und
des hohen Gehaltes seiner Sporen an ätherischen Ölen vorwiegend
in China und Nepal grosstechnisch angebaut.
Die Heilwirkung des Bärlapps nutzten schon die Ärzten
des 16. Jahrhunderts. Hyronymus Bock gibt eine ausführliche
Beschreibung die mit den Indikationen der Arzneimittelprüfung
weitgehend übereinstimmt. In der Volksheilkunde wurde das Sporenpulver
äusserlich gegen allerlei Hauterkrankungen gegeben, innerlich
bei Leberleiden, Harnerkrankungen, Rheuma und Gicht. Das aus den
Sporen verriebene feine goldfarbene Pulver wirkte auch als Wundpulver
schmerzlindern und kühlend. Die Apotheker überpuderten
ihre Pillen damit gegen das Zusammenkleben zum besseren Aussehen.
Karl der Grosse liess Bärlapp in den Klostergärten anbauen,
was die Entwicklung des Melissengeistes zur Folge hatte. Die Indianer
Nordamerikas reinigten mit den Sporen ihre Verletzungen und setzten
sie zur Blutstillung ein.
Im Vordergrund der Arzneimittelprüfungen von Lycopodium steht
die Wirkung der Leber in ihrer Stoffwechselfunktion (die Gallensekretion
ist mangelhaft). Mit der Auswirkung dieser Funktionsstörung,
auch an den Nieren, sind sämtliche Teile des Magen-Darm-Kanals
mit den angeschlossenen Drüsen betroffen. Das zeigt sich an
einer Störung der Sekretion der Schleimhäute und der Anhangsdrüsen
sowie an der Motorik des Verdauungskanals. Es bilden sich kleine
Geschwüre im Mund, brennen der Schleimhäute im Mund, Speicheldrüsen,
Tonsillen und Lymphknoten sind geschwollen. Lycopodium ist ein wichtiges
Heilmittel für entzündliche Zustände, besonders wenn
diese rechtsseitig sind und sich nach links ausdehnen. Der Magen
reagiert mit Heisshunger, ist schon nach wenigen Bissen satt oder
Hunger gleich nach dem Essen; viel saures Aufstossen. Der Leib ist
durch Gasbildung gebläht, die Taille empfindlich gegen Berührung
und Druck der Kleidung. Die Lebergegend ist schmerzhaft in Rechtslage.
Bei Blasen-, Nierenbeckenkatarrh und Steinleiden führt die
Ausscheidung von kristallinen Konkrementen zu schmerzhaften Koliken,
meist zwischen 16 und 20 Uhr. Der Urin ist scharf, übelriechend
und es setzt sich roter Sand ab.
Von grosser Bedeutung ist Lycopodium bei Erkrankrungen des rheumatischen
Formenkreises: harnsaure Diathese, die Rechtsseitigkeit der Beschwerden
und die Geistes- und Gemütssymptome geben die Hinweise auf
Lyc. bei Arthritis, Arthrose und Gicht.
Der Unterleib und die Beine sind in einem Zustand der venösen
Stase: das re Bein ist kalt, das linke heiss.
Lycopodium ist ein wichtiges Polychrest und Konstitutionsmittel.
Die Mittelwahl erfolgt hauptsächlich auf Grund der charakteristischen
Leitsymptome, die nicht alle vorhanden sein müssen.
Leitsymptome
depressiv, ärgerlich - reizbar, kann keinen Widerspruch vertragen
Minderwertigkeitsgefühl, dadurch übertrieben selbstbewusst,
diktatorisch, prahlerisch
gelbliches Hautkolorit
halonierte Augen
frühzeitig ergraute Haare
Druck der Kleidung in der Gürtelgegend ist unerträglich
Heisshunger doch nach wenigen Bissen satt oder Hunger gleich nach
dem Essen
Völlegefühl, Blähbauch, Meteorismus
saures Aufstossen, Sodbrennen
starkes Verlangen nach Süssigkeiten
Obstipation
Brennen in der Harnröhre, Harn übelriechend, mit rotem
Sand
Koliken zwischen 16 und 20 Uhr
meist chronische Leiden, die zur Abmagerung führen
rechte Seite bevorzugt, oft nach links ausbreitend
ein Fuss warm, der andere Fuss ist kalt
Verschlechterung:
in Ruhe und Wärme, vor allem Bettwärme
in geschlossenen Räumen
in der Zeit von 16 bis 20 Uhr
die Verschlimmerungszeit am Morgen betrifft das Allegemeinbefinden
und die Nervenspannkraft
Besserung:
durch kühle frische Luft
durch Bewegung
Dosierung:
D 3 bis D 6
Als Konstituitionsmittel D 30 und höher
Marion Hoffmann
Mai / Juni
2010
Petroselinum,
Petroselinum crispum, Krause Blattpetersilie, Peterchen, Peterlein,
Stehsalat, Geilwurz, Bockskraut, Bittersilche (Fam.nat. Umbelliferae)
Petroselinum
setzt sich aus dem griechischen petros (Felsen) und
selinon (Sellerie) zusammen. In der Übersetzung
von Homers Odyssee ist selinon mit wilder Petersilie
übersetzt, die die Insel Ogygia der Nymphe Kalypso mit einem
Teppich überdeckt.
Die Petersilie
ist in der westlichen Küche eines der bekanntesten und am häufigsten
verwendeten Küchenkräuter. Sie stammt ursprünglich
aus dem mediterranen Raum, vermutlich aus Griechenland. Mit dem
Anbau in den Klöstern und kaiserlichen Gärten des Heiligen
Römischen Reiches durch die Landgüterverodnung Capitulare
de villis Karl des Grossen wurde sie in den nördlichen
Breiten bekannt und beliebt.
Für die
Urtinktur wird die frische Pflanze mit der Wurzel zu Beginn der
Blüte gesammelt.
Inhaltstoffe
aller Pflanzenteile sind ätherisches Öl mit den Bestandteilen
Myristicin, Apiol (Petersilienkampfer), Allytetramethoxybenzol;
Flavonoide und Cumarine. Die Blättern enthalten dazu die Mineralstoffe
Eisen, Kalium, Kalzium, Mangan (Petros. ist die manganreichste Pflanze)
und Phosphor, die Vitamine A, B, viel C, E, ; Karotin und Schleimstoffe;
Melatonin; Kieselsäure; Apigenin.
Apiol ruft vasculäre
Kongestionen hervor und bewirkt gesteigerte Kontraktilität
der glatten Muskelfasern von Blase, Darm und besonders des Uterus
und wird als Emmenagogum bei schwacher oder ausbleibender Menstruation
sowie als Abortivum verwendet. Bei Männern steigert es die
sexuelle Erregung.
Schon in der
Antike wurde wurde die Petersilie als Arzneipflanze verwendet. Dioskurides
schätzte sie ebenso als harntreibendes und menstruationsförderndes
Mittel wie auch Hippokrates und Galenus, der von ihr sagte, dass
sie einschneidend und bewegend auf die Säfte wirke und
den Harn treibe. Lonicerus schilderte sie als diuretisch,
steintreibend, blutreinigend, geburtsbeschleunigend und heilsam
bei Rückenweh und Bauchschmerzen. Bei Hildegard von Bingen
ist zu lesen:...wer im Herzen oder der Milz oder in der Seite
Schmerzen leidet, der koche Petersilie in Wein unter Zugabe von
Weinessig und Honig und seihe ihn durch ein Tuch ab...
In der Volksmedizin
wurde das Kraut und die Wurzel als Sud bei Harngries, Nierensteinen,
Blasenschwäche, Wassersucht, Milz- und Leberleiden, Verdauungsstörungen
und Blähungen gegeben. Die Samen galten als fiebersenkendes
und harntreibendes Mittel. Sie wurden bei Harnverhalten, Nierenwassersucht,
mangelhafter Menstruation und Krankheiten der Gebärmutter verabreicht.
Mit Öl und Salz zerstampfte Petersilie sollte gegen Zahnschmerzen
hilfreich sein.
Die alte volkstümliche
Anwendung des frischen Saftes (zerquetsche Petersilie) auf Mückenstiche
hat sich bis heute ebenso bewährt wie das Zerkauen von frischer
Petersilie gegen Knoblauchgeruch.
Im Mittelalter
galt die Petersilie als Hexenkraut. Die Wurzeln und Samen wurden
den Flugsalben und Liebestränken beigemischt oder als Abortiva
gegeben. Der Spruch: Petersilie hilft dem Manne aufs Pferd,
bringt die Frau unter die Erd beschreibt die aphrodisierende
und abortive Wirkung. Peterlesgässchen wurden damals
die Strassen genannt in denen sich die Bordelle befanden.
Bekannt ist
auch der Reim (mit Melodie): Petersilie, Suppenkraut, steht
in unserm Garten unser Liesel ist die Braut, kann nicht länger
warten roter Wein, weisser Wein, morgen soll die Hochzeit
sein. Der rote Wein spielt auf die Monatsblutung an, der weisse
auf das Sperma.
Ehepaare feiern
die Petersilienhochzeit nach 12,5 Ehejahren...
Petroselinum
ist ein häufiger Bestandteil der Urologika.
In der Homöopathie
ist es ein kleines, wirkungsvolles Heilmittel bei unspezifischen
Infekten der ableitenden Harnwege, Reizzuständen der Harnröhre
und des Blasenhalses, Harnröhrenkatarrh mit Fuor, Enuresis
nocturna, Harninkontinenz bei Prostatahypertrophie oder als Folge
von Uterusoperationen.
Leitsymptom
ist ein häufiger Harndrang der heftig ist und plötzlich
kommt, mit Kribbeln an der Fossa navicularis, das nach dem Wasserlassen
in stechende Schmerzen übergeht. Kribbeln und Jucken längs
der Harnröhre.
Dosierung: D
2 bis D 6
Marion Hoffmann
(Die Adresse
von Frau Hoffmann finden Sie unter Redaktion >>>
)
Komplexmittel
Petroselinum
ist in der D 3 enthalten in Acid. benzoicum komplex Tropfen Nestmann
Zusammensetzung
Therapeutische
Anwendung
Bei schmerzhaften Erkrankungen der Nieren und der Harnwege
sowie bei Gelenkschmerzen
Dosierung nach Anordung des Therapeuten
3
x tägl 10 Tropfen
(Die Adresse
von Frau Hoffmann finden Sie unter Redaktion
>>>)
April 2010
Cicuta
virosa - Wasserschierling, Borstenkraut, Parzenkraut, Tollkraut,
Giftwüterich, Sumpfgift, Kuhtod,
Gift- Wasserschierling Cicuta ( Cic.)
Fam. nat.: Apiaceae
Die bis zu 1.50 Meter hoch werdende mehrjährige Pflanze wächst
in langsam fliessenden oder stehenden Gewässern oder an Riedgrasbeständen
in Nord- und Mitteleuropa und Nordasien.
Durch die leichte Verwechslung mit Sellerie-, Petersilien- oder
Pastinakenwurzel ist sie ist eine der gefährlichsten einheimischen
Giftpflanzen. Die ganz Pflanze ist stark giftig, vor allem die süsslich
schmeckenden unteren Stengelteile und der Wurzelstock. Der Name
"Kuhtod" besagt, dass der Wasserschierling auch für
Tiere hoch toxisch ist.
Inhaltsstoffe sind das Akaloid Cicutin, Cicutoxin (das für
die wirksame Substanz gehalten wird), Picrotoxin, Polyine und Spuren
von Furocumarinen. Der Wirkstoff - vermutich Cicutoxin -ist ein
Cerebrospinalgift, dass auf das das vosomotorische, respiratorische
und Herzvaguszentrum der Medulla oblongata einwirkt. Dieses zentral
angreifende Krampfgift ruft anfangs klonische, später tonische
(epileptiforme) Krämpfe hervor. Die letale Dosis wird in der
Literatur mit 2 - 3 Gramm der Pflanze bzw. einer Wurzelknolle angegeben.
Die Vergiftung zeigt sich innerhalb von 20 Minuten mit Brennen im
Mund- und im Rachenbereich, Übelkeit, Herzklopfen, Pupillenerweiterung
und Bewusstseinsstörungen mit nachfolgenden Krämpfen.
Der Tod tritt meist innerhalb weniger Stunden durch Atemlähmung
ein. In seiner Klinischen Toxikologie schreibt Daunderer, dass "...50
Prozent aller Vergiftungen tödlich enden". Recht häufig
sind Kinder betroffen, die die süsslich schmeckenden unteren
Stengel kauen.
Nach Tschirch könnte "cicuta" vom griechischen "kyein"
= hohlsein abgeleitet sein: der Stengel ist hohl und das Rhizom
gekammert. "Virosa" vom lateinischen "virus"
= Gift weist auf die Giftigkeit der Pflanze hin.
Für die homöopathische Urtinktur wird der frische Wurzelstock
zu Beginn der Blüte geerntet.
Es wird angenommen, dass die alten Botaniker den Fleckenschierling
"Conium maculatum" mit dem Wasserschierling verwechselt
oder gleich gesetzt haben. Bei dem "koneion" der alten
Griechen und "Cicuta" der alten Römer soll es sich
wohl um den Fleckenschierling "conium maculatum" handeln.
Bei Matthiolus und Bock findet man den Namen "Cicuta"
als Bezeichnung für den Fleckenschierling. Der Wasserschierling
wurde zuerst von dem Züricher Naturforscher Konrad Gesner (1516
- 1565) als giftige Pflanze (Herba venenosa) beobachtet und in seiner
botanischen Enzyklopädie "Historia Plantarum"(1750)
beschrieben und als "Cicuta aquatica" benannt. Im Kräuterbuch
von Tabernaemontanus (1525 -1590) wird Cicuta virosa unter dem Namen
Cicuta foetida erwähnt. Die heute übliche Bezeichnung
wonach "Cicuta aquatica Gesner" nun Cicuta virosa ist,
wurde von dem schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné
in seinem "Systema Naturae" (1758) festgeschrieben.
Die Verschreibungen des Wasserschierlings sowohl in den Kräuterbüchern
des Mittelalters als auch in der Volksmedizin sind nicht eindeutig
zuzuordnen, da sie anscheinend zwischen Conium und Cicuta keinen
Unterschied gemacht haben. Offizinell waren die Wurzel und das Kraut
Radix et Herba Cicutae.
Die erste Arzneimittelprüfung wurde von Hahnemann und seinen
Schülern durchgeführt. Er schreibt in seiner Reinen Arzneimittellehre
:"...ich habe langdauernde, eitrig zusammenfliessende Gesichtsausschläge,
bloss brennenden Schmerzes mit Beihilfe einer bis zwei Gaben von
einem kleinen Teile eines Tropfen Saftes geheilt, aber unter drei
bis vier Wochen durfte ich die zweite Gabe nicht reichen, wenn die
erste nicht hinlänglich war..."
In der heutigen Homöopathie ist Cicuta virosa ein wichtiges
Heilmittel bei Pusteln mit klebrigem Inhalt besonders auf dem Kopf
und um den Mund (Sykosis barbae), Herpes simplex, sykosiforme pustulöse
Ekzeme an den Händen, Cerebrospinalirritationen, Singultus,
Kinnbackenkrämpfen und epileptischen Krämpfen.
Verschlimmerung: durch Berührung, Erschütterung, durch
Gemütsbewegung, durch Kälte
Dosierung: Dermatopathien D 6 - D 8
zentralnervöse Störungen D 12 - D 30
Marion Hoffmann
März
2010
Cantharis
- Lytta vesicatoria Spanische Fliege, Ölkäfer,
Pflasterkäfer (Canth.)
Die Spanische Fliege ist eigentlich keine Fliege sondern ein ca.
10 bis 20 Millimeter langer, schlanker Käfer, der in Südeuropa
und dem Mittelmeerraum heimisch ist, am häufigsten wohl in
Spanien (daher der Name Spanische Fliege). In Deutschland kommt
er eher selten vor.
Die gefrässigen Tiere ernähren sich von Bättern,
vorwiegend von der Eiche, der Hagebutte, des Hartriegels, Holunders
u.ä. Bei massivem Auftreten können sie ganze Bäume
kahl fressen, bevorzugt Ölbaumgewächse, aber auch junge
Eschen.
Der auffallend metallisch-grün gefärbte Körper ist
eine Warntracht, die den Käfer vor dem Gefressen werden schützen
soll: sein Anblick erinnert die Feinde an den schlechten Geschmack,
das sie reizenden Sekret und den starken, üblen Geruch, den
die Tiere bei Gefahr absondern. Das Gift, das sich in den Drüsen
und im Blut des Käfers befindet, ist das Stoffwechselprodukt
Cantharidin. Die wirksame Substanz Mylabris cichorii, ist ein entzündungserzeugendes
Reizgift, das, auf die Haut aufgebracht, stark brennende Blasen
bildet die sich mit Sekret füllen und zu Nekrosen führen
können. Oral eingenommen entzünden sich alle Schleimhäute,
vorwiegend die der Verdauungs- und Harnwege, es kommt zum Kreislaufkollaps,
Anurie und akutem Nierenversagen. Mezger gibt an, das schon Mengen
von 0,01 bis 0,03 Gramm für den Menschen tödlich sein
können.
Für die homöopathische Aufbereitung werden die getrockneten,
gepulverten Käfer genommen.
Cantharis ist in der Homöopathie ein oft eingesetztes, altes
Heilmittel, das schon von Hippokrates zur "Ableitung einer
Entzündung nach aussen" eingesetzt wurde.
In seiner Ökonomischen Enzyklopädie weist Krünitz
darauf hin, dass " ... Galen und Dioskurides Canth. unter den
anwendbaren Heilmitteln führen" und dass " ... Canth.
den Trieb und das Vermögen zum Beyschlaf verstärken, oft
aber mit tödlichem Ausgang."
Die aphrodisierende Wirkung beruht darauf, dass die Reizung von
den Harnwegen auf die Geschlechtsorgane übergreift und dort
ein erhöhtes geschlechtliches Verlangen bis hin zum Priapismus
und Erotomanie auslöst. Laut Mezger handelt es sich hierbei
um einen direkten Einfluss auf die Geschlechtsorgane ( Allen-Doisy-Test).
Noch heute gibt es Präparate mit der Bezeichnung "Spanische
Fliege" die Cantharidin (in verträglicher Dosis) enthalten.
Die Volksheilkunde nutzte Canth. von altersher als blasenziehendes
Pflaster zur Aus- und Ableitung, sozusagen als Aderlass am Lymphsystem,
auch bei Blasenentzündungen und gegen Nachtripper.
Durch den Gebrauch als Aphrodisiakum und Abortivum war die Toxikologie
bekannt. Darauf stützt sich das homöopathische Arzneimittelbild,
Arzneimittelprüfungen konnten nur wenig Neues dazu beitragen.
Die Anwendung von Cantharis in der Homöopathie erstreckt sich
vor allem auf die Erkrankungen der Harnorgane. Akute Zystitis, akute
Nephritis, akuter Harnröhren- und Blasenkatarrh sind die Indikationen.
Brennende, schneidende Schmerzen während und nach dem Wasserlassen,
blutiger, eitriger Ausfluss, unerträglicher Tenesmus, Pollakisurie
bis Anurie, Berührungsempfindlichkeit und Schmerzen in der
Nierengegend, brennen und jucken an den Geschlechtsorganen mit gesteigertem
Geschlechtsverlangen sind die hinweisenden Symptome.
Die andere Hauptwirkung bezieht sich auf die Entzündung der
Haut mit Rötung, Bläschen, Pusteln und Blasenbildung wie
bei vesikulösen Ekzemen, Erysipel mit Blasenbildung, Verbrennungsblasen
und Herpes.
Entzündungen der serösen Häute bei Meningitis, Pleuritis,
Perikarditis oder Peritonitis reagieren auf Gaben von Cantharis,
wenn dysurische Symptome vorhanden sind.
Leitsymptome: starker Harndrang und Harnzwang mit brennenden Schmerzen,
während und
nach dem Wasserlassen
akute, heftige Entzündung der Harnwege mit Berührungsempfindlichkeit
akute Hautentzündung mit Blasenbildung und starkem Brennschmerz
Verschlimmerung:
durch Berührung und Bewegung
durch Trinken von kalten Getränken
Besserung: äussere
Wämeanwendung bei Cystitis
Dosierung: D
6 bis D 12
Nach Stauffer sollte man nicht ohne besonderen Grund unter die D
6 gehen.
Bei Verbrennungen tränkt er Kompressen mit 2 bis 3 Tropfen
Tinktur in 1 Glas
Wasser und 1 Löffel Weingeist.
Laut Mezger ist eine Brandsalbe mit 10 % Cantharis D 3 schmerzstillend
und
heilsam.
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Cantharis
ist in vielen Komplex-Mittel der Firma Nestmann enthalten
So z.B. in Solidago H Tropfen (Nieren-Blasen-Meridian),
Rhus tox. Komplex Tropfen (Hautentzündungen); Uva ursi Komplex
Tropfen (Blase, Nieren); Sabadilla F Komplex Tropfen (psychosomat.
Störungen), Grindelia F Komplex Tropfen (Milzfunktionsstörungen)
Februar 2010
Rosmarinus
officinalis - Rosmarin (Rosm.)
Rosmarein, Brautkraut, Kranzenkraut, Hochzeitskraut, Meertau, Weihrauchkraut
Fam. nat.: Lamiaceae
Rosmarin ist ein immergrüner Halbstrauch mit blassblauen Blüten
der intensiv aromatisch duftet. Er stammt aus dem Mittelmeerraum,
wo er wild wächst, ist aber heute auch in Mitteleuropa heimisch
wo er als Zier- und Gewürzpflanze kultiviert wird.
Inhaltsstoffe sind das etherisches Öl und nichtflüchtige
Komponenten. Das Öl enthält 1,8-Cineol, a-Pinen, Campher,
Camphen und Borneol. Diese Zusammensetzung unterliegt Schwankungen,
die von der Herkunft und Behandlung abhängig sind. Die nichtflüchtigen
Komponente sind Diterphenole, Zimtsäurederivate, Flavone, Triterpene,
Lipide und Polysaccharide.
Für die homöopathische Zubereitung nach dem HAB werden
die getrockneten Blätter verwendet.
Pharmakologische Untersuchungen der aus den Blättern erhaltenen
Extrakte zeigten eine antimikrobielle und antivirale Wirkung. Auch
eine Leber protektive, cholekinetische, choleretische und spasmolytische
Wirkung wurde nachgewiesen.
Die Deutung
des Namens "Rosmarinus" ist noch ungeklärt. Bereits
in der Antike wurde er für diese Pflanze verwendet und kann
vom lateinischen "rosmarinus" abgeleitet sein. Etymologisch
ist er häufig an "Rose" und den Personennamen "Marie"
angelehnt:
Rosemarie (deutsch), Rosemary (engl.), Rosmariini (finn.).
Die Bezeichnung "Meertau" kann sich auf die meerblauen
Blüten beziehen oder aus dem Lateinischen "ros" =
Tau, "mare" = Meer = Meertau stammen. Auch das griechische
Wort "rhops myrinos" = balsamischer (wohlriechender) Strauch
kann der Namensgeber sein.
"Hochzeitskraut, Kranzenkraut, Brautkraut" deutet auf
die Symbolik von Liebe hin. Bevor die Myrte in Mode kam trugen die
Bräute einen Rosmarinkranz oder Zweige davon in ihrem Brautstrauss.
Das Lied "Rosmarin und Thymian wächst in unserem Garten..."
zeigt, dass er der Vorläufer der Myrte war.
Nach Horaz und Ovid diente Rosmarin im klassischen Altertum Menschen
und Göttern als Schmuck.
In seinem Werk über Landwirtschaft, dass zur Zeit des Kaisers
Claudius entsteht,
rühmt ihn schon Lucius Moderatus Columella als Honigspender.
Nach Mitteleuropa gelangte Rosmarin möglicherweise schon durch
die Römer oder kolonisierende Benediktinermönche könnten
die Pflanze über die Alpen gebracht haben,
so dass er schon im "Capitulare de Villis" Karl des Grossen
aufgeführt und in den damaligen Klostergärten als Heilpflanze
kultiviert wurde.
Durch seinen intensiven aromatischen Geruch und leicht bitteren
Geschmack war Rosmarin Bestandteil eines der ersten Destillate.
Besonders berühmt wurde im 16. Jahrhundert das Destillat aus
frischen Rosmarinblüten und Alkohol als "Aqua Reginae
Hungariae", das nach der Königin Isabella von Ungarn benannt
wurde. Angeblich soll es sie, die gichtig und glähmt war, so
verjüngt haben, dass der König von Polen um ihre Hand
anhielt.
Doch erst im Mittelalter wurde Rosmarin als Heil- und später
als Gewürzpflanze bekannt.
Auch als Geister abweisendes Kraut wurde er geschätzt.
In der Literatur findet man Rosmarin als Totenpflanze bei Shakespeare
und Hebel. Zusammen mit Thymian trug man die Sträusschen bei
Begräbnissen einerseits als Symbol der Erinnerung, aber auch
zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten und der Duft sollte gegen
den Gestank des Todes helfen. Doch wer während des Schlafens
den Duft einatmete, bliebe von bösen Träumen verschont.
Die Zweige wurden zur Reinigung in den Krankenzimmern aufgehängt
und vor Ansteckung gegen die Pest getragen. Als Symbol des Todes
ist Rosmarin in einem Gedicht von Joachim August Zarnack zu finden
(siehe Anhang). Im Volk galt er als Weihrauch der Armen.
Für die
Volksmedizin wurde eine Abkochung der Blätterer als Heilmittel
bei Fluor albus, nervösen Herzbeschwerden, bei Appetitlosigkeit
und Kreislaufschwäche gegeben. Als Tinktur äusserlich
aufgetragen, als Umschläge oder Einreibungen sollten diese
Rheuma, Gicht, Blähungen und Krämpfe lindern und bei Ischias,
Quetschungen und schlecht heilenden Wunden helfen.
In den Kräuterbüchern dieser Zeit nimmt Rosmarin einen
festen Platz ein. Leonhard Fuchs schreibt in seinem New Kreutterbuch:
"Rosmarin stärkt das Hirn und allerley Sinne... es ist
gut zu zitternden und lahmen Gliedern..."
Adamus Lonicerus rät: "Rosmarin in Wein gesotten..."
soll Leber, Blut und Gebärmutter reinigen, emenagog, verdauungsfördernd
und schweisstreibend sein, die Gicht und die Epilepsie heilen und
zur Erhöhung der Fruchtbarkeit führen.
Matthiolus empfiehlt Rosm. als Stärkungs- und Anregungsmittel
und zur lokalen Anwendung als Wund- und Geschwürreinigung,
auch für Zahn- und Gliederstärkung.
Von 1675 soll es von einem unbekannten Autor ein Rosmarinbüchlein
mit Rezepten für "Curen und Arzeneyen" geben.
Der leidenschaftliche Botaniker und Apotheker Johann Wilhelm Weinmann
führt die Pflanze in seiner Phytanthoza iconographia bei Seh-
Gehör- und Gedächtnisschwäche, als nervenstärkendes
Mittel bei Krämpfen, Lähmungen und Zittern der Glieder
auf. Ebenso bei Frauenleiden, Sterilität, Bleichsucht, Magenkrämpfe,
Leber-und Milzverstopfung und Wassersucht.
Kneipp verordnete Patienten mit konstitutionellem niedrigen Blutdruck,
Schwächezuständen infolge von Überarbeitung oder
grippalen Infekten Rosmarin-Wein. (Südwein extrahiert aus Rosmarinblättern
besonders gut die therapeutischen Wirkstoffe.)
Durch das etherische
Öl und die Gerb- und Bitterstoffe ist Rosmarinus in der heutigen
Homöopathie ein wertvolles Heilmittel bei dyspeptischen Beschwerden
im Magen- und Darm-Trakt. Es ist Appetit anregend und wirkt gegen
Verdauungsschwäche, Blähungen und Völlegefühl.
Auch klimakterische Beschwerden, Menorrhagie, Dymenorrhoe und Polymenorrhoe
werden günstig beeinflusst.
Dosierung: D
3 , D 4 , D6
Inhalationen
mit Rosmarinöl wirken gegen Husten, bei grippalen Infekten
und haben ausserdem eine kreislaufanregende Wirkung. In Massageölen
enthalten wird die Durchlutung gefördert und Glieder- und Nervenschmerzen
gelindert.
Getrocknete Rosmarinnadeln können gut verräuchert werden.
J. A. Zarnack
Ich hab die
Nacht geträumet
wohl einen schweren Traum;
es wuchs in meinem Garten ein Rosmarienbaum.
Der Kirchhof
war der Garten,
ein Blumenbeet ein Grab,
und von dem grünen Baume
fiel Kron und Blüten ab.
Die Blüten
tät ich sammeln
in einen goldnen Krug;
der fiel mir aus den Händen,
dass er in Stücke schlug.
Draus sah ich
Perlen rinnen
und Tröpflein rosenrot.
Was mag der Traum bedeuten?
Herzliebster, bist du tot?
Marion Hoffman
Komplexmittel
Rosmarinus
ist im Komplexmittel Phytolacca Komplex Tropfen Nestmann enthalten
Zusammensetzung: enthält u.a. Phytolacca, Rosmarinus, Cimicifuga,
Hamamelis, Arnica
Anwendung: Arterielle Durchbltungsstörungen
Dosierung: 2
- 3 x tägl 10 Tropfen. Bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit
gegen Korbblütler sollte man vorsichtig sein
Zusatz:
In den Präparaten für die Haare (Schampoo, Haaröl)
Firma Weleda ist stets Rosmarinus enthalten, weil Rosmarin nach
der Meinung der Anthroposophie fördernd auf den Haarwuchs wirkt.
Januar 2010
Corallium
rubrum Edelkoralle
Fam.: Corallinae
(Gorgoniaceae)
Abkürzung:
( Cor.- r. )
Die Edelkoralle
lebt im Mittelmeer und Adriatischen Meer.
Die von G. Kuhlmann
festgestellten Inhaltsstoffe sind 81,1% Calcium (Calcium carbonicum),
Eisen, Magnesium, Phosphorsäure, Kohlensäure und andere
Substanzen. Es wird angenommen, dass ein Derivat des Alizarins dabei
ist, sowie Jodum und Bromum.
Für die
homöopathische Aufbereitung wird das Kalkgerüst verwendet.
Corallium rubrum
ist eine Art aus der Familie der Rindenkoralle (Gorgoniden). Man
findet sie im westlichen Mittlmeer, Roten Meer, Golf von Biskaya,
Malayischen Archipel, bei den Kanarischen Inseln, Great Barrier
Reef, den Midway Inseln und Japan.
Der Name Corallium
kommt vom griechischen "korallion" (Dioskurides) bzw.
"kuralion" (Theophrast). Diskutiert wird die Abstammung
vom griechischen "kura halos" = Meermädchen oder
vom hebräischischen "goral" = Los-Steinchen, da die
Korallen-Ästchen früher im Mittelmeerraum bis hin nach
Kleinasien als Orakel verwendet wurden.
Die Edelkoralle
lebt in Meerestiefen von 2 Meter bis zu 280 Meter, im flachen Wasser
in Höhlen und Überhängen. Wegen ihres besonders schönen,
rot gefärbten und harten Kalks ist sie für die Verarbeitung
zu Schmuck sehr begehrt. Feinste Ware ist blass rot, weisse wird
oftmals gefärbt. Die abgestorbenen Korallen auf dem Meeresboden
sind dunkel bis schwarz und werden oft mit Wasserstoffsuperoxyd
gebleicht.
Im Mittelmeer wird die Koralle hauptsächlich in Korsika, Sardinien
und Tunesien gefischt. Zu ihrem Schutz ausschliesslich in 80 Meter
Tiefe und derzeit nur vom 1. Juni bis 15. Oktober. In Italien ist
Sie als Talisman in Form von Zweigen in vielen Häusern zu finden
und soll vor Unglück, Krankheit und dem "bösen Blick"
schützen.
Die Wirkung von Corallium rubrum in der Homöopthie auf die
Atemwege geht über das Nervensystem. Infolge von katarrhalichen
Zuständen kommt es zu schwierigem Atmen und dadurch zu reichlichen
Schleimansammlungen. Bevorzugt sind der Nasen-Rachenraum und die
Luftröhre. Plötzlich einsetzender krampfartiger Husten
mit Hustenstössen, die fast ineinander übergehen, sind
typisch und das Leitsymptom. Kinder mit Keuchhusten haben ein rotes
Gesicht wenn die Anfälle in rascher Folge kommen, gefolgt von
Erschöpfung und Schleimerbrechen. Auch bei trockenem Schnupfen
mit verstopfter Nase oder trockenem, krampfartigen Morgenhusten,
sowie retronasalem Katarrh mit reichlicher Schleimabsonderung sollte
man an Cor.-r. denken.
Leitsymptome:
plötzlich in rascher Folge einsetzende Hustenstösse (Schnellfeuerhusten,
Stakkatohusten),
starke Schleimabsonderung im hinteren Rachenraum, dadurch Husten
und
Räuspern
bei tiefem Einatmen Gefühl von eiseskalter Luft
Verschlechterung:
frische Luft
von warm nach kalt, vom Zimmer ins Freie
Dosierung: D
3 bis D 6
K. Stauffer
schreibt:
"Die rote Koralle war mit anderen den Tierkörpern entnommenen
Kalkarten (Austernschalen, Kreide, Krebsaugen) der Grundstock Paracelsischer
Mineralsalzbehandlung."
Marion Hoffmann
Dezember
2009
Chamomilla
( Cham. ), Matricaria chamomilla Echte Kamille, Mutterkraut,
Mägdeblume, Kummerblume, Apfelkraut
Chamomilla recutita
Fam. nat.: Asteraceae
Echte Kamille
ist eine der beliebtesten wild wachsenden alten Heilpflanzen. Ursprünglich
stammt sie aus Süd- und Osteuropa und ist heute in fast ganz
Europa verbreitet. Bei uns wächst sie an Strassen- und Ackerrändern
von Getreidefeldern. Durch den Einsatz von Pestiziden können
wir die Echte Kamille nur noch selten finden. Die einjährige
Pflanze wird industriell hauptsächlich im Mittelmeerraum angebaut.
Inhaltsstoffe
ist das etherische Öl mit alpha-Bisabolol, beta-trans-Farnesen,
Dicycloether, Guaian-Derivate und Chamazulen, das aus dem nichtflüchtigen
Matricin entsteht. Die Flavonoide Apigenin, Quercetin, Lutein, Rutin.
Weitere Verbindungen sind Cumarine Umbelliferon, Aesculetin, Cumarin,
Scopoletin und Säuren Methoxyzimtsäure, Anissäure,
Kaffeesäure, Vaillinsäure.
Das etherischen Öl wirkt entzündungswidrig und granulationsfördernd.
Darüberhinaus hemmt das darin enthaltende alpha-Bisabolol die
Pepsinfreisetzung im Magen wodurch die Magen-Darm-Beschwerden gelindert
werden.
Die beruhigende, spasmolytische Wirkung und der auf Bakterien und
Pilzen wachstumshemmende Effekt wird den Flavonoiden und Cumarinen
zugeschrieben wobei die etherischen Öle daran mitbeteiligt
sind.
Für die homöopathische Urtinktur wir die frische ganze
Pflanze zur Blütezeit geerntet.
Der Name der
Kamille ist nicht einheitlich. Beide Namen "Matricaria chamomilla"
und "Chamomilla recutita" werden synonym verwendet. "Chamomilla
kommt vom griechischen "chamaimelon", das aus "chamai"
(niedrig) und "melon" (Apfel) zusammengestzt ist.
"Mutterkraut" - ist vom lateinischen "mater"
= Mutter abgleitet.
"Mutterkraut" ist ein alter Name der Kamille in der Volksheilkunde
und weist daufhin, dass sie bei Geburten und Erkrankungen im Wochenbett
zur Anwendung kam. Den Namen "Apfelkraut" erhielt sie
wegen ihres leicht nach frischen Äpfeln riechenden Duftes,
"Mägdeblume" weil die Mägde sie gerne zu Kränzen
ins Haar banden.
Chamomilla wurde von den Heilkundigen der Antike, im Mittelalter
und auch in der heutigen Zeit geschätzt. Sie ist und bleibt
wohl das bekannteste und beliebteste Volksheilmittel.
Schon um 1530 schrieb Hieronymus Bock:" ...die chamill ist
der doktor recipe eins, es ist bei allen menschen kein gebräuchlicher
kraut in der arznei als eben chamillenblumen." In einem alten
Kräuterbuch steht: "Chamomill zeigt wunderbarliche Hilfe
in den Wunden .... es stillet Schmerzen des Magens und des Darmes".
Auch den Ägyptern war Kamille als Heilpflanze bekannt und sie
war eine der 9 heiligen Pflanzen der Kelten.
In der heutigen Kosmetikindustrie wird in Salben, Cremes, Zahnpasta,
Haartinkturen (zum blond färben) usw. Kamille verwendet.
Die in der Volksheilkunde
gewonnen Erkenntnisse und angewendeten Indikationen wurden in der
Arzneimittelprüfung von Hahnemann und später von der medizinischen
Wissenschaft fast vollständig bestätigt.
In der Homöopathie gehört Chamomilla zu den wichtigsten
Mitteln in der Kinderheilkunde. Bei
Windeldermatitis, Wund liegen, schmerzhaftem Zahnen (oft eine Backe
rot, die andere blass), Blähungskoliken und Otitiden ist sie
das Heilmittel für aufbrausende, unruhige Kinder.
Chamomilla wirkt vor allem auf das Nervensystem. Durch die Überempfindlichkeit
der Sinne besonders des Geruchs, des Gehörs und der Unerträglichkeit
von Schmerzen steigert sich der Kranke in eine übergrosse Ungeduld,
Reizbarkeit und Wut hinein. Für diese Folgen von Ärger
und Zorn, die sich als gastrointestinale Störungen bis hin
zu Blähungs- und Gallekoliken zeigen können, ist Chamomilla
eines der besten homöopathischen Heilmittel.
Den Chamomilla Schmerztyp hat Hahnemann in seiner "Reinen Arzneimittellehre"
wie folgt beschrieben: " ...dass die Chamille-Schmerzen in
der Nacht am wütendsten sind und dann oft bis zu einem Grad
von Verzweiflung treiben, nicht selten mit einem unablässigen
Durste, Hitze und Röte der einen Backe; auch wohl heissem Kopfschweisse,
selbst in den Haaren. Die Schmerzen von Chamille deuchten gewöhnlich
unerträglich und nicht auszuhalten."
Stiegele schreibt:" Cham. vermag Verkrampfungen in zwei Richtungen
zu lösen: beim rein somatischen und beim seelischen Hypertonus."
Zusammengefasst ist das Wesen von Chamomilla geprägt von grosser,
ärgerlicher Gereiztheit mit unbeherrschten Launen, die sie
gerne an ihrer Umgebung auslassen. Diese nervöse Überempfindlichkeit,
Ungeduld und reizbare Schwäche haben meistens Frauen und Kinder.
Durch ihren Schmerzcharakter ist Chamomilla ein Hauptmittel bei
Gastralgie und Blähungskoliken, Zahnungbeschwerden auch mit
Fieber, schmerzhaften Eingriffen an den Zähnen, prämenstruellem
Syndrom und krampfartigen Schmerzen an den ersten Tagen der Periode.
Bis zum Termin beim Zahnarzt kann Cham. bei anfallsweise auftretenden
Zahnschmerzen, die durch warme Speisen schlechter werden, hilfreich
sein. Gute Erfahrungen habe ich bei Neuralgien und Muskelrheuma
- mit dem für Cham. typischen Schmerzen gemacht. Weiter Indikationen
sind:
Dysmenorrhoe mit wehenartigen Krämpfen die vom Rücken
bis hin zu den Innenseiten der Schenkel ausstrahlen, als Folge von
Ärger. Trockener Reizhusten besonders bei Kindern, wenn der
Husten durch einen Wutanfall ausgelöst wird ( C 12 bis C 30
).
Leitsymptome:
Grosse Schmerzüberempfindlichkeit mit Misslaune, ärgerlicher
Gereiztheit.
Schmerzen akut, anfallsweise, krampfartig, ziehend, reissend.
Kinder sind unruhig, aufbrausend und wollen umhergetragen werden.
Verschlimmerung
durch: Ärger, Zorn
abends und bei Nacht
Kälte
Zugluft
Kaffee
Besserung durch:
lokale Wärme (bei Koliken des Abdomens)
herumgetragen werden
beim Fahren
Die Chamomillawirkung
ist rasch und flüchtig, daher häufige Gaben!
Dosierung: D 4 - D 6 - D 12 - D 30
Von Karl Heinrich Waggerl fand ich die folgenden Zeilen:
Die Kraft das
Weh im Leib zu stillen
verlieh der Schöpfer den Kamillen.
Sie blühn und warten unverzagt
auf jemand den das Bauchweh plagt.
Der Mensch jedoch in seiner Pein
glaubt nicht an das was allgemein
zu haben ist. Er schreit nach Pillen.
Verschon mich, sagt er mit Kamillen,
um Gotteswillen.
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Chamomilla komplex Tropfen Nestmann
Zusammensetzung: Chamomilla D 3, Cuprum D 30
Anwendung: Bei Koliken und Krämpfen im Bauchraum, oft ausgelöst
durch Stress, Ärger oder Zorn
Dosierung: 2
- 3 x tägl 10 Tropfen
Evtl Vorsicht bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber
Giftsumachgewächsen (Rhus tox.)
November
2009
Euphorbium
Volkstümlicher Name Wolfsmilch Kürzel: Euph. keine
Synonymbezeichnung
Fam. nat.: Euphorbiaceae
Medizinisch
ist Euphorbium resinifera die bekannteste Spezies. Sie wächst
im inneren Marokkos und an den Abhängen des Atlas. Die kaktusartige
Pflanze wird zur Blütezeit angeritzt und der austretende Milchsaft
- Euphorbium officinarum - gesammelt und an der Sonne getrocknet.
Die entstehende mattgelbe bis braune Masse wird zu Pulver vermahlen.
Sie enthält Euphorbon, das früher als Wirkstoff in blasenziehenden
Pflastern und Salben verwendet wurde. Der Staub führt zu heftigem
Niesen. Zuerst brennen Haut und die Schleimhäute, Rötung,
Entzündung und Blasenbildung folgen. Um nicht an den heftigen
entzündlichen Reizungen der Atemwege zu erkranken müssen
sich die Arbeiter Mund und Nase zubinden.
Inhaltsstoffe sind Resiniferatoxin, Euphorbon, Harze, Gummi.
Der Milchsaft reizt die Haut und lässt sie schmerzhaft anschwellen.
Innerlich eingenommen wirkt er laxierend.
Für die homöopathische Urtinktur wird der erhärtete
Milchsaft von Euphorbia resinifera verwendet.
Euphorbium wird umgangssprachlich auch Wolfsmilch genannt. Den Namen
Euphorbium soll der König von Mauretanien Juba II. einer von
ihm entdeckten Pflanze zu Ehren seines Leibarztes Euphorbos gegeben
haben, der er auch, laut Meyers Konversationslexikon, eine kleine
Schrift widmete.
Wolfsmilcharten waren schon im frühen Altertum bekannt und
wurden medizinisch genutzt. Die von Dioskurides beschriebe Euph.
cyparissias scheint unsere heutige Euph. resinifera zu sein. Er
empfahl sie als Purgativum und Vomitivum, bei Flechten, Warzen und
fressenden Geschwüren. Auch in der Volksmedizin des Mittelalters
war sie als Abführ- und Brechmittel beliebt. Sie wurde zum
Entfernen von Warzen benutzt und ein Sud mit Wein sollte gegen die
Wassersucht helfen. Lonicerus schreibt in seinem Kreuterbuch 1564
dass die Wurzelrinde eine laxierende Wirkung zeigt und sie eine
Heilwirkung bei der Wassersucht hat. Das Bestreichen der Warzen
mit Wolfsmilch "machet sie hinwegfallen".
Das homöopathisch nicht oft verwendete Mittel beschreibt Stauffer
als "ein vorzügliches Heilmittel bei allen heftigen Katarrhen
der oberen Luftwege im ersten Stadium".
Schleimiger Fliessschnupfen mit erheblichem Niesreiz und heftigem
Jucken, bei Laryngitis, Pharyngitis und Bronchitis mit anhaltendem
trockenem Husten der durch Brennen und Kitzelreiz ausgelöst
wird sind Indikationen. Auch bei einer allergischen Conjunctivitis
mit brennenden, juckenden Empfindungen ohne Absonderungen sollte
man an Euph. denken.
Bullöse Dermatitis, Blasen- und Erythembildungen der Haut bei
Fieber deuten auf dieses Homöopathikum. Oft ist es auch ein
gut wirkendes Mittel bei unerträglichen Metastaseschmerzen
oder Schmerzen in der Tumorgegend.
Leitsymptom ist das Brennen
Brennschmerz der entzündeten Schleimhäute, der Haut,
auch brennender Schmerz in der Tumorregion.
Dosierung: D 4 bis D 12
D 3 bei Tumorschmerzen
Marion Hoffmann
Chelidonium
- Chelidonium majus ( Chel. )
Schöllkraut,
Schellkraut, Warzenkraut, Hexenkraut, Teufelsmilch, Gilbkraut, Goldwurz,
Schwalbenwurz
Fam. nat.: Papaveraceae
Das Schöllkraut
ist eine mehrjährige 50 - 70 cm hohe Pflanze mit scharfen,
bitteren und brennendem Geschack. Sie ist in Europa, Nordamerika
und Innerasien häufig auf kalkhaltigen Böden an Hecken,
Wegrändern und Schuttplätzen anzutreffen. Nach Nordamerika
wurde sie durch Siedler eingebracht, die sie als Medizinalpflanze
nutzten.
Inhaltsstoffe
sind Benzylisochinolinalkaloide, Harze, etherische Oele, Saponine.
Die Hauptwirkung geht von den in allen Pflanzenteilen enthaltenen
Isochinolinalkaloiden aus:
Chelidonin hat eine morphinähnliche Wirkung: zentral sedativ,
analgetisch und spasmolytisch auf die glatte Muskulatur.
Chelerythin wirkt schleimhautreizend und zentral lähmend.
Sanguinarin hat in hohen Dosen Strychnin ähnliche Wirkung.
Berberin wirkt cholekinetisch.
Darüberhinaus haben Chelidonin, Chelerythin und Sanguinarin
bakterizide und fungizide Eigenschaften.
Alle Alkaloide sind schwach toxisch und führen bei Überdosierung
zu Reizungen des Magen-Darm-Traktes mit Emesis und blutigen Diarrhoen.
Der Gehalt an Chelidonin ist Massstab zur Bewertung der Droge. Er
ist abhängig vom Standort, dem Erntezeitpunkt und des Trocknungsverfahrens.
Die orange-gelbe Farbe des Milchsaftes beruht auf dem Gehalt von
Carotinoiden, ausserdem enthält er Alkaloide und Berberin.
Bei Hautkontakt können sich Blasen bilden und er verursacht
schwer zu entfernende gelbe Flecken.
Zur homöopathischen
Aufbereitung wird der frische Wurzelstock mit allen anhängenden
Wurzeln zu Beginn des Austriebs oder im Spätherbst verwendet
( DHU ). Die französischen Homöopathen nehmen die ganze
frische Pflanze, die sie während der Blütezeit ernten.
Die Droge wird heute meist aus Wildbeständen osteuropäischer
Länder importiert.
Der Gattungsname Chelidonium kommt vom griechischen "chelidon"
= Schwalbe und besagt, dass die Pflanze mit dem Eintreffen der Schwalben
im Mai bis zu deren Wegzug im September blüht. Der deutsche
Name "Schöllkraut" hat sich wohl im Laufe der Zeit
aus der mittelalterlichen Bezeichnung "Schelkrut" = Schälkraut
entwickelt. Der Artname "majus" = gross wurde früher
zur Unterscheidung vom Schabockskraut hinzugefügt, als dieses
noch mit "Chelidonium minus" bezeichnet wurde.
Seit der Antike
wird das Schöllkraut mediinisch genutzt und ihm bedeutende
Heilkräfte zugeschrieben. Mit der Milch bestrich man Hühneraugen
und Warzen. Dioskurides und Plinius empfahlen Chelidonium bei Gelbsucht
und Lebererkrankungen. Hieronymus Bock schreibt:".... der bittere
safft und wurzel ist hiziger natur - er öffnet, innerlich gebraucht,
die verstopfte Leber.... der safft fürdert auch warzen zur
heilung." In seinem Kreuterbuch von 1543 schreibet Leonhart
Fuchs: "...die Wurtzel ... eröffnet die verstopfung der
leber und vertreibt die geelsucht."
Im Mittelalter versuchten die Alchimisten aus dem orange-gelben
Milchsaft Gold herzustellen - vermutlich stammt der Name "Goldwurz"
daher. Äusserlich wurde er bei verschiedenen Hauterkrankungen,
besonders bei der Krätze eingesetzt. Die Volksmedizin liess
ihn auf Warzen und Hühneraugen tupfen. Das getrocknete Kraut
und der Wurzelstock sollten gegen Zahnschmerzen und bei verschieden
Augenleiden helfen. Der englische Arzt und Kräuterkundler Nicholas
Culperer schreibt in seinem Complete Herbal "...das Kraut wird
Chelidonium genannt nach dem griech. Wort chelidon = Schwalbe, weil
man sagt, dass, wenn man jungen Schwalben die Augen aussticht, die
Alten sie mit diesem Kraut wieder herstellen..."
Bei Constantin Hering steht:..."Diese schon im Altertum berühmte
Arzneipflanze konnte sich auch durch das Mittelalter hindurch ihren
Ruf erhalten. Die Arznei wurde bei ernsten Beschwerden insbesondere
Leberstörungen verabreicht...."
Chelidonium
ist ein von Hahnemann gut geprüftes Homöopathikum. Es
ist ein altbekanntes und sehr wichtiges Leber- und Gallemittel.
Bei fast allen Erkrankungen der Leber von einfachen Kongestionen
bis zur heftigen Kolik kann es angezeigt sein.
Bewährt hat es sich bei Cholecystopathie, Cholangitis, Cholelithiasis,
hepatogener Gastritis und Neuralgien auf der Basis eines Leber-
und Galle-Leidens, Leberaffektionen mit vielen Schmerzen und Wundheitsgefühl
in der Lebergegend begleitet mit bitterem Mundgeschmack. Chelidonium
entspricht vorwiegend dem rechten Leberlappen (Carduus marianus
dem Linken).
Leitsymptome:
krampfartige stechende Oberbauchschmerzen die zum rechten Schulterblatt
ausstrahlen, extreme Berührungsempfindlichkeit des Oberbauches
(Gürtel, Kleidung), bitterer
Mundgeschmack, rechtsseitiger Kopfschmerz, Müdigkeit, Abgeschlagenheit.
Verschlimmerung:
bei kaltem, rauhem Wetter, durch Berührung
Besserung durch:
Essen
warme Getränke
Ruhe
Wärme ( Leberwickel )
Verlangen aber
auch Abneigung nach Milch und Milchprodukten, besonders nach Käse.
Dosierung: D
2 bis D 6
Marion Hoffmann
September 2009
Berberis
vulgaris - gemeine Berberitze, Sauerdorn, Essigbeere, Spiessdorn,
Gaissenlaub, Hasenbrot
Fam. nat.: Berberidaceae
Die gemeine
Berberitze ist ein 2 bis 3 Meter hoher Strauch der in großen
Teilen Europas, Westasiens und in Nordamerika heimisch ist. Er wächst
bevorzugt auf kalkhaltigen, trockenen bis mässig feuchten Böden
am Waldrand oder auf lichten Auen.
Inhaltstoffe sind Columbamin, Jatrorrhizin, Palmatin, mehrere Isochinolin-
und Protoberin-Alkaloide wovon Berberin der Hauptinhalts- und der
Hauptwirkstoff ist. Protoberinalkaloide hemmen verschiedene Enzyme
und Neurorezeptoren. Sie sind zytotoxisch und wirken gegen Bakterien
und Pilze. Berberis- Alkaloide sind blutdrucksenkend und regen die
Gallenblasentätigkeit an. Reines Berberin ist antiseptisch
und schwach antibiotisch, ausserdem wirkt es beruhigend auf das
Zentralnervensystem. Im Orient wird es in oraler Form als intestinales
Antiseptikum angewendet.
Die reifen Früchte sind alkaloidfrei und daher essbar. Sie
schmecken säuerlich, sind reich an Vitaminen und haben neben
einer appetitanregenden eine leicht abführende Wirkung. In
Frankreich wird daraus Marmelade gekocht, in orientalischen Ländern
werden sie wie Rosinen zum Kochen benutzt.
Für die
homöopathische Zubereitung werden nach HAB 1 die getrocknete
Rinde der ober- und unterirdischen Teile verwendet.
(Nach HAB 34 die getrocknete Wurzelrinde.
Nach HAB 1 Berberis vulgaris e fructibus sind es die von den Fruchtstielen
befreiten ausgereiften Beeren.)
Den Namen "Berberis"
oder "Berberitze" sollen die Römer dem Strauch nach
seiner Herkunft aus dem Gebiet der Berber gegeben haben. Einer anderen
Version nach stammt "Berberis" aus dem Arabischen "berberi"
= Muschel, weil die die Blätter wie eine Muschel ausgehöhlt
sind.
Im 16. Jahrhundert waren die Bezeichnungen "Saurach" oder
"Essigdorn" gebräuchlich, die auch von dem niederländische
Arzt und Botaniker Carolus Clusius und von Hieronymus Bock in ihren
Schriften benutzt wurden. Der Name "Sauerdorn" bezieht
sich auf den sauren Geschmack der Beeren und Blätter und auf
die Dornen der Zweige. Der Artname "vulgaris" bedeutet,
dass die Pflanze häufig vorkommt.
In die Offizinae eingeführt wurde die Berberitze weil sie früher
für die Oxyacantha des Dioskurides gehalten wurde, den die
Araber Berberis nannten.
Im Mittelalter verwendete man von Berberis vulgaris vorwiegend die
Früchte, die innerlich und äusserlich als Heilmittel in
den verschiedensten Aufbereitungen als Medizin hergestellt wurden,
wie im Kreuterbuch von 1564 von Lonicerus und im Kreutterbuch von
Bock von1565 nachzulesen ist.
Die Wurzelrinde diente nur zum Ausziehen von Pfeilen und Dornen,
die Wurzel zum Gelb färben.
In der Volksmedizin wurden die Rinde und die Wurzel als Drainagemittel
eingesetzt: zum "Hinausschaffen der Feuchtigkeit".
Nach Kneipp wirkt Berberis vulgaris bei Leberfunktionsstörungen,
Gallestauungen und Steinleiden.
Berberis vulgaris hat einen starken Bezug zur harnsauren Diathese:
Durch eine schlechte Stoffwechselfunktion der Leber kommt es zum
Harnsäureanstieg im Blut, der zu einer Überlastung der
Nieren mit Ausscheidungsprodukten führt.
Berberis fördert die Diurese u n d die vermehrte Ausscheidung
der "harnsauren" Stoffe, die Leber und Nieren belasten.
Hyperurikämie, Nierengries und Uratsteine sind die Indikationen.
Auch bei Cholelithiasis, Gallengries, Gallenkolik sollte man Berb.
zur Ausleitung geben. Rheumatische Sensationen die auf Berberis
vulgaris reagieren können in allen Muskeln und Gelenken auftreten,
bevorzugt im Lendenwirbelbereich : Lumbago mit in die Beine ausstrahlendem
Schmerz und Ziegelmehl im Urin.
Nicht vergessen sollte man Berb. bei Nieren- und Rückenschmerzen
mit Zerschlagenheitsgefühl und lähmiger Schwäche.
Leitsymptom: grosse körperliche Schwäche, geistige Abgespanntheit
Nieren- und Rückenschmerzen mit Zerschlagenheit und lähmiger
Schwäche
Gelber oder roter Harnsatz
rascher Wechsel der Symptome
Verschlimmerung
durch: Stehen, Bewegung, plötzliche Erschütterung
Besserung durch:
Ruhe
Dosierung: D
3 bis D 6
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Berberis komplex Tropfen Nestmann
Zusammensetzung: Berberis
D 4, Colchicum D 4, Colocynthis D 4, Lobelia inflata D 4, Lycopodium
D 4, Acidum oxalicum D 4, Sulfur D 6, Gelsemium D 4, Mandragora
D 4, Stilingia silvatica D 4
Anwendung: Bei akuter und chronischer Gicht. Gichtknoten an den
Händen. Neigung zu Nierensteinen.
das Mittel dämpft die Bereitschaft zur Auskristallisation sämtlicher
Säuren im Körper.
Dosierung: 2
- 3 x tägl 10 Tropfen. Abends ca 30 Tropfen in heissem Wasser.
August 2009
Bellis
perennis - Gänseblümchen
Massliebchen, Sonnentürchen, Wundkraut, Zeitlose Fam. nat.:
Asteraceae ( Bell-p. )
Das Gänseblümchen
ist in ganz Europa und Asien heimisch, in Nordamerika und Neuseeland
wurde es eingebracht.
Alle Pflanzenteile enthalten Wirkstoffe: Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe,
etherisches Öl, Wachs, Inulin, Apigenin-7 Glycosid Cosmosiin.
Die homöopathische Urtinktur wird aus der frischen ganzen Pflanze
mit ihren Wurzeln zur Blütezeit hergestellt.
Der lateinische
Name "bellus" heisst "hübsch, schön, fein,
nett, artig" und "perennis" = ausdauernd - sie ist
die Pflanze mit der längsten Blühdauer (März bis
November).
Den Namen "Gänseblümchen" erhielt die Pflanze
wohl daher, dass die Gänse auf der Weide gerne die Blüten
und Blätter fressen.
Gänseblümchen sind überall zu finden. Sie wachsen
an Wegrändern, im Gartenrasen, auf Wiesen und Weiden. Bei feuchter
Witterung und des nachts schliessen sich die Blüten um sich
bei Sonnenschein zu öffnen und sich nach dem Licht zu drehen.
Wenn über die Pflanze hinweggelaufen oder auf ihr herumgetrampelt
wird richtet sie sich immer wieder auf.
In der Blumensprache steht das Gänseblümchen für
Reinheit und Unschuld.
Kinder lieben die Blüten wie der Reim besagt:
"Kinder kommt und spielt mit mir,
bindet mit mir Kränze,
setzt sie auf, dann tanzen wir
Gänseblümchentänze."
Christian Andersen schrieb "Das Gänseblümchenmärchen".
Auch als "Liebesorakel" werden die Blüten benutzt:
"er liebt mich , er liebt mich nicht"... In Goethes Faust
zupft Gretchen vermutlich die Blütenblätter des Gänseblümchens
aus.
Eine irische Sage erzählt von der Fee Milka die dem Kind des
Königs heimlich "Gänseblümchenspeise" zu
essen gibt damit es nicht mehr wächst und Harry Potter gibt
Gänseblümchenwurzeln in seinen "Schrumpftrank".
Für uns sind die nussig schmeckenden jungen Büten zum
Verzehr geeignet: im Salat, auf ein Butterbrot oder man legt die
Knospen wie Kapern ein.
Im Mittelalter
wurde das Massliebchen in der Volksheilkunde als Wunderheilmittel
angesehen für Wunden, Geschwüre, Hauterkrankungen, Schmerzen
und Fieber, Atemwegserkrankungen, Beschwerden der Leber, des Magens
und des Darmes.
Lonicerus nennt es als Heilmittel für Wunden und Knochenbrüche,
die Blüten in Wasser eingelegt gut für die Leber und gegen
das Fieber.
Im seinem Kräuterbuch von 1543 empfiehlt L. Fuchs das Massliebchen
bei Hüftweh und Kropf, Lonicerus in seinem Kräuterbuch
von 1564 das Kraut und die Wurzel als Wundheilmittel, zum Appetit
anregen, bei Bauchkrämpfen, Leberentzündung, Cholera und
Hautflecken, äusserlich gegen lahme Glieder, Wunden und für
Schwitzbäder.
Matthiolus nennt das Massliebchen in seinem New-Kreuterbuch 1626
"ein rechtes Wundkraut".
Im Medicinischen Lexicon von 1755 gibt von Haller Bell-p. für
Leber und Nieren und zur Verteilung von geronnenem Blut bei Verwundeten
an.
Im 19. Jahrhundert waren nur noch die Blüten offizinell, bis
dahin wurden alle Pflanzenteile und die Wurzeln verwendet.
In die Homöopathie
wurde Bellis durch den englischen Arzt und Homöopathen Dr.
James Compton Burnett (1840 - 1901) eingeführt, der die Indikationen
der Volksmedizin übernahm.
Die erste AMP im Selbstversuch machte 1856 Dr. Thomas, der Schriftleiter
der Zeitschrift für Klassissche Homöopathie war.
Prof. Dr. Hugo Schulz (1853 - 1932 ) gibt die Verwendung als Expektorans,
bei Mastitis und Leberleiden an.
E. Haehl und J. Mezger prüften 1927 über mehrere Monate
die D 6, D 2 und die Tinktur.
In der heutigen
Homöopathie ist Bellis perennis ein oft eingesetzes, bewährtes
Heilmittel bei Beschwerden durch Überanstrengung, Verletzungen
infolge von Schlag oder Sturz, Frakturen mit Blutergüssen,
Quetschungen, Rippenprellungen, bei Blutungsneigung und hellroten
Gebärmutterblutungen, besonders nach Anstrengung. Hier wirkt
es auf die Muskelfasern der Blutgefässe. Auch bei Senkungsbeschwerden
der weiblichen Genitale und Bauchdeckenschmerzen in der Schwangerschaft
hat es sich bewährt. Hier sind jedoch die Leitsymptome und
Modalitäten ausschlaggebend. Hautprobleme reagieren oft überraschend
gut auf Bellis perennis: papulöse, vesikulöse Exantheme,
blutender Herpes labialis, Furunkulose.
Leitsymptome:
Zerschlagenheits- und Wundheitsgefühl im ganzen Körper
Bewegungsdrang mit Besserung bei Bewegung
Blutungsneigung besonders nach Anstrengung
Folgen von kalter Nässe nach Überhitzung
Folgen von Verletzungen und Überanstrengungen
Verschlimmerung:
in der Nacht 2 bis 3 Uhr
morgens beim Erwachen
durch Kälte
Besserung:
durch fortgesetzte Bewegung
reiben massieren
durch Wärme
Cave:
Bei Kopfschmerzen Besserung durch Kälte, Verschlimmerung durch
Wärme!
Dosierung: D
2 bis D 6
Äusserlich:
Bellis ad usum externum
Für Umschläge 2 Kafeelöffel Tinktur auf ½
Liter Wasser
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Bellis komplex Tropfen Nestmann
Zusammensetzung: Bellis perennis D 2, Euphorbium D 4, Abrotzanum
D 2, Borax D 4, Lachesis D 19, Ranunculus bulbosus D 3, Rhus tox
D 4, Viola tricolor D 2, Yucca filamentosa
D 2, Hydrocotyle asiatica D 4
Anwendung: Bei bläschen- und blasenbildenden Ekzemen und bei
entzündlichen Hauterkrankungen
Dosierung: 2
- 3 x tägl 10 Tropfen. Vorsicht bei Empfindlichkeit auf Giftsumachgewächse
(Rhus tox.)
Juli 2009
Arum
triphyllum, Arisaema triphyllum - Zehrwurzel, Indianerrübe,
Kuhwurz, kleine Natterwurz ( Arum - t. )
Arisaema atrorubens
Fam.nat.: Araceae
Arum triphyllum
ist eine mehrjährige Pflanze die in feucht-warmen Sumpfgebieten
von Amerika und China heimisch ist.
Für die
Urtinktur wird der frische Wurzelstock vor der Entwicklung der Blätter
gesammelt.
Arum triphyllum
ist botanisch und auch in der Wirkung mit unserem heimischen Aron
( Arum maculatum ) nahe verwandt. Beide Arten sind sehr giftig.
Die Inhaltsstoffe sind wenig geprüft, der wichtigste Wirkstoff
ist das Aroin. In der Arzneimittelprüfung bewirkt es heftige
Entzündung und Schwellung der Schleimhäute von Nase, Rachen
und Kehlkopf sowie des Magens und Darms mit Bildung von Geschwüren
und Pseudomembranen. Der Speichel ist reichlich, scharf und stinkend.
Es kommt zur Reizung des Zentralnervensystems mit Krämpfen.
Auf der Haut bilden sich bei äußerer Einwirkung oder
Einnehmen von Arum-t. bläschenartige Ekzeme und Erytheme, die
mit Masern oder Scharlach vergleichbar sind und
Von dem in Nordamerika angestammten dreiblättrigen Aronstab
( Arum - Aronstab, triphyllum - dreiblättrig ) verwenden die
Indianer die Wurzel als Nahrungsmittel, die getrocknet ihre Schärfe
verliert. In Nord- und Südamerika wird sie vermahlen als Heilmittel
bei Rheuma, Mundgeschwüren und Magenkatarrh verabreicht (Dragendorff,
Die Heilpflanzen verschiedener Völker und Zeiten).
Die erste homöopathische Prüfung führte 1844 James
durch. Von Hering veröffentlichte deren Resultate 1856 in den
"Hom.News".
Arum-t. ist
ein wertvolles Heilmittel bei katarrhalischer Heiserkeit, Aphonie
nach Infektion oder durch Überanstrengung (Heiserkeit der Redner
und Sänger), akuter Rhinitis und Pharyngo - Laryngitis. Bei
einer verstopften Nase der trotzdem ständig eine wässrige,
ätzende, die Oberlippe wund machende Absonderung aus einem
Nasenloch (vorwiegend dem linken) läuft, sollte man besonders
an Arum-t. denken.
Leitsymtome:
Heftiges Brennen und Stechen der entzündeten Schleimhäute,
die rot sind wie rohes Fleisch.
Die scharfen Schleimhautabsonderungen reizen und ätzen.
Heiserkeit und Wundheit des Kehlkopfes.
Unwiderstehliches Verlangen mit dem Finger in der Nase zu bohren.
Der Patient will die Borken und Krusten oder die ausgetrocknete,
eingerissene Haut an den Lippen und in der Nase loswerden indem
er in der Nase bohrt oder die Hautfetzen von den Lippen zupft bis
es blutet.
Verschlechterung:
kalter Wind
Überanstrengung der Stimme
Hinlegen
Dosierung: D 2 bis D 6
bei schweren septischen Prozessen D 1
bei vorwiegend nervösen Symptomen bis D 12
Häufige
Gaben wirken besser! Stündlich 1 bis 3 Gaben
Sehr empfehlenswert ist auch das Gurgeln.
10 Tropfen der Essenz auf 1 Glas Wasser.
Bei chronischem
Schnupfen kann Arum-Glyzerin 1 : 10 als Nasentampon hilfreich sein.
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Arum triphyllum komplex Tabletten Nestmann
Zusammensetzung: Arum triphyllum D 3, Anisum D 3, Carbo vegetabilis
D 3, Hepar sulfuris D 4, Senega D 3, Coccus cacti D 3, Spongia D
4
Anwendung: Bei Erktankungen des Kehlkopfes und der absteigenden
Atemwege als Expectorans. Bei Heiserkeit.
Dosierung: 3
x tägl 1 Tabl. Bei Schilddrüsenerkrankungen Nebenwirkungen
möglich (wg. Spongia)
Juni 2009
Petroselinum,
Petroselinum crispum, Krause Blattpetersilie, Peterchen, Peterlein,
Stehsalat, Geilwurz, Bockskraut, Bittersilche (Fam.nat. Umbelliferae)
Petroselinum
setzt sich aus dem griechischen petros (Felsen) und
selinon (Sellerie) zusammen. In der Übersetzung
von Homers Odyssee ist selinon mit wilder Petersilie
übersetzt, die die Insel Ogygia der Nymphe Kalypso mit einem
Teppich überdeckt.
Die Petersilie
ist in der westlichen Küche eines der bekanntesten und am häufigsten
verwendeten Küchenkräuter. Sie stammt ursprünglich
aus dem mediterranen Raum, vermutlich aus Griechenland. Mit dem
Anbau in den Klöstern und kaiserlichen Gärten des Heiligen
Römischen Reiches durch die Landgüterverodnung Capitulare
de villis Karl des Grossen wurde sie in den nördlichen
Breiten bekannt und beliebt.
Für die
Urtinktur wird die frische Pflanze mit der Wurzel zu Beginn der
Blüte gesammelt.
Inhaltstoffe
aller Pflanzenteile sind ätherisches Öl mit den Bestandteilen
Myristicin, Apiol (Petersilienkampfer), Allytetramethoxybenzol;
Flavonoide und Cumarine. Die Blättern enthalten dazu die Mineralstoffe
Eisen, Kalium, Kalzium, Mangan (Petros. ist die manganreichste Pflanze)
und Phosphor, die Vitamine A, B, viel C, E, ; Karotin und Schleimstoffe;
Melatonin; Kieselsäure; Apigenin.
Apiol ruft vasculäre
Kongestionen hervor und bewirkt gesteigerte Kontraktilität
der glatten Muskelfasern von Blase, Darm und besonders des Uterus
und wird als Emmenagogum bei schwacher oder ausbleibender Menstruation
sowie als Abortivum verwendet. Bei Männern steigert es die
sexuelle Erregung.
Schon in der
Antike wurde wurde die Petersilie als Arzneipflanze verwendet. Dioskurides
schätzte sie ebenso als harntreibendes und menstruationsförderndes
Mittel wie auch Hippokrates und Galenus, der von ihr sagte, dass
sie einschneidend und bewegend auf die Säfte wirke und
den Harn treibe. Lonicerus schilderte sie als diuretisch,
steintreibend, blutreinigend, geburtsbeschleunigend und heilsam
bei Rückenweh und Bauchschmerzen. Bei Hildegard von Bingen
ist zu lesen:...wer im Herzen oder der Milz oder in der Seite
Schmerzen leidet, der koche Petersilie in Wein unter Zugabe von
Weinessig und Honig und seihe ihn durch ein Tuch ab...
In der Volksmedizin
wurde das Kraut und die Wurzel als Sud bei Harngries, Nierensteinen,
Blasenschwäche, Wassersucht, Milz- und Leberleiden, Verdauungsstörungen
und Blähungen gegeben. Die Samen galten als fiebersenkendes
und harntreibendes Mittel. Sie wurden bei Harnverhalten, Nierenwassersucht,
mangelhafter Menstruation und Krankheiten der Gebärmutter verabreicht.
Mit Öl und Salz zerstampfte Petersilie sollte gegen Zahnschmerzen
hilfreich sein.
Die alte volkstümliche
Anwendung des frischen Saftes (zerquetsche Petersilie) auf Mückenstiche
hat sich bis heute ebenso bewährt wie das Zerkauen von frischer
Petersilie gegen Knoblauchgeruch.
Im Mittelalter
galt die Petersilie als Hexenkraut. Die Wurzeln und Samen wurden
den Flugsalben und Liebestränken beigemischt oder als Abortiva
gegeben. Der Spruch: Petersilie hilft dem Manne aufs Pferd,
bringt die Frau unter die Erd beschreibt die aphrodisierende
und abortive Wirkung. Peterlesgässchen wurden damals
die Strassen genannt in denen sich die Bordelle befanden.
Bekannt ist
auch der Reim (mit Melodie): Petersilie, Suppenkraut, steht
in unserm Garten unser Liesel ist die Braut, kann nicht länger
warten roter Wein, weisser Wein, morgen soll die Hochzeit
sein. Der rote Wein spielt auf die Monatsblutung an, der weisse
auf das Sperma.
Ehepaare feiern
die Petersilienhochzeit nach 12,5 Ehejahren...
Petroselinum
ist ein häufiger Bestandteil der Urologika.
In der Homöopathie
ist es ein kleines, wirkungsvolles Heilmittel bei unspezifischen
Infekten der ableitenden Harnwege, Reizzuständen der Harnröhre
und des Blasenhalses, Harnröhrenkatarrh mit Fuor, Enuresis
nocturna, Harninkontinenz bei Prostatahypertrophie oder als Folge
von Uterusoperationen.
Leitsymptom
ist ein häufiger Harndrang der heftig ist und plötzlich
kommt, mit Kribbeln an der Fossa navicularis, das nach dem Wasserlassen
in stechende Schmerzen übergeht. Kribbeln und Jucken längs
der Harnröhre.
Dosierung: D
2 bis D 6
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Petroselinum ist in der D 3 enthalten in Acid. benzoicum
komplex Tropfen Nestmann
Zusammensetzung:
Anwendung: Bei schmerzhaften Erkrankungen der Nieren und der Harnwege
sowie bei Gelenkschmerzen
Dosierung: 3
x tägl 10 Tr in stillem Wasser
Mai 2009
Anacardium
orientale, Anacardium ( Anac. ) Semecarpus anacardium, Ostindischer
Elefantenlausbaum,
ostindischer Tintenbaum, Malakkanussbaum
Fam. nat.: Sumachgewächse (Anacardiaceae)
Der 6 bis 10 Meter hoch werdende Baum, der ursprünglich aus
Ostindien stammt, wird in Südasien und anderen tropischen Ländern
kultiviert.
Inhaltsstoffe der Steinfrüchte sind Cardol, Anacardsäure,
ß-Sitosterol, fettes Öl.
Auf die Haut gebracht verursachen diese Stoffe eine starke Dermatitis,
die sich wie ein Erysipel über grosse Teile des Körpers
ausdehnen kann oder als pustulöse Dermatitis einer Verbrennung
2. Grades gleicht. Per os verabreicht reagieren die Schleimhäute
mit einer heftigen Gastro-Enteritis, es kommt zu Respirationsstörungen
und zu motorischen Lähmungen.
Für die homöopathische Urtinktur nach dem HAB werden die
reifen, getrockneten Früchte verwendet.
Semecarpus anacardium ist vom Giechischen: "semasia" =
kennzeichnen, "Karpós" = Frucht abgeleitet. Der
Gattungsname "anacardia" von "ana" = nach oben
- beschreibt das Herauswachsen der Nuss aus einem fleischigen Fruchtstiel
und "cardia (anat.)" = die ursprüngliche Bezeichnung
für das Herz, das der Herzform der Früchte entspricht.
Die Nüsse enthalten in den Lücken der Mittelschicht des
harten Fruchtgehäuses ein bräunlich ätzendes Öl,
welches später austrocknet und eine schwarze Farbe annimmt.
In Indien wird es als Schutz gegen Termiten verwendet.
In Südostindien wird das getrocknete Öl (bhilawan oil),
mit Kreide zu einer unauslöschlichen Tinte verarbeitet mit
der Wäsche gekennzeichnet wird. Diese Kennzeichnung kann -
trotz vieler Wäschen - zu Hautreizungen und Hautausschlägen
führen. Auch zur Herstellung von Stempelfarbe wird das bhilawan
oil genommen. Das erklärt den volkstümlichen Namen "Tintenbaum".
Schon in der
frühen ostindischen Heilkunde gab man Anacardium gegen Lähmungen,
Unterleibs- und Hauterkrankungen, Warzen, Hühneraugen und Gedächtnisverlust.
Zur Immunisierung gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche wurde
es in aufsteigender Verdünnung verabreicht.
Lonicerus schreibt den Elefantenlausfrüchten in seinem 1557
erschienenem Kräuterbuch eine gedächtnisstärkende
Kraft zu.
Der Schweizer Arzt A.v. Haller weist im Medizinischen Lexikon von1755
auf die magenstärkende Wirkung der Früchte hin.
Die erste in Deutschland durchgeführte Prüfung von Anacardium
orientale leitete 1823 Ernst Stapf, der Herausgeber der ersten Zeitschrift
für Homöopathie, in Anwesenheit von Hahnemann, der 1835
das Mittel selbst prüfte.
In der AMP (Arzneimittelprüfung) zeigt Anac. eine Beziehung
zum Zentralnervensystem, die mit psychotischen und neurasthenischen
Zuständen vergleichbar ist. Die Wirkung im autonomen Nervensystem
äussert sich durch Reizung der Schleimhäute an den Verdauungsorganen,
besonders betroffen ist der Solarplexus.
Anacardium orientale ist ein schnell und tief wirkendes Heilmittel
bei Ulcus ventriculi, Neigung zu ulcus duodeni, Spät- und Nüchternschmerz
in der Duodenalgegend bei Neurasthenikern, nervöser Dyspepsie,
Hyperemesis gravidarum, Aphten und entzündeten Schleimhäuten
des Mundes. Hautausschläge mit heftigem Juckreiz und nervöser
Gereiztheit, erysipelartige Dermatitis, Bläschendermatitis,
nässende Ausschläge mit Krustenbildung, nässende
Ekzeme mit Juckreiz, neurotische Ekzeme der Hände und Handflächen,
Herpes simplex und Herpes zoster sind die Indikationen der Haut,
die eine scharlachartige Rötung zeigt. Gedächtnisschwund
für gerade vergangene Ereinisse, geistige Blockaden nach Apoplex
oder bei Morbus Alzheimer, Vergesslichkeit mit Reizbarkeit, Hypochondrie
und Hysterie sind weitere Anwendungsgebiete.
Bei Patienten mit Gemüts- und Gedächtnisstörungen
sind die Sinnesorgane überempfindlich oder abgestumpft. Sie
haben das Gefühl einer gespaltenen Persönlichkeit, glauben
zwei Willen zu haben, leiden unter Minderwertigkeit und sind in
einem Zustand von Angst vor eingebildeten Sorgen um die Zukunft
oder sie sind ungewöhnlich reizbar und neigen zu Zornesausbrüchen.
Leitsymptom: ist das in verschiedenen Körperteilen auftretende
"Pflockgefühl"
Verbesserung: alles besser durch essen (mindestens für
zwei Stunden)
am Nachmittag und abends
Verschlechterung: durch Ärger und Folgen von Ärger
durch körperliche Anstrengung
der Psyche am Morgen
Schlaf unterbrochen bis Schlaflosigkeit
Träume von Feuer und von Leichen
Dosierung: D 6 - D 12 - D 30
in seltenen Gaben, meist heilt Anac. schon mit 2 bis 3 Gaben.
Nie zu tiefe Potenz geben!
Anacardium orientale
sollte nicht mit Anacardium occidentale verwechselt werden. Anacardium
occidentale (auch Fam. nat.: Anacardiaceae) ist der aus Amerika
stammende Kaschubaum, der die Kaschunüsse - Cashewnüsse
- trägt.
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Anacardium F Komplex Tropfen Nestmann
Zusammensetzung: Anacardium D 4, Hyoscyamus D 4, Cocculus D 4
Anwendung: Bei nervlicher Erschöpfung, Gedächtnisschwäche,
Schwindel, Benommenheit
Dosierung: 3
x tägl 10 Tr in stillem Wasser
April 2009
Actaea spicata - Christophskraut
Schwarzkraut, Ähren tragendes Christophskraut, Hexenkraut,
Wolfsbeere, Teufelsbeere
Fam. nat.: Ranunculaceae ( Act.-sp.) Actaea
Actaea ist ein ausdauerndes, krautiges, Staudengewächs, das
in den Laub- in Mischwäldern Mitteleuropas bis hin nach Westsibirien
auf feuchten, locker-steinigen Böden zu finden ist.
Als Inhaltsstoffe werden genannt Alkaloide (Magnoflorin), organische
Säuren (Aconitinsäure), Saponine; Aromastoffe (in den
Blüten), Flavonoide (in den Blättern), Fettsäuren
(in den Samen).
Für die homöopathische Zubereitung werden die frischen
unterirdischen Teile nach dem Austrieb der Sprossen gesammelt.
Der Gattungsname "actaea" kann einige Ableitungen haben:
Vom griech. "actis" = Strahl, wegen der stahligen Blütenstände,
vom lat. "acer" = spitz, scharf von den spitzen Fiederblättern
oder dem scharfen Geruch der zerriebenen Blätter.
Mythologie: Interessant ist auch die Ableitung von "Aktäon"
= dem Namen des Jägers, der nach der griechischen Sage Artemis,
Göttin der Jagd, beim Baden zugesehen hatte und daraufhin in
einen Hirsch verwandelt wurde, den seine eigenen Hunde zerissen,
da sie von den den Beeren des Christophskraut toll geworden waren...
Der Artname "spicata" heisst im Lateinischen "ährig",
was den Blüten- und Fruchtstand der Pflanze bezeichnet.
Den volkstümlichen Namen "Christophskraut" erhielt
die Pflanze entweder nach dem Heiligen Christopherus, Schutzpatron
bei Krankheit, Tod und Pest oder auch daher, dass die Pflanze beim
allgemein als "Christoffeln", dem Zaubern und Schatzsuchen
im Namen Christopheri, des Meisters aller guten und bösen Geister
und Helfer zum Erlangen von Reichtum, hilfreich eingesetzt wurde.
Die erste Beschreibung als Heilpflanze findet sich bei Plinius,
der sie bei Frauenkrankheiten empfiehlt. Die Ärzte des Mittelalters
hingegen hielten sie mit ihren Blüten und Beeren für giftig
und warnten vor ihrem Gebrauch. So auch der Arzt und Naturforscher
Conrad Gesner, der sie "Actaea christophoriana" nennt.
Doch in der Volksheilkunde glaubte man, dass vor der Pest schützende
Wirkstoffe in der Pflanze seien. Auf viele Arten wurde sie als Heilmittel
eingesetzt, vor allem als Abkochung gegen die Pest, als Brech- und
Abführmittel, bei Rheuma und zur Abtreibung. Auch bei Hautleiden,
Asthma und gegen Kropf wurde sie verabreicht, die Bauern brannten
ihrem Vieh damit die Wunden aus.
In der heutigen Homöopathie ist Actaea spicata bei Rheuma der
kleinen Gelenke - vor allem der Hände aber auch der Füsse
- sehr hilfreich, besonders dann, wenn Schwellung und Hitze nach
der geringsten Anstrengung auftritt.
Meist ist die rechte Seite schlechter als die Linke.
Dass Act.-sp. eher bei Männern angezeigt ist, kann ich nicht
bestätigen.
Leitsymptome: reissender Schmerz, als wäre etwas abgerissen,
bei der geringsten Anstrengung schwellen die schmerzenden Stellen
an,
lähmungsartiges Gefühl in den Fingern.
Modalitäten:
Verschlechterung: bei Kälte, Wetterwechsel, Bewegung, Anstrengung,
Ermüdung, Berührung.
Besserung durch: frische Luft.
Dosierung: D 2 - D 4 Dil.
Marion Hoffmann
März
2009
Vinca
minor (Vinc.) Kleines Immergrün
Wintergrün, Dauerkraut, Totenkraut, Totenviole, Totenveilchen,
Ewigkraut, Ewiggrün, Sinngrün, Jungfernkraut, Jungfernkrone.
Fam. nat.: Apocynaceae (Hundsgiftgewächse)
Das Immergrün ist ein robuster, mehrjähriger Halbstrauch,
der in schattiger bis halbschattiger Lage als Bodendecker schnell
nachwurzelt. Im Frühjahr - April, Mai - beginnen sich die blauvioletten,
sternförmigen Einzelblüten zu zeigen.
Heimisch ist das Immergrün in Europa und im Kaukasus. Da die
Ausbreitung fast ausschliesslich über den Menschen erfolgt
weisen wilde oder verwilderte Plätze oft auf Standorte ehemaliger
Burgen und Siedlungen hin. In Mitteleuropa wurde es erstmals 1526
bei Ulm nachgewiesen.
Inhaltsstoffe sind vor allem die Alkaloide Vincamin und Vincin,
Bitterstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide. Das Hauptalkaloid ist Vincamin,
das chemisch und pharmakologisch mit den Rauwolfiaalkaloiden (speziell
mit Reserpin) verwandt ist. Vincamin senkt den Blutdruck und verbessert
die Durchlutung des Gehirns. Immergrün-Extrakte haben blutdrucksenkende,
krampflösende, immunstimulierende, zytotoxische und schmerzstillende
Eigenschaften. Das Immergrün wurde schon im Alterum bei zahlreichen
Leiden eingesetzt. Als Phytopharmakon wird es in der Neuzeit nicht
mehr benutzt. Es dient heute als Rohstoff zur Extraktion von Alkaloiden.
Das rezeptpflichtige Vincamin ist in Medikamenten enthalten die
gegen zerebrale und retinale Durchblutungsstörungen und vasculärer
Demenz eingestzt werden.
Für die homöopathische Zubereitung werden die frischen
oberirdischen Teile mit den anhängenden faserigen Wurzeln zur
Blütezeit gesammelt.
Vinca minor ist eine uralte Pflanze deren Namen sich vom lat. "vincire"
- fesseln, umwinden, binden oder vom lat. "vincere" -
besiegen (Eis und Schnee) ableiten lässt. Der deutsche Name
bezieht sich auf die immergrünen Blätter.
Das "Immergrün" symbolisiert die Treue und das ewige
Leben. So wurde es in manchen Gegenden wie Rosmarin und Myrthe als
Hochzeitskranz verwendet, in anderen für Totenkränze.
Der Voksglaube kannte zahlreiche Bräuche: Mit Blättern
wurde geräuchert um vor Hexen und bösem Zauber zu schützen,
um Krankheitsgeister zu vertreiben, es wurde als Orakelpflanze benutzt
oder in Liebestränke gegeben. In den Alpenländern hängte
man an den Fenstern Kränze zum Schutz für Mensch und Vieh
auf. In der Rheinischen Volksbotanik steht: Im Oberbergischen flochten
Mädchen in der Matthiasnacht (23.Februar) einen Kranz von Immergrün
und einen von Stroh. Mit den beiden Kränzen und einer handvoll
Asche gingen sie um Mitternacht schweigend zu einer Wasserstelle
wo sie die Kränze und die Asche auf das Wasser gaben. Sie tanzten
mit verbunden Augen und griffen dann in das Wasser: Hatte ein Mädchen
das Immergrün in der Hand so bedeute das den Brautkranz, griff
es den Kranz aus Stroh gab es ein Unglück, die Asche bedeutete
Tod.
In dem "ausfühlichen Kräuterbuch", das Albertus
Magnus (1193 - 1280) zugeschrieben wird, kann man lesen: "die
Blätter blutreinigend, leicht purgierend und stärkend
bei Durchfällen... der Wein getrunken, in welchem das Kraut
gesottet worden ist, stillt die rote Ruhr. Das grüne Kraut
gestossen und auf den Kopf gelegt stillt das Nasenbluten. Wunden
mit einer Abkochung ausgewaschen und mit dem zerquetschten Kraut
verbunden heilen rasch....".
In den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird das Immergrün
als Heilmittel gegen Kopfschmerzen, Schwindel, zur Blutreinigung,
bei Nasenbluten und Zahnschmerzen empfohlen.
Dioskurides schreibt:...die Blätter und Stängel in Wein
getrunken beschwichtigen Durchfall, gekaut lindern sie Zahnschmerzen.
Im Kräuterbuch von Lonicerus wird Vinca minor gegen Erkältung,
als Diuretikum und bei Geschwüren empfohlen.
Matthiolus wendet Vinc. bei der roten Ruhr, Blutspeien, Nasenbluten
und Zahnschmerzen an.
In dem von Tabernaemontanus1588 veröffentlichtem Kräuterbuch
nennt er das Immergün "Sinnkraut" und schreibt: "wider
das Nasenblutensoll man das grüne Kraut zerstossen und auf
die Scheitel des Haubts und um den Hals binden - so lässt es
nach. Auch ist es gut dass man die Blätter lang im Mund halte
davon sich auch das Nasenbluten zu stillen pfleget. ....es wird
auch dies Kraut sehr gerühmet von den Weinhändlern die
trübe abgefallenen Wein wiederum schön gelb und lauter
damit zu machen wann man es in die Fass leget....".
Von Haller beschreibt Vinc. im medizinischen Lexicon von 1755 gegen
Blutflüsse als "anziehendes Wundkraut".
In der Homöopathie wird Vinca minor haptsächlich als Heilmittel
für Erkrankungen der Haut eingesetzt: Nässende Hautausschläge,
Ekzeme der Kopfhaut mit starkem Juckreiz und Milchschorf sind die
bekanntesten Indikationen. Auch nicht vergessen werden sollte der
Einsatz von Vinc. bei Stomatitis und Schleimhaut-Blutungen.
Dosierung: D 1 bis D 6
1 Teil Tinktur auf 100 Teile Wasser (oder mehr) als Gurgelmittel
(nach Schier)
oder äusserlich auf die erkrankten Hautstellen auftragen.
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Vinca minor komplex Tropfen Nestmann Nr. 162
Zusammensetzung
Vinca minor D 3, Bellis perennis D 3, Paeonia off. D 2, Ratanhia
D 4, Sarsaparilla D 3, Thuja D 3,Viola tricolor, Dolichos pruriens
D 4
Anwendung
Bei nässenden Hauterkrankungen
Dosierung
Je nach Schweregrad bis zu mehrmals täglich 10 Tr
Gegenanzeige:
Überempfindlichkeit gegen Gänseblümchen oder andere
Korbblütler
Januar
/ Februar 2009
Einzelmittel
Apis
mellifica - Honigbiene
Apis mellifica Honigbiene (Fam. nat.Apidae) wird weltweit,
v.a. aber in Europa,
Kanada, USA, in Bienenstöcken zur Gewinnung von Honig gehalten.
Das homöopathische Mittel wird aus der ganzen Biene mit Stachel
und dem darin
enthaltenen Gift hergestellt und hilft bei Entzündungen mit
brennenden, stechenden
Schmerzen, besonders bei juckenden Hautbeschwerden mit glasigen
Schwellungen
und extremer Berührungsempfindlichkeit.
Charakteristisch für Apis sind Symptome wie Schläfrigkeit,
ödematöse Schwellungen,
Durstlosigkeit, Unerträglichkeit von Wärme, stechende
Schmerzen, Zerschlagenheitsgefühl und
Wandern der Beschwerden von rechts nach links. Alles ist von grosser
Unruhe begleitet.
Apis ist ein wichtiges Akutmittel mit rascher Wirkung bei Entzündungen
und Ödemen - Schwellungen,
da der Körper Gewebeflüssigkeit speichert, anstatt sie
auszuscheiden
Verschlechterung:
Hitze, Wärme, geschlossene Räume, Druck, Berührung
Verbesserung
Kalte Umschläge, Kälte, frische Luft, Bewegung
Dosierung: D4, D12
Marion Hoffmann
Komplexmittel
Apis F komplex Tropfen Nestmann
Zusammensetzung
Apis mellifica D 4, Echinacea ang. D 4, Euphorbium D 4
Anwendung
Hautentzündungen mit Infiltration, Ödemen und Quaddeln,
Neigung zu Ulzerationen, Urtikaria
Dosierung
Je nach Schweregrad bis zu mehrmals täglich 10 Tr
Dietrich
Volkmer, Homöopathie und Phytotherapie in der zahnärztlichen
Praxis, Spitta-Verlag 2007, ISBN 978-3-938509-45-6, 39.80 EUR,
298 Seiten
Das erste Buch für den tätigen Zahnarzt, in dem
die verschiedenen Bereiche Einzelmittel- und Komplexmittel-Homöopathie,
Schüssler-Salze, Bach-Blüten, Spagyrik, Homotoxin-Lehre
etc zusammengefasst sind
Die verschiedenen Praxis-Tips dürften für jeden naturheilkundlich
tätigen Zahnarzt (und nicht nur für ihn) eine echte
Bereicherung sein.
Mit 42 farbigen Abbildungen
In jeder Buchhandlung, beim Spitta-Verlag direkt oder bei Amazon
erhältlich.
Näheres: www.literatur-drvolkmer.de
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Homöopathie
- die sanfte (Zahn)Heilkunde - ein Buch für Zahnärzte,
Ärzte, Heilpraktiker und Laien. Dr. Dietrich Volkmer
Nachdem die erste Auflage in relativ kurzer Zeit vergriffen
war, erscheint nun die völlig überarbeitete, aktualiserte
und neu gestaltete Version diese Buches. Der Autor geht darin
besonders auf sonst kaum anzutreffende Erklärungsmuster
zur Homöopathie ein und beschreibt die Unterschiede zwischen
der klassischen Einzelmittelhomöopathie und der praxisnahen
Komplexmittelhomöopathie. Eine Reihe von Einzelmiitteln
werden ausführlich beschrieben. Die Zahnheilkunde nimmt
ebenfalls einen grossen Raum ein - mit Tips zur Anwendung in
der Alltagspraxis.
CoMed-Verlag. 22.80 EUR, Direktbestellung beim Verlag oder in
Ihrer Buchhandlung:
CoMed-Verlag, Rüdesheimer Str. 40, 65239 Hochheim-Massenheim,
Tel 06146-90740, Fax 06146 - 907444, E-Mail verlag@comedverlag.de |
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